April 2008


"Balkongedanken" and Allgemein29 Apr 2008 01:06 pm

Die Sonne prallt mir wohltuend in den Rücken, wärmt meine noch wintersteifen Gelenke, während ich in gebückter Haltung einen Pflanzkübel nach dem anderen vom Unkraut befreie. Dabei suche ich mit Argusaugen nach frischen Trieben, hoffe auch beim letzten Pflanztopf angekommen immer noch, dass vielleicht ein Pflänzchen des Vorjahres den Winter überlebt hat und noch mal ausschießt. Aber nichts davon, nichts zu finden. Nur einige vertrocknete Blättchen zwischen all den verschiedenen Unkräutern erinnern noch daran, dass mir hier herrlich bunte Blumen im letzten Sommer mit schillernden Farben das Herz gewärmt haben.

In der Regel lasse ich, wegen der vorhandenen Nährstoffe, die alte Erde immer drin, lockere sie auf und fülle nur um das neu gesetzte Pflänzchen herum ein bißchen frische Erde auf. In diesem Jahr aber werde ich wohl nicht drum herum kommen, einen großen Teil der Blumenerde durch frische zu ersetzen, bevor ich die neuen Blumen einpflanze. Denn was ich nun beim Erde auflockern in den Töpfen vorfinde, das hat es nun wirklich `hinter sich´…
Zum einen sieht die Erde regelrecht dreckig aus, mit allerlei Zeug drin, was da nicht rein gehört und wovon ich keine Ahnung habe, wie es da wohl rein gekommen ist - zum anderen finde ich Unmengen von Wurzeln, verschiedene, die sich ineinander verwurzelt haben. Das Kuriose daran ist: sie haben nirgendwo Halt, sind nirgends fest verankert, sondern liegen einfach nur rum. Blass, leblos, ineinander gekeilt, so als hätten die Wurzeln sich einmal alle ganz lieb umarmt und dabei so fest aneinandergesaugt, dass sie sich gegenseitig den Nährsaft abdrückten und dann an ihrer stetigen, gegenseitigen Umarmung erstickten, abgestorben sind… So, wie das uns Menschen auch passieren kann, wenn wir nur “aneinanderhängen” , ohne eigenen, wenigstens kleinen, Freiraum… So sind sie dann irgendwann abgestorben, die Wurzeln, weil vor lauter Umarmungen keine mehr so recht wusste, wo sie hingehört. Und nun liegen sie orientierungslos in der Erde, liegen lose rum, wie fehl am Platze.
Ich fasse mir ein Herz, schaufele mit bloßen Händen die leblosen Geschöpfe samt ihrer Erde aus dem Topf, befreie sie von ihrem quälenden Schicksal, und “trage sie zu Grabe”, lasse sie in den Eimer fallen.. dessen Inhalt ich später in die Biotonne befördere, um ihn so seiner letzten Bestimmung zuzuführen.
Als ich nach getaner Arbeit den Balkon verlasse, weiß ich dass mein Tagwerk draußen für heute zwar erledigt ist, es mich aber dennoch noch eine Weile in Gedanken beschäftigen wird. Muss. Denn ich habe einen Entschluss gefasst: ich muss nachdenken. Dringend.

Bisher habe ich nie darüber nachgedacht, weil für mich klar war, dass meine Familie die einzige für mich wirklich wichtige “Wurzel” in meinem Leben ist. Die Wichtigste, weil sich aus ihr sämtliche “Wurzelwege” gebildet haben, die mich zu dem Menschen haben werden lassen, der ich heute bin. Und ich habe das Glück, dass ich, trotz allem, was das Leben mir schon an Negativem beschert hat, nie “entwurzelt” war, sondern immer einen Halt hatte, immer fest verankert in meiner Ur-Wurzel. Und ich weiß, daran wird sich auch nie was ändern. Aber, was ich bisher nicht wusste, mir nicht klar war, ist, dass es nicht nur diese einzige, starke Wurzel in mir gibt, sondern auch noch andere, viele kleinere, die ich nur für mich ganz alleine, selbst gepflanzt hatte. Und die sich im Laufe der Zeit so sehr mit den anderen Wurzelwegen verwachsen, sich verschlungen haben, dass sie nun nur noch Teil des Wurzelwerks sind - und ihren Eigenwert verloren haben.
Dieses geballte “alles - in - einem - Lebenswurzelwerk”, in dem alles zusammenläuft, und das ich bisher als beruhigend empfand, als “Felsen in der Brandung” - nun macht es mir auf einmal Angst. Weil mir klar wird, dass ich vor lauter Gesamtheit schon jetzt viele Einzelheiten nicht mehr wahrnehme. Wer weiß, wie viele kleine dünne, kurze Wurzeln in diesem Gewucher schon eisern ums Überleben kämpfen, weil sie nicht genug “Saft” abkriegen?… Weil ich sie nicht mehr wahrnehme, mich ihnen nicht so widme, wie sie es verdient hätten?

Ich will nicht, dass es meinem `Lebens-Wurzelwerk´ irgendwann genau so ergeht, wie den Wurzeln in den Pflanzkübeln! Und nehme mir vor, die Gesamtheit vor dem Ersticken zu bewahren, mein Wurzelwerk genauer zu sichten: zu trennen, was nicht zusammengehört, zu befreien, was sich gegenseitig “den Saft abdrückt” , Platz zu schaffen, aufzulockern, wo zu viel Enge ist … den Wurzeln mehr Freiheit verschaffen, zum Wachsen und Gedeihen - Platz zum Atmen, für alle.

Allgemein26 Apr 2008 12:41 pm

Schon gestern wollte ich hier was schreiben, aber mir fiel nix ein.
Und heute Morgen saß ich wieder hier, bereit zum Schreiben, aber mir fiel nix ein.
Also streifte ich erst einmal durch die Blogs, kam auf meinem Weg bei Susanne vorbei und was lese ich da? : Susanne weiß auch nicht, was sie schreiben soll, ihr fällt auch nix ein! Und auch Martina klagt dort, dass ihr nix einfällt. Ist ja schon seltsam… da schreiben wir wochenlang sehnsüchtige Texte übers Warten auf den Frühling, nun ist der Frühling endlich da, und nun fällt uns nix mehr ein. Vielleicht sind wir ja `leer geschrieben´? Oder haben wir uns einen “Mir fällt nix ein” - Virus eingefangen?

Vielleicht ist auch einfach mal Zeit zum Auftanken angesagt. Zeit zum ´nix denken´ ´nix schreiben´, ´nix einfallen lassen´ - einfach nur relaxen.

Und darum höre ich nun, für heute, auf zu schreiben, und rufe jedem, der es hören und brauchen kann zu:
Ärgert und quält euch nicht, worüber und womit auch immer, sondern enstpannt euch und genießt den Frühling!

Ein schönes, entspannendes Wochenende
wünscht euch Wally wasserlilien.jpg

Allgemein21 Apr 2008 12:17 pm

Um zum Telefon zu greifen und Sperrmüll anzumelden, brauche ich immer Monate lange Anlaufzeit, so, als hätte ich etwas furchtbar Quälendes zu erledigen, das ich herzlich gerne vor mir herschiebe. Doch wie schön ist das Gefühl, wenn der ganze Plunder von der Sperrmüllabfuhr abgeholt worden ist! - Aus den Augen, aus dem Sinn.
Und was sich da so alles findet, wenn mal wieder Platz im Kellerraum ist, so dass ich auch mal wieder in den Ecken stöbern kann, die vorher zugestellt waren…

Da fällt mir doch tatsächlich ein Altkleidersack ins Auge! Nanu? Normalerweise bringe ich sowas immer gleich zum Altkleidercontainer. Neugierig öffne ich ihn und luge gespannt hinein. - Oh, je! Peinliche Röte schießt mir ins Gesicht. Dieser Sack muss schon ewig hier stehen, den habe ich wohl Jahre lang übersehen. Er beherbergt Kinderkleidung aus längst vergangenen Tagen! Unter anderem auch Hosen mit abgewetzten Kniestellen, von meinem Töchterlein. Und nur zu gerne erinnere ich mich zurück, an die Ursache für die abgewetzten Knie…
Ich sehe meine Tochter vor mir, erst drei Jahre alt, höre ihr fröhlich gluckerndes Lachen, während sie unermüdlich die Rutsche raufsteigt und runterrutscht, so lange, bis ihre Beinchen vor Müdigkeit einknicken. Besonderen Spaß machte ihr immer auf den Knien rückwärts runter zu rutschen. Darum sahen ihre Hosen immer schon nach kurzer Zeit so abgewetzt aus, als wären sie dem Altkeidersack entsprungen - in dem sie jetzt schon seit vielen Jahren ruhen…

Das kleine Schlauchboot fällt mir ins Auge. Ich brachte ich es nie übers Herz, es wegzuwerfen. Ein Lächeln huscht mir übers Gesicht und ein Seufzen entfleucht meiner Kehle, als die Erinnerung mich einholt …
Mein Sohn war als Kind wasserscheu. Erst mit sechs Jahren war seine Angst so weit abgebaut, dass ich ihn im Schwimmkurs anmelden konnte. Das Schlauchboot sollte ihm zusätzlich helfen, Angst abzubauen, in der Hoffnung, dass er auf dem Wasser liegend vielleicht eher die Bereitschaft entfachen würde, Freundschaft mit dem kühlen Nass zu schließen. Mal eine Hand hineintauchen, mal einen Fuß, ja das machte Spaß! Doch sein Körper blieb dabei verkrampft, sein Mund stets bereit, um laut zu schreien, falls das Wasser ins Gesicht spritzte oder das Boot schwankte und umzukippen drohte. Damals hätte ich nicht für möglich gehalten, dass es diesem wasscherscheuen Kind später einmal Spaß machen würde, unermüdlich vom Sprungturm hinab zu springen und herzlich gerne in nassen Gefilden zu tauchen. Auch wenn das Schlauchboot damals seinen Zweck nicht erfüllen konnte, so ist es doch heute ein Zeichen dafür, dass so manches möglich ist, was lange Zeit unmöglich scheint…

Mein Fuß stösst an eine Kiste. Ich brauche sie nicht zu öffnen, um zu wissen, was sie in sich birgt. Von Umzug zu Umzug habe ich sie immer wieder mitgeschleppt, an irgendeinem Ort verschlossen deponiert. Sie ist unwiderruflich ein Teil von mir. Ein Teil aus der Zeit meines Lebens, als ich mich aufmachte, mich selbst zu finden und neugierig unbekanntes Terrain erforschte. Nur so aus Spaß, um zu erfahren, ob zu schaffen es mir gegeben wäre, oder es mir für immer verschlossen bleiben würde. Wie groß war meine Überraschung darüber, dass es mir nicht nur Spaß machte, sondern ich tatsächlich in der Lage war Kreatives zu schaffen! Kaum zu glauben - denn als Kind konnte ich nicht gut basteln, nicht sonderlich schön malen und Gestricktes und Gehäkeltes war immer irgendwie schief und voller Fehler.
Ich öffne die Kiste, lechze danach, mir wieder einmal meine selbst erschaffenen Werke vor Augen zu führen. Voller Stolz blicke ich hinein, auf die beiden einst sorgsam erstellten Stickbilder. `Spitzweg´- Motive. Das eine heißt “Der arme Poet”, das andere “Der Gratulant”. Ich bin mächtig stolz darauf. In den rustikalen Rahmen sehen die Bilder richtig professionell aus, so, als hätte ich sie fix und fertig im Geschäft gekauft. Viele Stunden Arbeit hängt an ihnen. Und jede Menge Spaß. - Auch der geknüpfte Wandteppich ist noch unversehrt. Dieses Bildnis eines Gartenidylls gefällt mir auch heute noch sehr gut, es strahlt so eine Ruhe und Behaglichkeit aus. Das andere Knüpfbild, das ich “Tor zum Garten der Träume” nannte, hängt in unserer Küche - schon so lange, das ich es nicht mehr wahrnehme. Knüpfen machte mir noch mehr Spaß, als Sticken. Aber es war ein teures Hobby, und als die Kinder auf die Welt kamen fehlten mir Zeit und Geduld mich weiterhin damit zu beschäftigen.
Ich schließe die Kiste wieder ordentlich zu, damit die Bilder auch weiterhin gut erhalten bleiben. Sie haben mir einst den Weg in die kreative Welt gezeigt, geebnet, sie sind es mir wert sorgsam verwahrt zu werden, auch wenn in der Wohnung kein rechter Platz für sie ist.

Als ich den Kellerraum verlasse und mich langsam schlendernd wieder nach oben in die Wohnung bewege, legt sich ein Grinsen auf mein Gesicht. Mir wird nun erst klar, dass die Sperrmüllabfuhr nicht nur sperrige Möbelteile abgeholt hat, sondern mit ihnen scheinbar auch “Sperrgut” aus meinem Kopf entsorgt hat… so dass der Weg frei wurde, um schöne Erinnerungen wieder zu finden.
Es hat Spaß gemacht, in ihnen zu schwelgen.

…Schade, dass es keine rein “geistige Sperrmüllabfuhr” gibt, die durchgehend den Weg in die Schätze der Vergangenheit frei hält. Wer weiß, welche Kostbarkeiten noch zu Tage kommen würden, wenn ich mich öfters `sperrigen Gedanken´ entledigen würde…

"Gedankensplitter" (Schreibübungen) and Allgemein18 Apr 2008 12:19 pm

Der Frühling steht in den Startlöchern, soviel ist klar. Unklar ist nur: wie lange denn noch? Hat er Startschwierigkeiten, oder dieses Jahr keine rechte Lust um einzumarschieren?

Schon seit Wochen treibt er sein Spielchen mit uns, blinkt mal kurz auf, mit klein bisschen Sonnenschein und Wärme, lässt auf die Schnelle ein paar Blüten leuchten, streut Beutel weise Pollen durchs Land und …. Schwupps…ist er auch schon von hinnen geschlichen und zieht sich wieder unauffindbar in sein Nest zurück. Also, mal ehrlich, das ist doch nur Hinhalte-Taktik! Meint der im Ernst, juckende Nasen und Augen reichen uns aus, um Frühlingsgefühle zu haben? Oder war der unvorhergesehene Kampf mit dem späten Winter für ihn so Kräfte raubend, dass ihm der Saft ausgegangen ist? So, dass er nun auch noch zu schwach ist, um dem närrischen April die Stirn zu bieten?
Aber wie auch immer, wenn er sich nicht bald in die Hufe schwingt und fröhlich einmarschiert, kommt er womöglich gar nicht mehr zum Zuge und wird letztendlich noch vom Sommer überrannt! Und dieser heiße Gefährte, der kennt da nix. Denn wenn der mal im Anmarsch ist, hält den nichts mehr auf. Und schon gar nicht ein unentschlossener Frühling, der selbst nicht weiß, was er will.

…Vielleicht spürt er auch unsere Unzufriedenheit, ist traurig darüber und frustriert über sich selbst, hat keinen rechten Mut zur Einkehr, weil er denkt: “Die sind doch eh alle wütend auf mich..” ?
Ach Quatsch, lieber Frühling, wir sind nicht böse auf dich! Nur leicht gesäuert. Und sei dir gewiss, du wirst sehnlich erwartet… trotz der Eskapaden die du dir geleistet hast… wir lechzen nach dir, brauchen deine Farben, deine Wärme, deinen milden Wind als Nahrung für Herz und Seele. … Frühling, lieber Frühling, bitte, komme doch bald!…

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"Blogger-Stoeckchen" und Awards and Persönliches14 Apr 2008 11:34 am

Uta hat mir ein Blogger-Stöckchen zugeworfen. Vielen Dank dafür! Ich habe es aufgehoben und versuche nun die gestellten Aufgaben zu erfüllen:

1. Setze einen Link zu der Person, die dir das Stöckchen zugeworfen hat.

- Hab ich im ersten Satz bereits erledigt;

2. Erwähne die dazugehörigen Regeln in deinem Blog:

- Wer das Stöckchen aufnimmt, braucht nur die Anweisungen 1-4 zu erfüllen; ;-)

3. Erzähle von dir sechs unwichtige Dinge / Gewohnheiten / Macken :

- Das ist schwierig, denn seiner eigenen Macken ist man sich meist nicht bewusst. Mal sehen, was mir da so einfällt…

(1) Wenn ich unsere Wohnung verlasse, balle ich mehrmals hintereinander die Hand zur Faust, in der ich den (das?) Schlüsselbund halte. Erst wenn mir mein Hirn eindeutig meldet: “Ja, du hast die Schlüssel in der Hand!” - erst dann schließe ich die Wohnungstür. Kaum auf der Treppe, stoppe ich dann kurz im Schritt, um noch mal nachzusehen, ob die Schlüssel auch wirklich in meiner Hand sind…*Kopf schüttel* (Wahrscheinlich hab ich eine Schlüssel-Phobie, weil ich mich schon zweimal ausgesperrt habe )

(2) Jeden Abend bin ich spätestens um 23 Uhr zum Umfallen müde. Anstatt ins Bett zu gehen, sitze ich aber am PC, kämpfe mit zufallenden Augenlidern, spiele irgendwelche PC-Spielchen und halte mich eisern bis 24 Uhr wach - als hätte es mir jemand “verboten” schon vor Mitternacht schlafen zu gehen;

(3) Jedes Jahr bekomme ich im März vom Finanzamt die Formulare für meine Steuererklärung zugeschickt. Jedes Mal nehme ich mir dann vor, das möglichst schnell zu erledigen und nicht wieder bis Ende Mai, bis kurz vor, oder nach der Abgabefrist aufzuschieben. Jedes Jahr - hab ich ein dickes Problem mich dazu aufzuraffen. Dabei hab ich dem Finanzamt nicht viel an “Steuern zu erklären”, das Ding wäre an einem Vormittag erledigt, zeitmäßig gesehen. Aber mein Kopf erfindet immer wieder Ausreden, um dieses lästige Übel aufzuschieben;

(4) Immer wenn wir in Urlaub fahren, dann beginne ich erst am Tag vorher damit, die Kleidung zu bügeln, die wir mitnehmen möchten. Ich könnte das schon Tage vorher überwiegend erledigt haben, aber nein, ich hetze mich dann lieber einen Tag vor der Abreise damit ab und schimpfe rum, weil mir die Zeit davon läuft;

(5) Anstatt erst mal nur zuzuhören quatsche ist immer wieder dazwischen, einerlei ob im Gespräch zu zweit oder in der Runde. Das ärgert mich maßlos, dass ich das nicht in den Griff kriege. Aber, ich kann doch auch nix dafür, wenn es mich immer wieder so “überfällt”!…*seufz*

(6) Nach dem Mittagessen räume ich schnellstens den Esstisch ab, räume vielleicht die Spülmaschine noch ein, vielleicht auch nicht, bereite mir schnellstens einen Cappucino zu und dann ab - aufs Sofa. Denn die kleine Weisheit: “Nach dem Essen sollst du ruh´n …” - nehme ich sehr ernst und überhöre eisern die “…zu Hilfe, wie siehts denn hier aus!” - Rufe meiner Küche. (Den zweiten Teil dieses Satzes: “….oder tausend Schritte tun” - der entspricht nicht meinem Naturell, darum hab ich ihn kurzerhand aus meinem Vokabular gestrichen);

4. Reiche das Stöckchen an sechs andere Blogger weiter.

- Oh je, das ist ein Problem, denn einige der Blogger, die ich regelmäßig besuche, haben dieses Stöckchen schon.
Ich werfe dieses Stöckchen nun weiter an:

Susanne
Mina Losa
Yvonne
Sarah
Dodo
… ( und wer sonst noch mag)

Natürlich ist keiner gezwungen, es aufzuheben, nur wer Spaß dran und Zeit hat.

Allgemein11 Apr 2008 10:55 am

Vögel zirpen, hier und da leuchten schon bunte Blüten, Pollen fliegen, sanft die Sonne vom Himmel lacht; mir ist so `bleiern müde´ und frühlingshaft zumute… - Es surrt was in der Luft, sind es Fliegen, oder gar schon Bienen? …prächtig blühende Pflanzen, in Kübeln vor Hauseingängen, auf Terassen…Oh, Schreck, hab ich etwa den Sommeranfang verpasst? - Früh am Morgen, Nebelfelder, trüb und milchig, kahle Bäume am Wegrand, trostlos, trist; oh, wie ungemütlich kühl und feucht… wird´s schon wieder Herbst? - Schneeschaufel und Streusalz, mancherorts, an den Hauseingängen, griffbereit zum Kampf gegen Schnee und Eis…ja, ist denn noch immer Winter? Oder schon wieder?

Heizkörper an, ist sonst viel zu kalt…nein, so ist es zu warm, wieder abdrehen… dann wieder Thermostat ganz rauf, dann wieder runter… - Morgens und Abends für draußen die dicke Jacke, tagsüber reicht die dünnere aus. Meistens. Manchmal auch nicht. Manchmal ist die dünne Jacke zu dünn, oder die dicke zu dick, oder die dünne nicht dünn genug, oder die dicke nicht dick genug…
Frühling, Sommer, Herbst oder Winter - ja, was denn nun?
Ich kenn mich nicht mehr aus!

Der April, der April, der tut einfach, was er will - und macht seinem Namen derzeit alle Ehre.
Stöhn.

Allgemein07 Apr 2008 09:42 am

Mein letzter Text im Weblog ist schon eine Woche alt. Erst eine Woche? Mir kommt es vor, als hätte ich hier ewig nichts geschrieben.
Die letzten sieben Tage waren angefüllt mit Arbeit, die Vorrang hatte, so mussten Bloggen und auch Haushaltsarbeit zurückstehen. Ich setzte andere Prioritäten, einerseits gezwungenermaßen, aber auch gerne. Und es hat gut getan, mal nicht, wie gewohnt, nach Lust und Laune zu schreiben, sondern diszipliniert, mit festem Rhythmus und klar definiertem Ziel.
Mein Tagesrhythmus lief in anderer Folge ab, als gewohnt und ich setzte mich mit anderen Gedanken, anderen Themen auseinander, wie sonst. Ich reduzierte das Surfen im Internet und Durchstreifen anderer Blogs auf ein kleines Mass, ganz darauf verzichten wollte ich nicht. Den Haushalt erledigte ich nur notdürftig, hier ein bißchen, da ein bißchen, nur was unbedingt getan werden musste.
Am Wochenende hab ich unsere Wohnung dann wieder einigermaßen auf Vordermann gebracht, ohne Hektik, ganz in Ruhe, mit einer neu entdeckten Gelassenheit.

Genauer betrachtet, war diese Zeit nicht angefüllt, sondern eher ausgefüllt. Ich fühlte mich ausgefüllt. Zwar auch gestresst, aber dies von der Sorte, die man “positiver Stress” nennt. Er hat mir gut getan.
…Und dies nur, weil ich über einen gewissen Zeitraum durchgehend diszipliniert geschrieben habe…?
Das gibt mir nun, rückblickend, zu denken. Mir wird klar, wie wichtig es für mich war, meine eingefahrenen Gleise mal zu verlassen. So bin ich zu neuen Einsichten gekommen. Denn der Gedanke, anstatt nur kurze Texte, auch längere Schreibprojekte durchziehen zu können, scheint mir auf einmal gar nicht mehr so fern. Eine neue, ungeahnte Energie ist erwacht.
Keine Ahnung, ob ich sie nutzen werde. Aber zu wissen, dass die Kraft dazu vorhanden wäre, ist ein gutes Gefühl.

Nun sitze ich hier und schreibe, fühle mich, als wäre ich wochenlang nicht hier gewesen, als wären nicht sieben Tage, sondern sieben Wochen vergangen. Faszinierend, fast mystisch, kommt es mir vor - wie sich das Zeitempfinden ändern kann, nur durch eine klitze Kleinigkeit, die sich “Disziplin” nennt…

Allgemein01 Apr 2008 01:20 pm

Ich kann kaum fassen, was in dem Brief steht, der mich soeben erreicht hat: Es ist eine Einladung zu Probeaufnahmen in einem Kölner Tonstudio!
Bestimmt haben die mich mit jemandem verwechselt…aber nein, da steht mein Name drauf. Und auch nicht mein Tauf-Vorname, sondern mein Ruf-Vorname, nämlich Wally. Die meinen tatsächlich mich…? Das gibts doch gar nicht. Und dann steht da noch. “…sind uns empfohlen worden von verschiedenen Zuhöreren, die bei ihrem Auftritt mit ihrer Amateurband in Herzogenrath anwesend waren…”
HÄ..?? Ich hab keine Band und hab auch seit meiner Kirchenchor-Zeit auf keiner Bühne mehr gestanden, und in Herzogenrath war ich noch nie.
Das ist eindeutig eine Verwechslung. Aber wie kommen die auf meinen Namen?
“…und würden uns freuen, sie am kommenden Freitag 14 Uhr zu Probeaufnahmen begrüßen zu können. Danach werden wir entscheiden, ob wir sie produzieren möchten, oder nicht.”
Die wollen mich produzieren, eine CD mit mir machen! …oh Schreck..Was mach ich denn nun?…
Hinfahren natürlich!!!
Oder?…
Nein, natürlich nicht….sorry…den Brief gibts natürlich nicht, ist nur ein April-Scherz von mir…*grins*(bitte nicht hauen!)

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