Verwirrt schaute Timmi sich um. Er stand im Badezimmer und konnte sich nicht erinnern, warum er hierher gegangen war. Ihm wurde unheimlich zumute. Dann bemerkte er, dass sich das Klo bewegte. Es wippte hin und her, so als ob es schaukeln würde. Plötzlich tauchten zwei Augen aus der Kloschüssel auf. Sie blickten ihn aufgeregt an, so, als ob sie Timmi vor etwas warnen wollten. Und dann klappte auf einmal der Klo-Deckel abwechselnd rauf und runter, rauf und runter. Timmi erschrak zutiefst und lief schnell davon. Und lief und lief und lief… Und wachte schweißgebadet in seinem Bett auf.

Sein Herz klopfte ihm aufgeregt bis hoch zum Hals. In seinem Zimmer war es dunkel. Und alles war still. Kein lautes Klappern war zu hören. Gott sei Dank, es war nur ein Traum gewesen! Langsam beruhigte Timmi sich wieder. Doch dann bemerkte er entsetzt, dass er dringend Pipi machen musste. Er hatte aber Angst, alleine ins Badezimmer zu gehen, denn vielleicht war es ja doch kein Traum gewesen! Vielleicht ruhte das Klo sich nur einen Moment aus und fing gleich wieder an zu klappern! Es gab nur einen Ausweg: „Mamii!“ schrie er aus Leibeskräften, „Mamiiii! Komm schnell, bitte!“ Er schluchzte laut.
Da ging die Zimmertür auf und das Licht an. Seine Mutter kam herein gelaufen, setzte sich auf die Bettkante und nahm ihn ganz fest in die Arme. „Was ist denn los, Timmi, hast du was Böses geträumt?“ fragte sie und streichelte ihm dabei sanft übers Haar.
Er klammerte sich fest an sie. „Das Klo hat mich so komisch angesehen und laut geklappert. Ich hab solche Angst!“
„Das war nur ein Traum, Timmi“, sagte die Mutter, „du brauchst keine Angst zu haben. Manchmal träumen wir so seltsame Sachen. Das passiert mir auch schon mal.“
„Aber ich hab Angst aufs Klo zu gehen und ich muss doch ganz dringend Pipi!“
„Na, dann aber schnell!“ sagte die Mutter, lief mit ihm ins Badezimmer und setzte ihn schnell auf die Toilette. Gerade noch rechtzeitig! Timmi fühlte sich danach sehr erleichtert. Die Mutter half ihm sich wieder anzuziehen und nahm ihn dann hoch auf ihre Arme. Bevor sie das Licht im Badezimmer wieder ausknipste warf, Timmi noch schnell einen Blick zurück: Das Klo stand ganz friedlich in der Ecke, so als ob es schlafen würde. Wie ein ganz normales Klo.

Als Timmi wieder in seinem Bett lag, drückte die Mutter ihm seinen Felix-Kuschelhasen in die Arme und deckte die beiden liebevoll zu. „Jetzt kannst du bestimmt ganz ruhig schlafen, Timmi“, sagte sie und strich ihm noch einmal zärtlich übers Haar, „vielleicht hat das Klo in deinem Traum geklappert, um dich zu wecken? Sonst wärst du vielleicht nicht rechtzeitig aufgewacht und hättest ins Bett gemacht! Am besten, du trinkst morgen vor dem Schlafen gehen nicht mehr so viel Tee, dann kannst du ruhiger schlafen.“ Dann gab sie ihm noch einen Gute-Nacht-Kuss, knipste das Licht aus und zog leise die Tür hinter sich zu.
Bestimmt hat Mutti Recht, dachte Timmi, und das klappernde Klo war nur in seinen Traum gekommen, um ihn zu wecken. Aber so einen Schrecken wollte er nicht noch einmal erleben! Vorsichtshalber würde er in Zukunft vor dem Schlafen gehen keinen Tee mehr trinken. Timmi gähnte. Er war sehr müde. Dann schloss er die Augen zu und schlief zufrieden ein.