Mai 2009


"Balkongedanken" and Allgemein29 Mai 2009 11:01 am

Mein mitleidiges Herz war wieder einmal blind für die schön blühenden Pflanzen und suchte mit geübtem Blick die armseligst aussehenden Blümchen aus, die angeboten wurden. Es drängte mich, sie vor dem Schicksal des `Herabsetzens auf Schleuderpreis´ zu bewahren und ihnen die Chance auf ein blühendes Sommerleben zu ermöglichen.
Und sie nutzten ihre Chance.
Bereits wenige Tage nachdem meine Tochter sie liebevoll eingepflanzt hatte erholten sie sich, langsam zwar, aber von ihrem anfangs unwürdig verkümmerten Zustand ist kaum noch was zu sehen, sie freuen sich offensichtlich immer mehr ihres Lebens. Und wir uns über sie.
Und so bekommt unser Freiluft-Idyll nun endlich auch sein wohlverdientes sommerliches Ambiente.

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Und darum werde ich die bevorstehenden Pfingsttage vermutlich überwiegend hier

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verbringen. Ich freue mich schon drauf! Einfach nur abhängen, lesen, relaxen.

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Und für den Fall, dass mir das Wetter einen Strich durch meine Pläne machen sollte, steht schon die Alternative bereit. Dann relaxe ich eben hier

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und schreibe ein bißchen an meinem Manuskript weiter.

Und nun freue ich mich auf die vor mir liegenden freien Tage. Und wünsche euch allen ein schönes Pfingstfest!

Liebe Grüße an alle
von Wally

Persönliches18 Mai 2009 10:35 am

Als Matthias Krempchen und seine Anna, geborene Götten, am 8. Mai 1922 den Bund der Ehe eingingen ahnten sie noch nicht, wie groß ihre Familie einmal werden und wie weit sie sich verzweigen würde.
Auch wenn Matthias und seine Anna und die meisten ihrer elf Kinder heute nicht mehr leben, so bleiben sie dennoch unvergessen. Sie sind die Wurzeln, aus denen wir, unter vielen anderen auch ich, geboren wurden. Ohne sie, hätte keiner von uns `Krempchens´ jemals das Licht der Welt erblickt.
Ohne sie, wäre es niemals zu diesem besonderen Treffen gekommen …

Aus den unterschiedlichsten Winkeln Deutschlands waren sie angereist. Nicht alle waren gekommen, aber viele hatten es sich nehmen lassen dabeizusein - beim 1. Sippentreffen `derer von Krempchen´. Mitten im Wald, beginnend zur Mittagsstunde, in der `Jungenwaldhütte´ in Thomm.

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Ganz langsam trudelten im Laufe der ersten Stunden immer mehr Verwandte ein. Mit wie vielen wir uns letztendlich dort zusammengefunden hatten kann ich nicht genau sagen, aber es waren, denke ich, mehr als fünfzig Menschen.
Und die meisten von uns hatten sich schon längere Zeit nicht mehr, oder sogar noch niemals, gesehen.
Es wurde sich gedrückt, geherzt, geküsst. Tränen der Freude flossen, über das Wiedersehen nach langer Zeit, ebenso auch Tränen der Erinnerung an all diejenigen, die diesen Tag der Zusammenkunft nicht mehr miterleben konnten.
Mein Erstaunen war groß, dass aus aus all den `Kleinen´, mittlerweile Erwachsene geworden waren, zum Teil schon verheiratet, mit eigenen Kindern. Eine Freude auch, all diejenigen kennenzulernen, die durch Heirat oder Partnerschaft nun auch zum `Krempchen-Clan´gehören.

Auf der Holztür, die aus der Hütte hinaus zur Grillstelle führt war der Stammbaum der Familie angebracht, nebst Schreibstift, als Einladung zum Nachtragen von noch fehlenden Daten, die die Erschaffer des Stammbaums bis dahin noch nicht in Erfahrung hatten bringen können.
Ein mayestätischer Anblick, unser Stammbaum, so breit verzweigt, immer wieder kam es vor ihm zu kleinen Versammlungen. Er wurde interessiert studiert - natürlich suchte jeder als erstes seinen eigenen Namen in all den Zweigen *grins* - es wurden Namen nachgetragen, verbessert, sich an die Gesichter derer erinnert, die nicht zum Treffen gekommen waren oder es nicht mehr konnten. Es wurde sich auch an lange zurückliegende Festlichkeiten erinnert. Und gestaunt, wie viele verschiedene Zweige entstanden waren im Laufe der letzten mehr als achtzig Jahre … und alleine der Gedanke daran, dass dies noch nicht das Ende war, der Stammbaum weiter wachsen, noch viele Namen hinzukommen würden … flößte mir Ehrfurcht ein - und auch Stolz, dazuzugehören.

Es wurde viel gelacht, gegessen, getrunken, Telefonnummern ausgetauscht, unausschöpflich geplaudert … kaum zu glauben, dass die meisten von uns sich sehr lange nicht mehr oder sogar noch nie gesehen hatten. Anfängliche Verzagtheit verflog so schnell, wie der Wind, der durch die umstehenden Bäume rauschte …eine Verbundenheit, Vertrautheit wuchs, wie sie wohl nur aus einer Familie heraus entstehen kann. … Matthias und Anna wäre es eine helle Freude gewesen, ihre Nachkommenschaft so vertraut zusammensitzen zu sehen…
Die einen verabschiedeten sich am frühen Abend, andere in den darauf folgenden Stunden, so manche saßen sogar noch am Lagerfeuer zusammen bis tief in die Nacht hinein.

Ganz herzlichen Dank an diejenigen, die dieses 1. Sippentreffen aus der Taufe gehoben, bis ins Kleinste organisiert und vorbereitet hatten, sich unermüdlich um unser leibliches Wohl kümmerten.
Es war ein rundum gelungenes Fest, das die Herzen voll machte, und die `derer von Krempchen´ wieder näher zusammenrücken ließ. Ein herzliches Beisammensein, dem hoffentlich noch viele folgen werden.

Allgemein08 Mai 2009 01:06 pm

Um so näher es rückte, umso weiter schien es weg zu sein. Ich wand mich vor Schmerzen, schrie: “Ich will eine Spritze!” Doch der Onkel Doktor meinte nur mit gütigem Lächeln: ” Sie sind stark, sie schaffen das von ganz allein.” Am liebsten hätte ich ihn getreten, gebissen, und weiß Gott noch Schlimmeres, aber da kam schon wieder ein Schmerzschub, und bald darauf der nächste, so ging das über Stunden, und ich schrie, schrie es mir aus dem Leib - mein erstes Kind. Und dann war er da, der Kleine … und von einer Sekunde auf die andere …
war ich Mutter geworden.

Klar, ich hatte es mir gewünscht, freute mich sehr, aber ich hatte auch Angst. Mir wurde bewusst: Eine Riesenaufgabe in Form eines kleinen Bündels Mensch lag in meinen Armen. War ich dieser Aufgabe überhaupt gewachsen? Würde ich sie bewältigen können? Und wie überhaupt? Ich hatte doch keine Ahnung, was ich als Mutter zu tun hatte! Was meine Aufgaben sein würden, und meine Pflichten … Für jeden Beruf gibt es eine Jahre lange Ausbildung, bevor man sein `Amt´ antritt, doch für das Mutter-Amt, da gibt es keine vorherige Ausbildung. Wenn das Kind da ist, ist man Mutter. Punkt.

Freude und Ängste wechselten sich ab, schlugen ihre Turbulenzen, es ging hin und her. Damals dachte ich noch, das wäre nur am Anfang so. Heute weiß ich: Mutter sein ist wie Achterbahn fahren, immer. Auch dann noch, wenn die lieben Kleinen den Kinderschuhen entwachsen sind.
Freude, über das erste gesprochene Wort, die ersten Schritte, große Emotionen am ersten Kindergarten- und Schultag … - aber auch unzählig viele
durchwachte Nächte mit einem weinenden Kind im Arm, das Zahnschmerzen, Fieber oder Koliken hat … Hilflosigkeit, Übermüdung, Angst, etwas `nicht richtig´ zu machen … oder die Angst, die mir die Kehle zuschnürte, wenn eines meiner Kinder im OP lag oder nicht zur vereinbarten Zeit nach Hause gekommen war … - loben, schimpfen, trösten, kochen, putzen, waschen, Berge voll Bügelwäsche, Arzttermine, immer präsent sein, immer auf `dem Sprung´sein müssen , bei Tag, bei Nacht …
ob sie mir jemals dafür danken würden, für diese aufopferungsvollen Jahre, in denen ich mich oft fühlte, wie `ein Hamster im Rad´… um ihnen eine gute Mutter zu sein, oft aufs Mensch sein verzichtete … wohl kaum, wie sollten sie denn nachempfinden können, was sie selbst noch nicht erlebt hatten… Hab ICH meiner Mutter je gedankt, für all die bangen Stunden, die sie wegen mir durchlebt hatte … ?

… hab ich meinen Kindern je gedankt, für die Freude, sie sie mir oft schenken …

Muttertag - Tag des Gedenkens, des Nachdenkens, sich erinnern an all das Schöne. Danke sagen, sich freuen, geboren worden zu sein.