Oktober 2007


Allgemein29 Okt 2007 11:43 am

Es hat gefunkt, heut Nacht…

…ja, tatsächlich, es hat endlich gefunkt! Ich kann es noch gar nicht fassen. Es geschah heute Nacht, wie von selbst. Mystik pur.

Eigentlich hatte ich es schon von Samstag auf Sonntag Nacht erwartet und war dann ein wenig enttäuscht, weil es sich nicht einstellte. Hab den ganzen Sonntag darauf gehofft, dass der Funke doch noch überspringen würde. Und fühlte mich hilflos.. weil ich keinen Einfluß darauf habe, nichts dran `drehen` kann. Entweder es passiert, oder es passiert nicht.
Mir blieb nicht weiter übrig, als geduldig abzuwarten. So wurde es Abend, später Abend, aber alles blieb wie immer. Der entscheidende Funke ließ sich Zeit. Vielleicht würde er auch gar nicht überspringen. Mir sank der Mut.
Wie geht es nun weiter? - fragte ich mich, fühlte mich hilflos der Unwissenheit ausgesetzt, als ich mich schlafen legte.

Erbarmungslos, wie an jedem Werktag, weckte mich auch heute Morgen mein Handy. Doch ich stand nicht sofort auf, sondern blieb mit bangem Herzen reglos liegen.
Was würde ich nun vorfinden? Ich hatte Angst vor dem Moment, wenn der karge Lichtschimmer sein Antlitz erleuchten würde.
Sinnlos, es vor mir herzuschieben. Also raffte ich meinen Mut zusammen, drückte mit zittrigen Fingern auf den Lichtspender…
…und war fassunglos vor Freude.
Das Wunder war passiert.
Ja, es hat gefunkt, heut Nacht! Wie von Geisterhand hat sich meine kleine Funkuhr von selbst auf Winterzeit gestellt. Oh, welch Wunder der Technik..
Mystik pur.

Allgemein26 Okt 2007 11:16 am

Die Kinder der Schwestern

Als ich gestern die Post aus dem Briefkasten holte, hab ich mich sehr gefreut, wieder einen Brief der “Schwestern Maria” vorzufinden. Sie schreiben mir jedes Jahr um diese Zeit, mit der Bitte um eine kleine Spende, um ihren Kindern ein schönes Weihnachtsfest bescheren zu können. “Ihre Kinder”, das sind Kinder aus Elendsvierteln in Asien und Lateinamerika.

Schon seit über vierzig Jahren nehmen sich die Marien-Schwestern vor allem entwurzelten Slum-Kindern in übervölkerten Millionen-Städten an, versorgen sie mit Nahrung und Kleidung, geben ihnen ein Zuhause, sind bemüht ihnen die Familie zu ersetzen, die sie verloren haben oder auch niemals hatten. Mittlerweile haben die Schwestern mehr als 22000 Kinder zu versorgen. Eine schwere Bürde, die sie allein aus den Zuschüssen für ihr Hilfwerk nicht meistern können. Oft reichen die finanziellen Mittel noch nicht einmal für das Nötigste, so dass sie mit ihren Kindern “von der Hand in den Mund” leben müssen. Sie sind auf private Spenden angewiesen.

In dem Brief, den ich jedes Jahr um diese Zeit von Schwester Michaela Kim erhalte, geht es speziell um das Weihnachtsfest mit den Kindern. Es geht um den Wunsch der Schwestern, jedes ihrer Kinder zum Fest mit einem kleinen Geschenk erfreuen zu können, mit neuer Kleidung, vielleicht auch noch einem Buch…Dinge, die für unsere Kinder hier alltäglich und selbstverständlich sind - für diese Kinder aber sind sie eine besondere Freude. Um die Geschenke einkaufen zu können, benötigen die Schwestern etwa 16 Euro pro Kind, bei kleineren Kindern reichen auch 12 Euro aus.

Schon seit Jahren unterstütze ich sie, wenn mir möglich, gegen Jahresende mit einem kleinen Betrag. Bisher habe ich das alleine getan. Doch in diesem Jahr dachte ich mir: meine Kinder sind alt genug, um mit einem Scherflein aus ihrem Ersparten auch dazu beizutragen, einem der Kinder aus diesen Elendsvierteln eine Weihnachtsfreude zu bescheren. Und auf meine Frage diesbezüglich haben meine Kinder wie selbstverständlich zugestimmt. Das hat mich sehr gefreut.
So wird in diesem Jahr jeder von uns dreien Geld für je ein Geschenk spenden. Und ich hoffe sehr, dass am Ende alle der über 22000 Kinder der Schwestern Maria beim Weihnachtsfest ein kleines Geschenk in der Hand halten dürfen.

Allgemein24 Okt 2007 10:27 am

Der Schlendrian…

….hat Einzug gehalten in meinem Weblog. Der Oktober neigt sich nun schon dem Ende zu und die karge Bilanz meiner Texte erschreckt mich. Schon vierundzwanzig Tage alt ist der Oktober, ich hätte doch in diesem Monat locker zumindest zehn neue Texte geschrieben haben können!
Und wenn ich nun auf die letzten Wochen zurückblicke, dann sehe ich das Oktober-Kalenderblatt haltlos vor meinem geistigen Auge schweben - irgendwie leicht, leer und unausgefüllt sieht es aus, mit seinem überwiegend unbeschriebenem Papier, nur wenigen Einträgen… Das fühlt sich nicht gut an.

Wo war ich nur die letzten vierundzwanzig Tage?
War zwar jeden Tag im Blog, hab an jedem Werk-Tag mein selbstgesetztes “Schreibpensum” von mindestens 30 Zeilen erfüllt, wenn nicht in neuen Texten, dann eben in Kommentaren oder Mails oder Foreneinträgen…und ja, Texte überarbeitet habe ich zwischendurch auch. Es ist also nicht so, dass ich schreibfaul gewesen wäre, hab ja fast täglich “gearbeitet”.
… Alles Ausreden. Denn ich hätte auch neben dem noch Zeit gehabt, neue Texte zu schreiben. Hab aber die Zeit nicht genutzt. Sondern sie irgendwo verschwendet. Und mir fällt jetzt erst auf, dass ich diesen Monat noch keine einzige neue Geschichte geschrieben habe! - Das wurmt.

Mir scheint, ich muss mich irgendwie neu “strukturieren”.
…Ab November. Nehme ich mir fest vor…

Allgemein22 Okt 2007 11:10 am

Mein Atem

Einatmen, ausatmen…eine völlig normale Angelegenheit, über die ich mir früher nie Gedanken gemacht habe. Erst seit ich, mehr oder weniger, täglich an der Fernseh-Gymnastik teilnehme, ist Atmen für mich zu einem prägnanten Thema geworden. Denn die sagen da immer, dass man beim Einatmen den Bauch aufplustern und beim Ausatmen wieder einziehen soll. Und ich habe festgestellt - dass ich das genau anders herum mache… Oh, Schreck, ich bin sechsundvierzig Jahre alt und habe mein Leben lang falsch geatmet!

Gott sei Dank lebe ich trotzdem noch, ganz so schlimm scheint dieses verkehrt herum Atmen dann wohl doch nicht zu sein. Doch vielleicht war es der Grund dafür, warum die Geburten meiner beiden Kinder für mich so anstrengend waren? Okay, Geburten sind immer anstrengend, aber ich kann mich noch gut daran erinnern, dass mein größtes Problem darin bestand, die Atemübungen nachzumachen, die mir die Hebammen voratmeten. “Sie müssen die Wehen überatmen, dann ist es leichter”, versuchten sie mir jedes Mal zu helfen. Aber umso mehr ich mich aufs Atmen konzentrierte, umso mehr verkrampfte ich mich, umso stärker wurden die Schmerzen. Bis mir irgendwann der Geduldsfaden riss. Und ich nur noch schrie und das Atmen völlig außer Acht ließ… Wenn man es genau nimmt, dann habe ich meine beiden Kinder “auf die Welt geschrieen”…(was vielleicht ein Grund dafür sein könnte, dass sie heute manchmal “taub auf beiden Ohren sind”, wenn ich was von ihnen will…)

Auf jeden Fall versuche ich nun seit geraumer Zeit bewusster ein- und auszuatmen, so, wie es in der Gymnastik immer erklärt wird. Und das ist Schwerstarbeit für mich. Einerseits spüre ich zwar, dass es mir manchmal gut tut “richtig” zu atmen, andererseits aber verfalle ich gerne wieder schnell in mein lebenslang unbewusst ausgeführtes Atemmuster zurück. Wahrscheinlich, weil es nicht so beschwerlich für mich ist.
Und nun stelle ich mir die Frage: wie wichtig ist bewusstes Atmen für die Gesundheit? Löst “falsches” Atmen vielleicht sogar so manches gesundheitsbeeinträchtigende Problem aus, das durch `Atmen nach dem Lehrbuch´ gar nicht erst entstanden wäre?

…Aber dennoch werde ich das Gefühl nicht los, dass das Atmen eine größere Bedeutung hat, als nur die, uns durch “gezielte” Sauerstoffzufuhr am Leben zu erhalten. Atmen ist mehr, als nur eine Körperfunktion, sagt mir mein Bauchgefühl…

Allgemein17 Okt 2007 10:30 am

…Wenn mir diese seltene Frage gestellt wird, dann bin ich im Moment erst einmal sprachlos und fühle mich wie nach einem Wolkenbruch aus heiterem Himmel. So, wie von jetzt auf gleich mit einer Ladung Wasser übergossen. Überrascht und aufgerüttelt. Erstaunt. Weil ich spontan keine Antwort parat habe. Tja… was schreib ich denn so?…Alles Mögliche, würde ich sagen. - Eine unbefriedigende Antwort, die die Frage nicht nur weiterhin im Raum schweben lässt, sondern sie durch neu aufkommende Fragezeichen noch verstärkt.

Was bedeutet: “alles Mögliche”? Alles was mit Worten möglich ist. Fast alles. Verschiedene Textarten, selbst Erlebtes ebenso wie Kurzgeschichten, Erzählungen in unterschiedlichen Genres, bevorzugt Alltags- und Liebesgeschichten. Sachtexte schreibe ich auch gerne. Aber mittlerweile eher selten, seit ich mein Sach-Schreibstudium abgeschlossen habe.
Wenn mir der Sinn nach Fantastereien steht, wandele ich auch gerne mal schreiberisch in den geheimnisvollen Sphären der Science-Fiction-Welt. So wie Wut und Ärgernisse im Alltag in mir spontane Ideen für Krimis entfachen - die ich aber meist nicht in Texte umsetze, weil es mir schwer fällt über Mord- und Totschlag zu schreiben.
Im Bereich Kinderliteratur habe ich mich bisher nur wenig bewegt. Es ist schwierig, einfach gestrickte Geschichten zu formulieren, so, dass sie für Kinder gut verständlich sind.
Eigene Gedichte verfasse ich nicht, lese lieber die von anderen.

Überwiegend sind meine Texte spontaner Art. Gedanken, die im Kopf rum spuken, zu Papier gebracht. Meist ungeplant. So wie jetzt. Denn eigentlich wollte ich ganz was anderes schreiben:…Als ich heute Morgen meinen Sohn zur Berufsschule fuhr, saugte mein Hirn eine Menge ungeahnter Eindrücke auf, während der Fahrt hin und zurück über die Autobahn. Und kaum wieder zu Hause angekommen, fuhr ich schnellstens den PC hoch, um sofort alles aufzuschreiben, bevor mir diese Gedanken wieder entfleuchen…
Und schrieb dann was völlig anderes, nämlich diesen Text hier. So ergeht es mir oft, dass nicht das aus meiner Feder fließt, was mein Kopf vorher sorgfältig ausgetüftelt hatte.

“Was schreibst du denn so?”…Hmh…Alles, was von mir geschrieben werden will, ist vielleicht die passendste Antwort.

Allgemein11 Okt 2007 12:48 pm

“Check up”

Ich fühle mich nicht wohl. Mein Kopf ist wie mit Watte gefüllt, mir ist abwechselnd kalt und warm. Am liebsten würde ich mir Stöpsel in die Ohren stecken, um nichts mehr hören zu müssen, und möchte nichts mehr sehen, außer einem Buch vor meinen Augen und nichts mehr fühlen, außer dem Sofa unter mir und der Decke um mich herum. Ich glaube, ich habe mich erkältet.
Höchste Zeit, um meine kleine Hausapotheke unter die Lupe zu nehmen und den Vorrat an Medikamenten abzuchecken.

Auweia, was sich da so alles tummelt, in dem kleinen Körbchen! Hab nämlich keinen Medizinschrank, sondern nur ein “Medizin-Körbchen” und das steht in einem ganz normalen Schrank. Zusammen mit allerlei pflanzlichen Heilmitteln sowie Vitamin-Präparaten und Diätpulver-Dosen, die schon “anno Tobak” sind, schon längst vom Datum her abgelaufen. Mittelchen eben, die ich irgendwann einmal in einem plötzlichen Anfall von Gesundheitswahn gekauft und dann doch nicht eingenommen hatte.
Und das Medizinkörbchen quillt auch vollends über, vor Medikamenten, die kein Mensch mehr braucht. Codeinsaft gegen Husten, z.B., den musste meine Tochter mal einnehmen. Hat sie aber nicht vertragen, bekam Durchfall von dem Zeug, seitdem steht er im Schrank. Magentabletten, schon seit zwei Jahren abgelaufen, sind auch nicht mehr verwertbar. Antiseptische Wundheilsalbe, noch ungebraucht, ebenfalls seit zwei Jahren abgelaufen. Für wen und was hatte ich die gekauft? Keine Ahnung. Mehrere angebrochene Tuben mit Salbe für Rückenbeschwerden liegen auch noch rum. Immer wieder eine neue ausprobiert. Doch im Grunde bringen alle nur dasselbe: momentane Linderung, weiter nix.

Völlig unnötig ist es, dieses Sammelsurium im Schrank, nimmt nur Platz weg. Denn eigentlich brauchen wir nur ein einziges Schmerzmittel, nämlich Paracetamol, weil wir das alle drei gut vertragen können und zudem nur noch Allergietabletten und Nasenspray. Und Nieren- und Blasentee, für mich. Für den Fall der Fälle ist es immer gut, ihn vorrätig zu haben. Das Glas ist fast leer, ich muss ein neues kaufen. Aber ansonsten sind wir mit dem Nötigsten ausreichend gerüstet. Mehr, als diese paar Medikamente brauchen wir nicht. Hustensaft, für mein Töchterlein, kaufe ich erst dann, wenn es sein muss. Und für die kleinen Wunden des Alltags hab ich meine Aloe-Cremes, die sämtliche Hautverletzungen wundersam schnell abheilen, dafür brauche ich keine Chemie-Keulen.
`Vomacur´- `bei Schwindel, Übelkeit und Erbrechen´, fällt mir in die Augen. Diese Tabletten sollte ich mal wegen Übelkeit einnehmen… hab ich aber nicht gemacht, weil mir nach einem Blick auf die Nebenwirkungen noch übeliger war, als vorher. Die Packung ist noch haltbar bis 2010. Sie wird also noch drei Jahre lang unser Hausgast sein - obwohl sie nicht angebrochen werden wird. Denn dummerweise kann ich nichts wegwerfen, was “noch gut ist”. So wie ich auch keine verkümmerten Pflanzen entsorgen kann, solange noch ein grünes Blättchen daran zu erahnen ist.
Wobei die Entsorgung von Pflanzen ziemlich einfach ist, denn die steckt man in die Bio-Tonne, und fertig. Aber wie entsorgt man Medikamente? Meines Wissens dürfen die nicht in den Hausmüll. Vielleicht muss man die zum Schadstoffmobil bringen? Ich werde mich erkundigen müssen.
…Irgendwann. Wenn ich mich mal dazu durchringen kann, diesen `Gesundheitsschrank´ auszumisten. Heute nicht. Ein ander Mal… Denn heute ist Couch-Tag, habe ich soeben beschlossen.

Allgemein08 Okt 2007 12:37 pm

Wenn die Muse mich küsst…

…hab ich seltsamer Weise nie Gelegenheit, mich schnell zum Schreiben hinzusetzen und die Gunst des Augenblicks zu nutzen. So erging es mir auch gestern wieder, als mein Hirn urplötzlich anfing zu rasen, mir herrliche Bilder und dazu passende wohl geformte Sätze zusandte. Blöd nur, dass ich gerade das Mittagessen zubereitete und mich nicht vom Herd entfernen konnte. `Dann schreibe ich es eben nach dem Essen auf´,tröstete ich mich.

Doch nach dem Essen war ich müd und matt, außerdem lockte mich der Sonnenschein auf den Balkon, kaum eine Chance, ihm zu widerstehen. Und wer weiß, wie lange es heute so schön draußen bleibt, dachte ich mir, also erst mal ein wenig in der Sonne relaxen, schreiben kann ich später noch.
Mit einem Buch und einer Tasse voll mit köstlich duftendem Cappucino bewaffnet, ließ ich mich also entspannt auf meinem Balkonstuhl nieder, in freudiger Erwartung eines entspannenden Sonntagnachmittags.

Doch nichts davon. Denn aus dem Mietshaus hinter uns schallte plötzlich laute Musik über den Innenhof zu mir herüber, hämmerte in meinen Ohren, unaufhaltsam, und machte genüssliches Lesen unmöglich. Mein Groll auf diese sonntägliche Ruhestörung wuchs stetig, nach zehn Minuten waren meine Nerven wie kurz vorm Zerreißen gespannt… Doch scheinbar hatte der Lärm meine Muse wieder hervorgelockt. Denn vor meinem geistigen Auge spulte sich auf einmal ein Krimi ab - … ein Mann stellte die Musikanlage laut, damit keiner der Nachbarn die Schreie seiner Frau hören konnte, während er sie umbrachte, seine Hände hatten sich schon würgend um ihren Hals geschlossen und…
Eigentlich hätte ich aufspringen müssen, um die Idee sofort niederzuschreiben. Aber der PC war mittlerweile beschlagnahmt, von meinem Sohn. Und der würde nicht von jetzt auf gleich weichen, nur weil seine Mutter “von der Muse geküsst” wurde.
Also wandte ich mich wieder dem Buch zu und versuchte, mich über die Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht zu freuen.

Und erschrak zutiefst, als urplötzlich irgendein Flügeltier auf meiner Brust landete. Spontan hob ich die Hand, um es schnellstens von meinem Körper zu befördern, als ich, wie verzaubert, inne hielt. Ich konnte nicht fassen, was ich da sah. Blieb reglos sitzen, aus Angst das kleine Tier mit einer Bewegung zu verscheuchen und beobachtete ehrfürchtig dieses kleine Wunder der Natur, wie es sich mit seinem klitzekleinen, roten, schwarz bepunkteten Körper mühsam auf meinem Busen fortbewegte. Ein Marienkäfer im Oktober!…?
Behutsam legte ich einen Finger vor das Tierchen und wartete ab, bis es hinauf gekrabbelt war. Wie ein zartes Streicheln fühlte sich sein Krabbeln an. Mir wurde ganz warm ums Herz. Dann spreizte es seine Flügel und hob mit einem Ruck ab und flog davon…
…Wo er nun wohl hinfliegen würde? Wo setzte er sich das nächste Mal nieder? Auf einer Blume vielleicht oder auf dem Arm eines Menschen? Was dieses Käferlein wohl so alles erlebte, auf seinem Flug?….
Schon wieder Stoff für eine Geschichte! Das dritte Mal für heute. Unruhe erfasste mich, hektisch packte ich meinen Kram zusammen und ging eilenden Schrittes hinein ins Wohnzimmer. Begierig all das aufzuschreiben, was mir die Muse an diesem Tag an Ideen geschenkt hatte.
Pech gehabt. PC noch immer besetzt. Und die große Anzahl der geöffneten Chatfenster ließ eindeutig darauf schließen, dass mein Sohn eine längere Sitzung am Computer abhalten würde. Ein Seufzen entfleuchte meiner Kehle.

Und wieder einmal fragte ich mich, warum die Muse mich immer gerade dann küsst, wenn ich keine Gelegenheit zum Schreiben habe?… Vielleicht liegt ja irgendein Sinn darin. Wer weiß.

Allgemein02 Okt 2007 03:43 pm

Tristesse

Trist und trüb siecht er vor sich dahin, der heutige Tag. Alles Leben ist in eine erdrückende, staubig graue Decke eingehüllt, die jegliche Hoffnung auf ein Stückchen blauen Himmel und herbstlich zarte Sonnenstrahlen im Keim erstickt.

Die trostlose Stimmung zieht von draußen nach drinnen und legt sich auf mein Gemüt. Die Worte wollen heute nicht aus meiner Feder fließen, so als wären sie ebenfalls von einer staubigen Decke eingehüllt, ohne Aussicht ins Helle und Klare zu gelangen.
Auch in meinem nahen Umfeld spiegelt sich diese Tristesse wider: Nur weil ich mir am Wochenende ein konsequentes `haushaltsfrei´ gegönnt hatte - versinkt die Wohnung nun wieder mal im Chaos. Und wie sich in so wenigen Tagen so unendlich viel Staub ansammeln kann, das wird mir wohl auf ewig ein Rätsel bleiben.
Ich begebe mich resignierend in mein Schicksal, lege Hand an und bewege mich säubernd durch die Räume, wie ein Pflug, der alles umgräbt, was ihm vor die Füße kommt. Nach zwei Stunden hat sauber blinkende Ordnung das Chaos vernichtet. Richtig gemütlich ist es nun wieder hier, zum Wohlfühlen.

Draußen ist es es noch immer trist und trüb. Doch zumindest hier drinnen ist nun wieder ein `Stück vom blauen Himmel´ zu sehen, scheint wieder die Sonne… Und nun fließen auch die Worte wieder…