Ulf hat mir ein Stöckchen zugeworfen. Er hat es von Dori gefangen, die es von Ray zugeworfen bekam, der es von Luiza aufgefangen hat, die es von Rufus bekam.

Dem Stöckchen sind folgende Regeln mit auf die Reise gegeben worden:

1. Aussuchen, wen man aushorchen möchte.
2. Eine Frage überlegen, was man von dem Jeweiligen schon immer wissen wollte, und ist es auch noch so indiskret - also Vorsicht an die Beworfenen.
3. Holz (mit einem Trackback) sorgsam dort ablegen.
4. … und natürlich die Frage, die man selbst gestellt bekommen hat, mehr oder weniger ausführlich beantworten, wenn man darüber sprechen mag/kann/darf.

Die Frage, die Ulf mir gestellt hat, lautet:

Wenn Du eine literarische Figur wärst, als welche würdest Du am liebsten geschaffen sein?

Eine schwierige Frage. Obwohl ich eine Antwort sofort auf den Lippen hatte, habe ich dennoch mehrmals darüber nachgedacht. Blieb immer wieder unschlüssig hängen am „…als welche würdest du am liebsten geschaffen sein?“ So was will wohl überlegt sein. Doch trotz lauter Grübeln kam ich immer wieder zu derselben Antwort: es gibt eigentlich nur eine einzige Roman-Figur, die ich gerne „gelebt“ hätte…
Nicht weil sie schön und klug „ausgestattet“ wurde - das sind viele andere Romanfiguren auch - sondern weil sie so menschlich ist, auch ihre negativen Seiten auslebt, ihren Unmut laut äußert, herrlich trotzig, stur und egoistisch sein kann … und im nächsten Moment Eifersuchts- und Rachegefühle entschlossen beiseite schiebt und dem Grund ihres Unbills aus der Not hilft. Einerseits ist sie so mutig und lebensfroh und so stark, dass sie selbst die schwerste Bürde noch mit Haltung trägt – doch sie scheut sich auch nicht ihre schwache, verbitterte, einsame Seite zu zeigen. Sie berührt mich, weil sie so menschlich ist und ich bewundere ihre Kraft, ihre Gabe, so zu sein, wie sie ist. Und … ich liebe ihren berühmten Satz, den ich mir schon früh zu eigen gemacht habe, sehe sie vor mir, wie sie trotzig das Kinn vorschiebt und sagt: „Verschieben wir´s, auf Morgen… “ …
- ja, ich glaube, es hätte mir gefallen als Scarlett o´Hara geschaffen worden zu sein.

(… Aber es hätte mir auch gefallen, als Margaret Mitchell geschaffen worden zu sein und „Vom Winde verweht“ mit Scarlett und all den anderen herrlich schillernden Figuren selbst geschrieben zu haben … *lach*)

So, das war der offizielle Teil des Stöckchens. Nun wird´s schwierig. Denn wem kann ich mich trauen, dieses Stöckchen zuzuwerfen? `Indiskrete Fragen´ zu beantworten ist sicherlich nicht jedermanns Wunsch. Da “meine Vertraute” Martina dieses Stöckchen schon hat, kann ich es ihr nicht mehr hinwerfen. Darum wähle ich zwei andere “alte Hasen” aus, die ich auch schon länger durch die SDS kenne und bei denen ich mir ziemlich sicher bin, dass sie kein Problem damit und vielleicht auch Spaß daran hätten auf eine `leicht indiskrete´ Frage zu antworten.

Ich werfe dieses Stöckchen nun gezielt weiter an:

Sarah: stell dir vor, du schreibst eifrig an deinem Krimi “Die tote Katze” ;-) , und urplötzlich wirst du, wie durch ein “Zeittor” in deine eigene Geschichte gebeamt. In welcher `Rolle´würdest du dich am ehesten am Geschehen beteiligen wollen? (Böser, Guter, Mann, Frau, Hauptdarsteller, Nebenrolle oder… Hund, Katze, Maus ;-) )

und

Dodo: stell dir vor, du bist wieder Kind und sitzt als Schülerin in deiner Klasse und vorne am Pult steht die Lehrerin Dodo (also du ;-) ) … was denkst du über sie, was magst du an ihr, was nicht?

… und falls sonst noch einer gerne dieses Stöckchen aufheben möchte, dann bitte melden! Ich lasse mir gerne eine passende Frage einfallen. ;-)