Ulf hat mir ein Stöckchen zugeworfen. Er hat es von Dori gefangen, die es von Ray zugeworfen bekam, der es von Luiza aufgefangen hat, die es von Rufus bekam.
Dem Stöckchen sind folgende Regeln mit auf die Reise gegeben worden:
1. Aussuchen, wen man aushorchen möchte.
2. Eine Frage überlegen, was man von dem Jeweiligen schon immer wissen wollte, und ist es auch noch so indiskret - also Vorsicht an die Beworfenen.
3. Holz (mit einem Trackback) sorgsam dort ablegen.
4. … und natürlich die Frage, die man selbst gestellt bekommen hat, mehr oder weniger ausführlich beantworten, wenn man darüber sprechen mag/kann/darf.
Die Frage, die Ulf mir gestellt hat, lautet:
Wenn Du eine literarische Figur wärst, als welche würdest Du am liebsten geschaffen sein?
Eine schwierige Frage. Obwohl ich eine Antwort sofort auf den Lippen hatte, habe ich dennoch mehrmals darüber nachgedacht. Blieb immer wieder unschlüssig hängen am „…als welche würdest du am liebsten geschaffen sein?“ So was will wohl überlegt sein. Doch trotz lauter Grübeln kam ich immer wieder zu derselben Antwort: es gibt eigentlich nur eine einzige Roman-Figur, die ich gerne „gelebt“ hätte…
Nicht weil sie schön und klug „ausgestattet“ wurde - das sind viele andere Romanfiguren auch - sondern weil sie so menschlich ist, auch ihre negativen Seiten auslebt, ihren Unmut laut äußert, herrlich trotzig, stur und egoistisch sein kann … und im nächsten Moment Eifersuchts- und Rachegefühle entschlossen beiseite schiebt und dem Grund ihres Unbills aus der Not hilft. Einerseits ist sie so mutig und lebensfroh und so stark, dass sie selbst die schwerste Bürde noch mit Haltung trägt – doch sie scheut sich auch nicht ihre schwache, verbitterte, einsame Seite zu zeigen. Sie berührt mich, weil sie so menschlich ist und ich bewundere ihre Kraft, ihre Gabe, so zu sein, wie sie ist. Und … ich liebe ihren berühmten Satz, den ich mir schon früh zu eigen gemacht habe, sehe sie vor mir, wie sie trotzig das Kinn vorschiebt und sagt: „Verschieben wir´s, auf Morgen… “ …
- ja, ich glaube, es hätte mir gefallen als Scarlett o´Hara geschaffen worden zu sein.
(… Aber es hätte mir auch gefallen, als Margaret Mitchell geschaffen worden zu sein und „Vom Winde verweht“ mit Scarlett und all den anderen herrlich schillernden Figuren selbst geschrieben zu haben … *lach*)
So, das war der offizielle Teil des Stöckchens. Nun wird´s schwierig. Denn wem kann ich mich trauen, dieses Stöckchen zuzuwerfen? `Indiskrete Fragen´ zu beantworten ist sicherlich nicht jedermanns Wunsch. Da “meine Vertraute” Martina dieses Stöckchen schon hat, kann ich es ihr nicht mehr hinwerfen. Darum wähle ich zwei andere “alte Hasen” aus, die ich auch schon länger durch die SDS kenne und bei denen ich mir ziemlich sicher bin, dass sie kein Problem damit und vielleicht auch Spaß daran hätten auf eine `leicht indiskrete´ Frage zu antworten.
Ich werfe dieses Stöckchen nun gezielt weiter an:
Sarah: stell dir vor, du schreibst eifrig an deinem Krimi “Die tote Katze”
, und urplötzlich wirst du, wie durch ein “Zeittor” in deine eigene Geschichte gebeamt. In welcher `Rolle´würdest du dich am ehesten am Geschehen beteiligen wollen? (Böser, Guter, Mann, Frau, Hauptdarsteller, Nebenrolle oder… Hund, Katze, Maus
)
und
Dodo: stell dir vor, du bist wieder Kind und sitzt als Schülerin in deiner Klasse und vorne am Pult steht die Lehrerin Dodo (also du
) … was denkst du über sie, was magst du an ihr, was nicht?
… und falls sonst noch einer gerne dieses Stöckchen aufheben möchte, dann bitte melden! Ich lasse mir gerne eine passende Frage einfallen.
September 4th, 2008 at 14:33
Liebe Wally,
Scarlett O`Hara ist toll. Ich weiß wirklich nicht, wie oft ich diesen Film schon gesehen habe. Immer, wenn sie nicht weiter wusste, ist sie nach Tara zurückgegangen, an den Ort ihrer Wurzeln. Ich fand dieses Haus mit den Säulen davor immer zutiefst beeindruckend und wunderschön.
Liebe Grüße
Dori
September 4th, 2008 at 17:27
Liebe Dori
Herzlich willkommen hier!
Das Buch hab ich zwar bisher nur einmal gelesen, aber den Film schon xxx mal gesehen, würde ihn auch jederzeit wieder anschauen. Er hat so viel Atmosphäre, ist so “lebendig” .
Ja, genau, obwohl es Scarlett immer wieder in die Ferne zog, kam sie doch immer wieder nach Tara zurück. Sie brauchte lange, um zu erkennen, wo sie wirklich zu Hause ist.
Tara - ach … *schwärm*, ich war auch fasziniert von diesem Haus und der Umgebung!
Liebe Grüße
von Wally
September 4th, 2008 at 19:10
Liebe Wally,
da hätte ich ja eigentlich drauf kommen können. *smile* Scarlett o´Hara. Ja, eine starke Frau. Mit Ecken und Kanten. Ich habe den Film auch schon ein paar mal gesehen.
Komisch, dass uns immer die Figuren faszinieren, die auch ihre negative Seite zeigen können. Vielleicht, weil wir immer so erzogen wurden, das liebe brave Mädchen zu sein, das gar keine negativen Seiten hat? Hmmm…
Grüblerische liebe Grüße,
Martina
September 5th, 2008 at 00:04
Noch ein paar so tolle Antworten und ich überlege mir ein neues Stöckchen zu starten …
September 5th, 2008 at 01:09
Liebe Wally,
klasse, wie Du die Spannung aufgebaut hast,
und erst ganz am Ende verraetst, wer Du gerne gewesen sein würdest.
(Und jetzt schlag mich nicht. Ich bin nicht sehr belesen, und aufgrund Deiner Schilderung bekomme ich das Gefühl, dass ich Scarlett O`Hara mal “kennenlernen” sollte. Gut, dass es Wikipedia gibt. Dort werde ich erfahren, wie das literarische Werk heißt, wenn es denn nicht “Vom Winde verweht” ist…)
Und die Fragen, die selber gestellt hast, finde ich auch spannend…
Liebe Grüße,
Ulf
September 5th, 2008 at 08:56
Liebe Martina
Da ist was dran, denke ich! Wir sind wohl so erzogen worden, dass wir unsere negativen Seiten “zu unterdrücken” haben, weil sie “nicht gut” sind, denn “dies tut man nicht” … und “das tut man auch nicht”
, was im Grunde genommen aber keine schlechte, oder zu strenge Erziehung ist, finde ich, sondern ein Lernen, Einüben, unsere negativen Seiten unter Kontrolle zu halten. Und Personen wie Scarlett zeigen, genau genommen, genau dies auf! Einerseits verbirgt sie ihre negativen Seiten nicht, trägt sie offen im Gesicht, andererseits aber geht sie nie über die Grenze hinaus, hat sich, wenn es darauf ankommt, im Griff, lässt dem Guten in ihr die Überhand. Und wo ich jetzt so darüber nachdenke… vielleicht sollte dies die `Botschaft´ aus diesem Roman sein? Sich zu trauen, so zu sein, wie man ist, doch den guten Eigenschaften stets Vorrang zu geben? Mensch zu sein, eben… *grübel*
Ich hab mich auch gefragt wie es Margaret Mitchell gelungen ist, Scarlett so prägnant zu zeichnen. Möglicherweise kommt sie darum so herrlich eckig/kantig rüber, weil ihre `Gegenspielerin´ ein reiner `Gutmensch´, ein schon fast engelhaftes Wesen ist? …Aber Ashley und Rhett sind auch so prägnant charakterisiert … mmmh… liegt wohl doch eher daran, dass Margaret Mitchell `es drauf hat´ - … bevor ich nun die Bremse nicht mehr finde und mich hier weiter in Analysen ergieße, höre ich lieber ganz schnell auf *lach*
Liebe Grüße
von Wally
September 5th, 2008 at 09:06
Lieber Rufus
Du scheinst mir der geborene Stöckchen-Creator zu sein!
Fragen, die einem im ersten Moment ein “Häääh?” entringen, aber einen beim Nachdenken darüber in unentdeckte oder vergessene Gefilde führen. Mir hats Spaß gemacht. 
.
Danke auch für den richtigen Link! Ich hatte den ´índiskreten´ Beitrag bei dir nicht gefunden, und bei Ulf hat das Verlinken seines Beitrags irgendwie nicht geklappt. Ich schau mir das noch mal neu an und versuche es zu `redigieren´
Liebe Grüße
von Wally
September 5th, 2008 at 09:22
Lieber Ulf
Danke dir
Auch für den Hinweis, dass aus dem Text nicht klar hervorgeht, dass Scarlett eine Figur aus dem Roman “Vom Winde verweht ist” !
Das ist mir erst durch deine Anmerkung aufgefallen, habs jetzt bißchen umformuliert, damit es auch für diejenigen ersichtlich ist, die den Roman nicht kennen.
Es ist schon ewig her, seit ich das Buch gelesen habe, damals empfand ich es als “schwere, aber unterhaltsame” Kost, kann aber daran liegen, weil ich damals noch im `jugendlichen Alter´ war und mich schwer mit so dicken Wälzern tat. Falls du wenig Zeit zum Lesen hast, wäre auch der Film empfehlenswert, um “Scarlett kennenzulernen”. Gibt es bestimmt auf DVD (wobei mir einfällt, dass ich mir den schon lange mal zulegen wollte)
Die Fragen - oh je, damit hab ich mich schwer getan! Einerseits wollte ich sie nicht zu allgemein stellen, andererseits nicht allzu persönlich. Und die Frage aller Fragen war: wem überhaupt? *ziemlich darüber gegrübelt hab*
Liebe Grüße
von Wally
September 5th, 2008 at 22:33
Oje!!!
Ahnungslos, wie ich bin, stöbere ich mal wieder in deinen Zeilen rum - und stolpere über ein erst noch gezielt mir vor die Füsse gelegtes Stöckchen!
Na gut. Ich nehme es mit und werde es beantworten… bald. Hmmmm… grübel und studier….
Dodo
September 6th, 2008 at 00:03
Hi Wally,
ich fürchte: Meine Antwort wird dich nicht befriedigen.
Ciao!
Sarah
September 6th, 2008 at 11:57
liebe Dodo
Danke fürs Mitnehmen!
Bei meiner eigenen Frage hab ich auch erst mal grübeln müssen; aber einmal hingesetzt und angefangen zu schreiben - und schwupps stand die Antwort auf dem Papier. Bin mir sicher, dir wird es ähnlich ergehen.
Liebe Grüße
von Wally
September 6th, 2008 at 12:15
Liebe Sarah
*lach* Doch, hat sie.
War gerade eben bei dir, hab deine Antwort schnell gelesen, komme später noch mal mit ein paar Zeilen vorbei. Dass du seit einiger Zeit mit einem anderen Projekt beschäftigt bist, weiß ich ja … Meine `Frage´ an dich hab ich ganz bewusst gestellt, sie sollte ein Fingerzeig darauf sein, dass da noch eine `tote Katze rumliegt´, die noch in den Anfangsschuhen steckt und mal wieder ein paar bewusste Gedanken und Weiterschreiben verdient hätte ( du weißt ja, dass ich von Beginn an ein Fan von dieser Geschichte war
) … Von daher hat deine Antwort mein erwartetes Ziel erreicht: du hast dich mal wieder an `die tote Katze´ erinnert, das war Sinn und Zweck meiner Frage *grins* - ich werde weiterhin geduldig darauf warten, dass du diesen Krimi irgendwann vollendest
Liebe Grüße
von Wally
September 9th, 2008 at 17:53
Hallo Wally.
Erst mal muss ich hier Luft holen. Das geht ja hier zu wie auf einem “Güterbahnhof”. Das eine Teil ist nicht mal richtig drinnen und schon verlässt auf nem anderem Gleis die Antwort.
WIE MACHST DU DAS?
Diese Frage ist übrigens ernst gemeint. Irgendwo habe ich bei Dir hier gelesen. das Du Dich auf jede Frage freust.
Also lege ich Dir nen Balken auf Deinen Arbeitstisch, stelle Dir mal eine Frage?
“Wann atmest Du, gehst arbeiten, duschst, ruhst, fütterst deine Familie? Wie schaffst Du dies alles hier?”
Ok. Es sind zwei Fragen. Suche Dir die Einfachste aus. Ich meine du scheinst ziemlich produktiv zu sein. Und das alles trotz dieser kleinen Alltäglichkeiten wie “Lebenskrampf”.
Gut. Ich sehe und erfahre es zum Teil jeden Tag bei Doris. Sie schafft es immer wieder, abends ko. sich von mir in die Arme nehmen zu lassen. Aber den kleinen Rest zwischen 00:00 und 24:00 Uhr schlenkert sie einfach so. Obwohl ich manche Sachen garnicht mitbekomme, sehe und erkenne ich das Resultat.Ja. Und Schreiben für die Zeitung und diverse “Blogs” sind so ne Art Desserte für sie. Also wie schaffst Du das auch?
Jedenfalls gefällt mir Dein Blog, werde mal öfters hier rein schauen. Wenn schon nicht mehr so oft und intensiev an anderer Stelle, warum nicht neues Land erkunden?
Gruss Rolf
September 9th, 2008 at 21:15
Liebe Wally,
ich habe dieses Stöckchen in den letzten Tagen mehrmals gelesen. Dann habe ich mir ganz viele Gedanken gemacht, was ich dazu schreiben soll. Ich habe das Buch “Vom Winde verweht” gelesen und den Film wohl unzählige Male gesehen. Beides hat mir sehr gut gefallen. Wenn im Film auch vieles weggelassen wurde. Aber das ist ja immer so. Scarlett ist in meinen Augen eingebildet und hochnäsig und eine abgrundtief schlechte Mutter. Im Buch hatte sie übrigens zwei Kinder. Sie hat den Wohlstand über alles gestellt. Ich konnte in ihr nur etwas Positives entdecken, als sie mit allen Mitteln um Tara kämpfte. Tara war wohl das einzige, was ihr wirklich viel im Leben bedeutet hat.
Nein, liebe Wally, wie Scarlett sehe ich dich wirklich nicht. Dann schon lieber wie Margaret Mitchell. Sie war eine starke Frau, auch mit Ecken und Kanten. Nicht gerade vom Glück verfolgt, aber sie ist immer ihren Weg gedanken und hat sich als Frau gegen die Männer durchgesetzt.
Entschuldige, aber das ist mir jetzt alles so beim Schreiben herausgerutscht. Was meinst du denn dazu?
Liebe Grüße
Martina
September 10th, 2008 at 09:26
Hallo Rolf
Erst einmal: Herzlich willkommen hier!
*freu*
^… WIE MACHST DU DAS?
“Wann atmest Du, gehst arbeiten, duschst, ruhst, fütterst deine Familie? Wie schaffst Du dies alles hier?” … ^
… Alles eine Frage der Organisation - würde ich jetzt gerne antworten. *grins* Wäre aber nicht ehrlich, da ich eher nach dem Chaosprinzip arbeite, mal schnell hier, mal schnell da .. ich höre da voll auf mein Bauchgefühl, das mich dirigiert, mir sagt: jetzt tue dies,und jetzt das … das einzig Organisierte in meinem Alltag sind festehende Termine, wie z.B. Arzttermine o.ä.
Ehrliche Antwort? - Das schaffe ich alles nur deshalb, weil ich (noch immer) keine feste Arbeitsstelle habe und die Klein-Jobs, mit denen ich mir nebenbei was verdiene von zu Hause aus ausführen kann. So kann ich es mir `leisten´ das Schreiben als festen Bestandteil meines Alltags zu integrieren. Zu dem kommt ein bißchen selbstauferlegte Selbstdisziplin: vormittags möglichst viel schreiben, egal was und um 13.15 Uhr : Hände von der Tastatur und ab in die Küche, Mittagessen kochen, Wäsche aufhängen, die ich irgendwann während meiner Schreibzeit in die Waschmaschine befördert habe; nach dem Mittagessen erst ein halbes Stündchen lümmeln auf der Couch, dann Küche aufräumen, danach tun, was nicht aufschiebbar ist, zwischendurch mal an den Pc, falls er frei ist …Und ich denke schon mit Grauen daran, wie es sein wird, wenn ich eine Arbeitsstelle gefunden habe und ca 30 Stunden in der Woche außer Haus bin. Und leider ist dies nun unumgänglich geworden. Wahrscheinlich kriege ich dann erst mal nix mehr auf die Reihe, muss von “aus dem Bauch heraus” auf Organisation umstellen, um halbwegs alles zu schultern, was ich gerne geschultert hätte.
Was Doris und ich gemeinsam haben: wir waren beide gezwungen alleinerziehend das Leben zu meistern, da hat man keine andere Wahl, als “immer auf dem Sprung zu sein” den ganzen Tag in irgendeiner Weise zu agieren, um zumindest halbwegs allem und allen, die uns nahe stehen gerecht zu werden. Irgendwann geht das wohl so in Fleisch und Blut über, dass man selbst nicht mehr merkt, dass man ständig am Rotieren, in `Bewegung´ ist.
Freut mich sehr, dass es dir hier gefällt!
Freue mich auf deine Besuche. Und: die Welt ist so groß, durch jedes `neue Stückchen Land´, das wir erkunden, lernen wir sie besser kennen.
Liebe Grüße
)
(auch an Timmy
von Wally
September 10th, 2008 at 09:57
Liebe Martina/Losa
Freut mich, dass es dir `rausgerutscht´ ist
, das zeigt mir, dass du dich intensiv mit meinem Text beschäftigt hast und freut mein Schreiberherz. 
, ich könnte niemals so egoistisch sein, wie sie - und vermutlich ist dies der Punkt, warum ich sie für diesen Text ausgesucht hatte, denn manchmal wäre ich auch so gerne egoistisch, würde sooo gerne mal nur an mich denken, aber mir fehlt die Kraft dazu.
Scarlett ist hochnäsig, eingebildet, keine gute Mutter - ja stimmt, dies alles hatte ich in dem Begriff “egoistisch” für mich zusammengefasst. Denn sie stellt oft sich selbst über alles, eigentlich müsste sie mir unsymphatisch sein. Und dies ist genau der Punkt, der mich an ihrer Person/Figur so fasziniert: trotzdem ist sie mir symphatisch, trotzdem mag ich sie, verzeihe ihr alles, weil sie im Gegenzug zu ihren negativen Eigenschaften so aufopferungsvoll um Tara kämpft, weil sie ihre Eifersuchtsgefühle überwindet und sich um Melanie kümmert, als diese schwer erkrankt. Das Wunderbare an Scarlett ist für mich der Kontrast in ihr - Margaret Mitchell hat mit Scarlett eine Charakterfigur geschaffen, die so einprägsam ist, dass man sie immer wieder sofort vor Augen hat, wenn die Sprache auf Scarlett kommt.
Nein, ich bin nicht wie Scarlett, das sehe ich auch so
Natürlich wäre ich lieber wie Margaret Mitchell geschaffen worden
*lach*, weil sie ihre Figuren so prägnant charakterisieren konnte - das möchte ich auch irgendwann können. Und mein heimliches Traumziel beim Schreiben ist schon seit vielen Jahren: mein eigenes “Vom Winde verweht” zu schreiben*bißchen rot werd*. Doch wenn ich nicht mal langsam damit anfange, wird das wohl nie was werden
*grins*
Liebe Grüße
von Wally
September 10th, 2008 at 10:33
Hallo Wally. - anders…
Guten Morgen.
Nun weiß ich alles und auch wieder zum Teil garnix. Das kenne ich doch alles irgendwie.
Anders läuft es zum Teil ja hier auch nicht. Nur mit dem Unterschied, das sich im Augenblick bei uns hier die Rollen vertauscht haben. Ich meine Doris ist nun unterwegs zum Jagen und Sammeln, wohingegen ich die Hüterrolle des Feuers und Herdes übernommen habe. Die Abfütterungszeiten sind hier etwas anders gelagert. Die vier jungen Damen sind recht anspruchslos in Bezug auf Nahrungsaufnahme. Aber in dieser Anspruchslosigkeit wiederum recht anspruchsvoll, um nicht zu sagen sehr wählerisch. Das macht mir natürlich die Aufgabe auch nicht immer sehr einfach.

:-) )Es ist nicht nur Glück, sondern auch manchmal wie ein Befreiungsschlag. Also habe ich im Augenblick eigentlich auch wieder „die“ Zeit zum Schreiben, welche ich so lange vermisste. Und ich Schreibe. Manchmal habe ich nur das Gefühl der inneren Unreife. Seit vielen Jahren sitze ich an „ernsteren“ Sachen, komme aber nicht richtig voran. Finde nie die richtigen Worte und Zusammenhänge. Dann zweifele ich an mir selber, muss mich hinter dieser „Gülle - Gülle“ verstecken. Mit der Zeit wird aus Humor, Ironie und Sarkasmus. Aber es hilft wiederum in die Realität zurück. Außerdem ermöglicht es mir viele Sachen mal von einem anderem Standpunkt aus zu betrachten. Auch da erhalte ich tatkräftige Unterstützung von Doris. Du siehst. Es könnte alles Friede Freude Eierkuchen sein. Wenn… ja wenn das mit der Arbeit nicht wäre.
„Mann“ kommt sich da manchmal ziemlich „nutzlos“ und nicht mehr gebraucht vor. Ja vor ein paar Jahren sah das alles noch viel leckerer aus. Da hat sich Mann auch keine Sorgen machen müssen. War ja alles im grünem Bereich.
) und man liest sich sicher bald wieder Mal.
Aber unter dem Strich ist die Summe Zufriedenheit die mich schon ab und an durchwedelt. Sicher kennst du doch dieses „wunderschöne, herzerfrischende“ Liedchen:“ das bisschen Haushalt machst du doch mit links sagt mein Mann….“ Ich kann darüber nur müde lächeln. Aber am Ende ist es wirklich nur eine Frage der Organisation. Und darin sind Doris und ich einfach unschlagbar. Wir sind dermaßen gut durchgeregelt, das wir am Ende aber nur einen Teil vom Ganzen schaffen.
Es ist mit 46 einfach nicht einfach eine entsprechende Arbeit zu bekommen. Also habe ich es auch in verschiedenen Richtungen hier versucht. Ohne Erfolg. Allerdings bin ich ein staatlich geprüfter und anerkannter „Zweckoptimist“, welchem nie die gute Laune und Zuversicht ausgeht. Es ging bis jetzt immer weiter. Na und in Doris habe ich das entsprechende Gegenstück gefunden. Zum Glück.
Sie und ihre Familie unterstützen mich in jeder Richtung. Hinzu kommt auch noch, das wir der gleichen Krankheit befallen sind wie du weist. Das Schreiben. Außerdem können wir Dank ihrer Nebenarbeit bei der Thuner Tageszeitung, auch viele Kulturelle Veranstaltungen genießen. Konzerte jeglicher Richtungen und und und. ( gestern Abend z.B. ein Jazz Dixieevent vom Feinsten…
Wow. Hab ich das hier echt geschrieben? Ich glaube das ist das erste Mal. Deswegen höre ich lieber auf.
Jedenfalls Danke ich Dir für den kleinen Einblick in deine Welt. Zeigt es mir doch, das andere auch nur mit Wasser kochen.
Wünsche dir noch nen schönen „Arbeitstag“ ( muss auch langsam an die Raubtierfütterung denken - meine Frauen kommen alle bald aus der Schule
Gruss Rolf
September 10th, 2008 at 12:17
Lieber Rolf
Keine passende Arbeit zu finden - das kann einem alles madig machen. Zumindest fühle ich mich so. Einerseits bin ich den ganzen Tag beschäftigt, mit Haushalt, Kindern, Schreiben und hin und wieder mit meinen Klein-Jobs, aber die ständige Frage im Hinterkopf “wo nehm ich nur die fehlenden Euros her?” die drückt schon arg, so habe ich oft das Gefühl trotz tagtäglicher Arbeit meiner `Rolle´ als `Familien-Oberhaupt´ nicht gerecht zu werden.
Aber all das Grübeln und Sinnen nützt ja nix, und mehr, als Bewerbungen zu schreiben, tagtäglich die Jobbörsen im Internet abzuklappern kann ich momentan nicht tun.
Dieser “Zustand” überträgt sich, natürlich, auch aufs Schreiben. Ich schreibe zwar, zum Glück, immer noch regelmäßig, hier im Blog oder sonstwo, aber eigene Geschichten kriege ich schon längere Zeit nicht mehr auf die Beine, geschweige denn das Herantasten an ein längeres Projekt, wohl weil der Kopf nicht frei und `unbekümmert genug´ ist, sich dem zu widmen. Das führt immer wieder zu Selbstzweifeln bei mir, ob ich mich wirklich `Autorin´ nennen kann, wo ich doch nur noch selbst Erlebtes schreibe, mich nicht mehr hingebungsvoll dem Erfinden und Schreiben von Geschichten widme, so wie früher. Und an Ideen mangelt es nicht. Nur am Umsetzen. Hin und wieder schreibe ich kleine Sachartikel als Auftragsarbeit, das gibt mir viel - aber das schöne Gefühl des Fabulierens beim Plotten, beim Geschichten schreiben, kann es mir nicht ersetzen. Mich “unzulänglich” fühlen, wäre ein treffender Ausdruck dafür.
Zum Glück hab ich mein Weblog, bleibe dadurch im Schreiben drin. Hätte ich nie angefangen zu bloggen, ja, vermutlich hätte ich dann das Schreiben schon geschmissen.
und würde viel Zeit mit “Kopf in den Sand stecken” und Eigenbedauern verbringen. So aber, bleibt man Kopf, mein Hirn, in Bewegung, übererdig und `geöffnet´, für all die schönen Dinge dieser Welt :-)und mit einer Arbeitsstelle wird es auch irgendwann klappen, bestimmt. Und bei dir auch! 
Nutzen wir die `freie´ Zeit doch einfach fürs Schreiben!
Und nun muss ich schnellstens die Kochpötte schwingen, meine Tochter ist heute früher aus der Schule gekommen, hatte ich völlig vegessen, oweia …
Liebe Grüße
von Wally
September 10th, 2008 at 13:52
Genau das ist der Punkt Wally. Man versucht sich einen etwaigen Ausgleich zu schaffen. Es ist wie bei einem Schnellkochtopf, um mal in der Sprache von Hausfrau zu Hausfrau zu bleiben.
Der èberdruck sucht sich ja immer einen Weg. Das mit dem Blog ist schon ne feine Sache. Da gebe ich dir Recht. Bin auch dabei einen “nur” für Rolf oder so zu basteln. Aber es stimmt. Es ist am Ende “nur” ein kleiner Teil seines eigenen Wohlbefindens. Vielmehr ist es das Schreiben an sich. Ich meine das richtige Schreiben. Projekte und Ideen hat jeder der “etwas” schreibt. Das ist gut und normal. Nur die Umsetzung funktioniert nicht immer. Vielleicht auch wieder gut. So trennt sich die Spreu vom Weizen.
Aber selbst die besten Autoren waren und sind keine Maschienen, welche nur sitzen und schreiben. Jedenfalls die meisten. Es braucht wie bei einem guten Wein, auch die Zeit der Reife. Es muss sich vieles erst einmal richtig setzen. Um so schöner, klarer, und reichhaltiger im Geschmack und Ausdruck ist dann das Ergebnis. Auf solche Augenblicke freue ich mich immer wieder. Auch wenn es mal nen Rückschlag gibt. Aber ich habe dennoch was daraus für mich gewinnen können.
Ob du nun eine Autorin bist oder nicht spielt doch insofern keine Rolle. Natürlich kommt es darauf an, wie hoch bei Dir der Massstab baumelt. Du schreibst und ich finde wirklich gut. Du weist doch:” Ich schreibe, also bin ich.” Und jedes Wort, jeder Gedanke oder jedes Gefühl welches du zu Papier bringst, entspringt reiner manchmal schwerer Geistesarbeit. Kommt aus dir, ist ein Produkt deiner selbst. das bedeudet, du bist eine Autorin. Als Schriftsteller denke ich mal, würde ich mich erst dann wirklich fühlen, wenn die Publikationen von mir erscheinen würden und gelesen werden. aber Autoren sind wir alle.
Ich habe übrigens meine drei kleinen Raubtiere schon abgefüttert. Das weibliche Leittier war heute leider nicht da. Aber es war dennoch wieder interessant, auch wenn ich nicht immer ganz mitkomme um was es gerade geht, wieso so gelacht wird. Ich meine geschnattert. Meistens ziehe ich mich danach immer zurück, schreibe das “erlebte” für mich in meinem “Stiel” auf. Das ist meine Art im Augenblick fertig zu werden.
In diesem Sinne wünsche ich Dir noch viel Spass und Erfolg.
Liebe Grüsse Rolf
PS: Bewerbungen habe ich auch etliche geschrieben. Manchmal wird aus der Hoffnung Frust. Aber nun werde ich mal selber hier inserrieren. Vielleicht hilft es ja.
September 11th, 2008 at 09:33
Hallo Rolf
Immer wieder sage ich mir: anstatt von einem längeren Projekt nur zu reden, sollte ich es besser mal in Angriff nehmen. Nicht davon reden - sondern es tun. Und eigentlich ist es doch ganz einfach: hinsetzen und schreiben!
Und ich habe auch das Glück ein Drauflosschreiber zu sein, von daher ist mir “die Angst vor dem weißen Papier” fremd, ich schreibe einfach drauflos, einfach runter ohne “Zensor im Kopf”, finde so irgendwann die Spur und schreibe solange weiter bis “nichts mehr kommt”. Dann gehe ich zurück an den Anfang, (in der Regel streiche ich den ersten Absatz sofort raus, weil der meist nur ein `Plaudern´ ist, mich zum Thema hingeführt hat), überarbeite dann das Geschriebene, am Ende angekommen fängt das Hirn schon wieder an zu rotieren, dann schreibe ich weiter … Also eigentlich doch alles ganz easy
…? Ja, ist es auch - sofern es nur kurze Texte oder Short-Storys sein sollen. Aber bei einem längeren Projekt kommt spätestens nach zehn, oft schon nach sechs, Seiten der innere Zensor/Zweifler `Das ist nicht gut genug, will eh keiner lesen´ - und schon falle ich wieder in dieses tiefe ” ich-kann-das-eben-nicht” - Loch. Ich hab da auch zu wenig Geduld mit mir selbst, gebe meinen “1000″ Romananfängen nicht die Zeit sich `zu setzen und zu reifen´, sondern schiebe sie mit “war eben keine gute Idee” aufs Abstellgleis, ausrangiert. Und ärgere mich selbst darüber, dass ich so schnell aufgebe, obwohl Aufgeben doch eigentlich ganz und gar nicht meiner Natur entspricht … seufz. - Und mittlerweile ist es leider so, dass ich mich schon gar nicht mehr zu einem neuen Versuch aufraffen kann. Was aber sicherlich an meiner momentanen Situation liegt. Die Zukunftsfrage umnebelt die Leichtigkeit, die ich fürs Schreiben bräuchte.
Autor ist jeder, der schreibt. Ja, beim Wort genommen stimmt das natürlich. Ich setze allerdings meinen eigenen Maßstab an dieses Wort ein wenig höher: Ich bin Autorin weil/wenn ich (selbst erfundene)unterhaltsame Geschichten schreibe, oder informative Sachtexte (z.B. Artikel, Verbraucherinformationen) erstelle. Also “in erster Linie für Leser schreibe” sozusagen. Schriftellerin würde ich mich erst dann nennen können, wenn ich vom Schreiben leben könnte. Schriftsteller sein, ist für mich ein Beruf ( ein Traumberuf
)
Deine “Raubtierfütterung” ruft Erinnerungen in mir wach: als ich damals hier her nach NRW zog, fühlte ich mich anfangs ziemlich `außen vor´, weil ich dem hiesigen Dialekt geistig nicht folgen konnte … stöhn … *lach*, es dauerte eine Zeit, bis ich damit zurechtkam. Heute empfinde ich diesen Dialekt als `zweite Muttersprache´
Selber inserieren: hab ich mal gemacht, würde ich mit Telefonnummer nie mehr tun. Denn ich bekam nur haufenweise Anrufe von irgendwelchen zwielichtigen Geschäftemachern. Und unter Chiffre Nummer ein Stellengesuch in der Zeitung zu schalten, ich weiß nicht, ob das Sinn macht, kann mir nicht vorstellen, dass ein eventueller Arbeitgeber sich die Mühe macht, einen Brief zu schreiben: “Hallo, ich würde sie gerne einstellen” *grins* .
Eine Alternative wäre vielleicht die Emailadresse anzugeben.
Ich drücke dir die Daumen für die Stellensuche! Und mir auch *lach* … Alles wird gut! *zuversichtlich guck*
Liebe Grüße
von Wally