Januar 2008


"Unvollendete" and Allgemein28 Jan 2008 12:32 pm

Und sie warten und warten…

Matteo steht schon seit mehr als einem Jahr auf der Terasse seiner Penthauswohnung und weint -
so wie Susan seit etlichen Monaten gespannt vorm PC sitzt, neugierig darauf, wer wohl `Piano ´ist.
Und Kolja sitzt schon seit…hab vergessen, wie lange schon… im `Spider-Ship´ - nicht ahnend, warum der Rückflug von der Erde zum Mars so lange dauert…
…und während Orakel und Agirus in ihren Plänen, Max und Laura zusammenzubringen, noch keinen Schritt weiter gekommen sind,
verharren auch Tom und Benji immer noch im Schritt, um `Mister Oberschlau´ zu dem Todesfall im Mietshaus auszufragen.
…Und dann sind da auch noch Tonja und der Graf, die beide noch immer unter Schock stehen, weil sie sich verlobt haben, ohne es so recht zu wollen und sich fragen, was das Schicksal mit ihnen vorhat.
…Ganz zu schweigen von Anita, die immer noch in dem Glauben ist, ihr Chef wäre ebenso verliebt in sie, wie sie ihn ihn…die Ärmste.
…Und Hermann sitzt noch immer in der Kirche, obwohl Heilig Abend doch schon lange vorbei ist…und…

Ich mag gar nicht darüber nachdenken denken, wer sonst noch so alles auf mich wartet.
Ich komme, Leute! Bald. Nur noch ein wenig Geduld!
…Denn erst muss ich noch die Wäsche abhängen, die Waschmaschine neu befüllen und starten, das Badezimmer putzen und überhaupt, bald ist schon Mittag, muss gleich kochen, heute Nachmittag bin ich unterwegs, danach bin ich zu müde zum Schreiben, also wird das heute wohl leider nichts mehr mit meinem Besuch bei euch. Sorry.
Mal gucken.
Morgen, vielleicht.
Oder Übermorgen….oder…
Ich komme bestimmt bald mal wieder vorbei!
Versprochen
…seufz…

Allgemein24 Jan 2008 12:34 pm

Spieglein, Spieglein an der Wand…

`Der Spiegel sagt immer die Wahrheit´…will uns eine alte Weisheit erklären. Doch, woran erkennt man die Wahrheit?
Manchmal weiche ich beim Blick in den Spiegel erschrocken zurück und frage mich, wo all die grauen Haare auf einmal herkommen…. - Urplötzlich fühle ich mich steinalt. Eine Tönung muss her, unbedingt, denke ich, und kann mein Spiegelbild kaum ertragen. Nehme mir das Tönen für den nächsten Tag fest vor. - Am nächsten Tag aber, entdecke ich beim Blick in den Spiegel nur einzelne silbrige Fäden, sieht dezent aus, wie silbrige Strähnchen, gefällt mir, und sofort erscheint mir der Gedanke, meine Haare tönen zu müssen völlig absurd.

So geht das immer hin und her. Schon seit Wochen habe ich eine Tönung im Badezimmer stehen, hellbraun-mandel, und an den “grauen” Tagen nehme ich die Packung immer wieder unentschlossen in die Hand - soll ich, oder soll ich nicht? Ich lese den Packungstext rauf und runter, obwohl ich ihn schon auswendig kenne, zaudere, ringe mit mir und stelle das Päckchen dann mit “Mach ich morgen” wieder ungebraucht aufs Regal … Mit dem vagen Gedanken im Hinterkopf, dass ein sofortiges Tönen übereilt gehandelt sein könnte - denn möglicherweise ist das erschreckende Grau, wie so oft, am nächsten Tag wieder verschwunden und es zieren mein Haupt nur noch einzelne silbrige Fäden, die keinesfalls unbedingt abgetönt werden müssen, weil ich mit denen prima leben kann…

Sehe ich vielleicht nur das, was ich gerade sehen will? Oder spielen mir meine Augen einen Streich, lassen mich Dinge sehen, die nicht vorhanden sind - oder lassen mich nicht sehen, was tatsächlich da ist, oder…wie sieht denn nun die Wahrheit aus?

Auch gutgemeinte Ratschläge, die mir hin und wieder aus heiterem Himmel durch meinen Bekanntenkreis zuteil werden - geben mir keinen Aufschluss über dieses seltsame Phänomen, verunsichern mich eher noch mehr:
“Oh, du bist aber sehr grau geworden” , sagt die eine, und ihre Miene wechselt zwischen Ensetzen und Mitleid.
“Oh, wie schön, das aussieht, diese silbrig feinen Fäden, töne die nur nicht ab!”, rät mir die andere und betrachtet fasziniert, wie verzückt, meinen Haarschopf.
“Steh dazu, das leicht Angegraute steht dir gut!” rät mir die Dritte, mit fester Überzeugung in der Stimme. “Wenn es meine Haare wären, würde ich sie nicht tönen.”
“Eine Tönung würde dir bestimmt gut stehen” ,winkt die Vierte mit dem Zaunpfahl, und betrachtet mit einem “hätte ich schon längst getönt”- Blick meine Haarpracht.

Seltsam. Scheinbar sieht der eine dies, der andere eher das, so wie auch ich selbst mich an einem Tag stark grau, am nächsten nur leicht silbrig sehe. Oder sind es nur verschiedene Betrachtungsweisen? Oder hat es was mit Wahrnehmung zu tun, die an dem einem Tag `schärfer´ eingestellt ist, als am anderen?

“Blicke in den Spiegel, sieh der Wahrheit ins Gesicht” sagt man. Ja, das tue ich doch! Dumm nur, dass die Wahrheit tagtäglich ihr Gesicht wechselt. Wahrscheinlich ist mein Spiegel verwunschen, oder so was.
Vielleicht ist es auch an der Zeit … meinen alten Spiegel, durch einen neuen zu ersetzen?
…Um so länger ich darüber nachdenke, um so einleuchtender erscheint mir dieser Gedanke. Ja… dies könnte vielleicht des Rätsels Lösung sein…

Allgemein18 Jan 2008 10:51 am

Ansichtssache

Vor mir steht ein Glas, gefüllt mit Saft. Ursprünglich war es bis zum Rand gefüllt. Mittlerweile habe ich die Hälfte schon getrunken. Und so sehr ich auch versuche mich dagegen zu wehren, taucht nun doch wieder die nervende Frage auf: ist das Glas nun halb voll - oder ist es halb leer?

So oft habe ich mich schon mit dieser Frage beschäftigt und jedes Mal komme ich zu dem selben Schluß: Es ist Ansichtssache. Stimmungsabhängig. Wenn ich gut drauf bin zwinkert es mir bekräftigend zu: “Ich bin noch halb voll, hab noch Power!”. Bin ich aber in einem Stimmungstief dann flüstert es mir leidend zu: “Ich bin schon halb leer, es geht zu Ende mit mir…”
In welcher Stimmung bin ich heute?
Weiß nicht so genau.
Ich denke darüber nach - und genehmige mir noch einen Schluck.
Nun ist das Glas nur noch ein Viertel voll - oder dreiviertel leer?
Mein heute scheinbar mit Wattebäuschen gefülltes Hirn ist sich sicher: `Das Glas ist schon dreiviertel leer… gib´s auf Wally… die Gedanken schleichen immer zäher, die Finger tippen immer langsamer…. Dein `Saft´ neigt sich dem Ende zu. Gib dich geschlagen, für heute.´
Mein Bauch aber rebelliert. Er ist anderer Meinung. “Nicht aufgeben, sondern auffüllen!” meint er. “Denn alles was leer ist, kann man auch wieder auffüllen. Man muss es nur wollen!” - Da hat er wohl ein bißchen recht.

Stur wie ich bin, sage ich trotzig dem Glas den Kampf an. Und trinke es ratzeputz aus. So. Nun ist es leer. Und wenn ich möchte, kann ich es einfach wieder auffüllen. Basta. So einfach ist das!
Wenn ich möchte. Ich möchte aber nicht. Will jetzt keinen Saft mehr, hab genug getrunken. Bin voll des Saftes, sozusagen, fühle mich gekräftigt, körperlich und geistig….
Aha!…Also, um so leerer das Glas wird - umso mehr füllt sich die `Poweranzeige´für Körper und Geist auf?
So könnte man die Sache auch sehen. Ein neuer Aspekt. Äußerst positiv, finde ich. Aus diesem Blickwinkel gesehen, bringt ein halb leeres Glas also mehr Power, als ein halb volles Glas?…Hmh…
Ansichtssache. Sag ich doch.

Allgemein11 Jan 2008 01:25 pm

Katz und Maus…

….spielst du mit mir, du zuckersüße Muse. Erst lockst und kitzelst du mich so lange, bis ich voller Tatendrang die Finger auf die Tastatur lege … und jetzt, wo ich mit freudiger Erwartung hier sitze und loslegen will - da lässt du die Vorhänge herunter und versteckst dich!
“Dann such mich doch, dann such mich doch…” , höre ich dich vergnügt aus dem Hinterhalt rufen, und ich höre auch deutlich dein leises, ausgelassenes Kichern, während ich vergeblich nach dir suche. Du bist ein freches Ding, hast zur Zeit den Schalk im Nacken sitzen!
Schon seit Tagen spielst du mit mir Katz und Maus, hast dir eine rote Pappnase angezogen - und mir ein Narrenhütchen auf den Kopf gesetzt. … Nanu? Ist denn schon Karneval?
Mir ist gar nicht nach solchen Spielchen zumute! Und ich hab auch keine Zeit dazu. Denn ein großer Wäscheberg wartet auf mich, der schon ächzt und stöhnt unter seiner eigenen Last und gerne weggebügelt wäre … Aber wenn ich mich jetzt ans Bügelbrett stelle, dann kommst du sofort wieder hervorgekrochen und lockst mich, das weiß ich genau, denn mittlerweile kenne ich deine liebsten Gewohnheiten…

Was mach ich nun? Hier sitzen bleiben und warten?
Es hat wohl wenig Sinn, hier untätig zu verharren… so ganz ohne Grund auf den Bildschirm zu starren … nur steif und stur… mit den Fingern auf der Tastatur … zu warten auf deine inspirierenden Küsse …

…ich werd mich wohl doch zum Bügeln aufraffen müssen …
…seufz…

Allgemein09 Jan 2008 12:02 pm

Krieg der Welten

Von einer Sekunde zur anderen bin ich umzingelt von beißender, unangenehmer Helligkeit. Sie blendet mich, macht mich blind. Der Schreck fährt mir erstarrend in die Glieder. Ich brauche einen Moment, um mich in dieser ungeahnten Situation konzentriert zu orientieren.
Wie Ufos aus einer entfernten Galaxie rasen sie auf mich zu, weiße Lichter, die aus sämtlichen Richtungen auf mich einzustürmen scheinen. Dabei sind sie eigentlich nur hinter mir und neben mir. Und haben dennoch eine unheimliche Kraft, gebieterisch und kalt lächelnd allen Raum auszufüllen.
Furchterregend hell sind sie mir nah auf den Fersen, wenn ich in den Innenspiegel blicke. Ungeduldig, wie zum Angriff bereit, blenden sie mich, wenn ich es wage, einen Blick in den Außenspiegel oder auf die Gegenfahrbahn zu riskieren.
Bei dem Gedanken, dass ich bald zum Einordnen auf die linke Fahrspur wechseln muss, bricht mir der kalte Schweiß aus. Mein Herz beginnt ängstlich zu rasen.

Auch mein Sohn scheint sich nicht recht wohl zu fühlen. Regelrecht zusammengekauert verharrt er im Sitz neben mir, die linke Hand fest am Sitz, die rechte in den Haltegriff der Tür gekrallt. “Du fährst aber heute komisch, Mama..” , meint er mahnend.
Na danke, das hat mir gerade noch gefehlt! Ich weiß selbst, dass ich `komisch´ fahre, bin froh, dass die roten Rücklichter meines Vordermanns es mir zumindest möglich machen die Fahrbahn zu erahnen. Und das schwindende Vertrauen meines Sohnes in meine Fahrkünste verunsichert mich nur noch mehr. Ich erkläre ihm die Situation.
Er dreht neugierig seinen Kopf, um in den Innenspiegel zu blicken, zuckt sofort zurück. Und versteht. Schweigt. Krallt nun seine Hände noch fester an alles, was sich irgendwie als schützender Halt eignet.
Ich wappne mich innerlich, sage trotzig dem weißen, galaktischen Licht den Kampf an - und schwitze Blut und Wasser, als ich auf die linke Fahrspur wechseln muss.
Stelle dann überrascht fest, dass zumindest von der entgegen kommenden Autobahn her momentan nur “vertraute, warme Erden-Lichter” an mir vorbeirollen.
Ich nutze die Gunst der Sekunde für den nächsten Fahrbahnwechsel. Nochmal nach links… und lehne mich erleichtert zurück. Der `Schwarm der Ufos´ ist wohl urplötzlich in entfernte Galaxien abgetaucht. Denn um uns herum sind jetzt nur noch normale, angenehme Lichter.
Meinem Sohn entfleucht leise ein erleichtertes Aufatmen.
Unsere kleine Welt ist wieder in Ordnung, als wir an der Abfahrt `Rothe Erde´abbiegen, endlich runter von der Autobahn.

Hier auf der Landstraße ist unüblich viel Verkehr, für um diese Uhrzeit. Dichtes Gedrängel auf der dreispurigen Straße, was mich unter anderen Umständen ziemlich nerven würde - doch nach diesem Kampf der Galaxien auf der Autobahn, empfinde ich es fast schon entspannend, in dieser Blechkolonne nur langsam schleichend fahren zu können.
Hin und wieder säumen nun auch wieder grelle Ufo-Lichter unseren Weg, aber nur einige, wenige. Ich sehe ihnen gelassen lächelnd in die Augen, denn hier können sie mir keine Furcht einflößen. Sie haben ihre Gefährlichkeit vorübergehend verloren, sind vorerst schach-matt gesetzt - weil sie hier nicht rasen dürfen, sondern ebenso schleichen müssen, wie ich. Sie müssen sich anpassen, sich beugen, vor dem Gesetz dieser Straße… Ich kann es nicht verhindern, dass sich ein schadenfrohes Grinsen auf meinem Gesicht ausbreitet… Nun ja, ich bin ja auch nur ein Mensch.

Als wir vor der Schule ankommen habe ich mich von dem morgendlichen Schrecken fast wieder gänzlich erholt. Ich spüre deutlich, wie neu gewonnene Energie mich erfrischt… Oder ist es vielleicht eher Kampfbereitschaft, die mich vorsorglich durchströmt?…Denn nun bin ich mir der eventuellen Situation bewusst, die mich auf dem Rückweg auf der Autobahn erwarten könnte, bin ihr nicht mehr ungeahnt und urplötzlich ausgeliefert, sondern jetzt mit allen Sinnen dagegen gewappnet.
Mein Sohn hat sichtlich keine Lust auszusteigen. Kein Bock auf Berufsschule, verrät er mir. Er würde lieber zur Arbeit gehen. Der Lehrgang im Schweißen hat vor zwei Tagen begonnen, das macht ihm Spaß. Wir unterhalten uns noch ein paar Minütchen. Dann steigt er seufzend aus und macht sich auf den Weg in den unvermeidlichen Schulalltag.
Und ich mache mich auf den Weg zurück nach Hause.

Meine Hände trommeln ungeduldig auf dem Lenkrad und meine Füße jucken erwartungsvoll, als ich wieder auf die Autobahn auffahre. Ich bin nun mental bereit…zum nächsten Gefecht.

Allgemein07 Jan 2008 12:11 pm

Der Abschied naht

Gestern war der 6. Januar, das Fest der “Heiligen drei Könige”.
Heute ist der 7. Januar, der Tag nach dem Drei-Königs-Tag,
- der Tag, an dem ich alljährlich unseren (künstlichen) Weihnachtsbaum wieder abschmücke und zusammen mit all der anderen Weihnachtsdeko aus der Wohnung entferne, in Kisten verstaue und wieder in den Keller bringe.
Normalerweise ist das so.
Und eigentlich hätte ich schon längst mit dem Abräumen beginnen müssen.
- Wenn da nicht das Wörtchen eigentlich in meinem Kopf herumspuken würde…

Denn eigentlich bin ich noch nicht so weit, die weihnachtliche Zeit für mich persönlich abzuhaken. Zu sehr genieße ich noch die abendliche Lichter-Atmosphäre, den güldenen Schein des Kerzenleuchters ebenso, wie das festliche Glitzern des Weihnachtsbaumes, die sanfte Wärme, die mich behaglich einkuschelt. Abend für Abend…
Als meine Tochter gestern im Karnevalskostüm zu zwei Auftritten ihrer Tanzgruppe aufbrach, war dieser Anblick für mich wie eine Art “Kulturschock”. Denn er signalisierte mir eindeutig, dass - was das soziale, gesellige Leben betrifft - die Weihnachtszeit vorbei ist. Mir wurde wehmütig ums Herz.

In diesem Jahr fällt es mir besonders schwer, mich von der Weihnachtszeit zu verabschieden. Keine Ahnung, warum. Und ich bringe es heute einfach noch nicht übers Herz, die Weihnachtsdeko samt Baum wegzuräumen. Auch der Gedanke, dass unser Wohnzimmer wieder geräumiger sein wird, wenn der Baum weg ist, und ich dann wieder `auf normalem, geradem Wege´ das Fenster öffnen kann, ohne mich akrobatisch verrenken zu müssen… kann mich nicht zum Abräumen verlocken.
Ich möchte heute abend noch einmal den goldenen, festlichen, behaglich sanften Lichterschein genießen.
Und werde dann Morgen alles wegräumen.
Vielleicht…
…Seufz.

Allgemein03 Jan 2008 04:44 pm

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HERZLICH WILLKOMMEN

in 2008 !!