Juli 2007
Monatsarchiv
Allgemein31 Jul 2007 10:49 am
In zwei Wochen Urlaub habe ich eine Menge neuer Eindrücke gewonnen. Mein Kopf stand nicht still, entwickelte wie im Turbo Ideen für neue Geschichten, notierte alltägliche Gedanken, führte sie bis ins Unendliche aus, sogar eine Idee für den Kurzkrimi-Wettbewerb blitzte auf einmal auf, obwohl ich den Gedanken an eine Teilnahme, mangels zündendem Plot, schon aufgegeben hatte.
Zwei Wochen lang sprudelte mein Hirn wie ein unaufhörlicher Springbrunnen vor Ideenreichtum und Motivation fürs Schreiben. Doch schriftlich festgehalten habe ich - nichts.
Mein Laptop stand ungenutzt und fest verpackt in seiner Tasche, immer in Sichtweite, wartete anfangs geduldig, stöhnte dann genervt vor sich hin, wenn ich es unentschlossen ansah und den Blick gleich wieder abwandte, als wenn ich weiß Gott was für wichtige Dinge erst noch erledigen müsste. In der zweiten Woche fühlte ich mich von seinem wütenden Blick auf Schritt und Tritt dermaßen verfolgt, dass ich mich genötigt sah, die Tasche aus meinem Blickwinkel hinaus in eine abgelegene, dunkle Ecke zu transportieren.
So landete mein Laptop schmollend unterm Tisch in unserem Schlafzimmer. Und wurde erst zur Abreise wieder dort hervorgeholt.
Als ich es, zu Hause angekommen, wieder an seinen Platz stellte war mir so, als brenne der Tragetriff der Tasche glühend heiß - vor Zorn? - ein Brandzeichen in die Innenfläche meiner Hand. Ein Mahnmal für: Zeit gehabt, aber nicht genützt, selber schuld, mein Liebes-Romänchen könnte anstatt den bisher siebzehn mageren Seiten schon auf das Doppelte angewachsen sein, Entwürfe für Kurz- und Kürzestgeschichten bräuchten nur noch überarbeitet zu werden und hätten mein Weblog nun mit allerlei neuen Texten schmücken können. Chance vertan - Zeit verpennt.
Zum Glück ist die `Datenablage´ meines Hirns sicherer, als es die beste Festplatte eines Pcs sein könnte. So ist kein Gedanke verloren, sondern nur irgendwo verbuddelt. Es wird Zeit, Geduld und Schweiß erfordern, alle Ideen wieder auszugraben und zu verwirklichen. Das hätte ich einfacher haben können. Wenn ich es sofort aufgeschrieben hätte. Zeit war genug vorhanden. Motivation auch… Warum ich dennoch die ausreichende Gelegenheit zum Schreiben ungenutzt habe verstreichen lassen, das ist mir ein Rätsel.
Allgemein15 Jul 2007 06:58 pm
Endlich Ferien!
Die Koffer sind gepackt, stehen abmarschbereit im Flur. Voll gestopft mit Kleidung für warme und kühle Tage. Der `Krimskrams´ drumherum, den wir jedes Mal mit in die Ferien schleppen - Laptop, Badetasche, Akku fürs Handy etc. - ist auch überwiegend schon eingetütet.
Vielleicht haben wir Glück und das warme Wetter von diesem Wochenende hält die nächsten zwei Wochen an. Wenn nicht, na ja, dann ist das auch kein Problem. Hauptsache wir genießen unseren `Tapetenwechsel´. Und für gute Erholung wird die gesunde, frische “Hunsrück-Höhen und Mosel-Luft” schon sorgen.
Morgen vormittag geht es los.
Da diese Ferien gleichzeitig auch eine internetfreie Zeit für mich bedeuten, wird es hier in meinem Weblog nun zwei Wochen lang keine neuen Texte/Beiträge von mir geben. Ich hoffe sehr, dass ihr mir dennoch als Leser treu bleibt.
Tja, also dann:
…Bin dann mal weg…
Sachtexte and Allgemein12 Jul 2007 01:40 pm
Manchmal helfe ich Emily in ihrem kleinen Lokal. Dort ist eine Menge los. Manche Kunden haben kein Fünkchen Geduld und kriegen schnell hochrote Gesichter vor Zorn, wenn sie nicht sofort bedient werden. Diese ungeduldigen Zeitgenossen geben auch meist kein Trinkgeld. Da sind mir die lächelnden Japaner lieber. Die bringen mehr Zeit mit, wenn sie zum Essen kommen und geben großzügig Trinkgeld, wenn man sich schnell um sie kümmert. Und selbst wenn sie ein klein wenig warten müssen lassen sie noch einen Obulus fürs Personal springen.
Oft geht es in Emiliys Lokal sehr hektisch zu, denn sie hat nur wenig Platz. Darum muss ich immer schnell den Tisch abräumen und sauber machen, wenn Gäste gegangen sind, denn dort herrscht reger Betrieb und wenn neue Besucher kommen und keinen der vier Tische frei und gleichzeitig sauber vorfinden - dann ziehen sie schnellstens wieder ab! Und Emily braucht das Geld dringend. Also versuche ich alles reibungslos am Laufen zu halten. Was mir nicht immer gelingt:
Denn auch vorne an der Theke stehen oft Kunden und bestellen Essen zum Mitnehmen. Die bediene ich bevorzugt, denn die sind schneller abgefertigt, als die Gäste an den Tischen und geben auch mehr Trinkgeld.
Kritisch wird es immer dann, wenn einer Bananenmilch haben will! Oh je, das gibt meistens wütende Gesichter, denn der blöde Mixer braucht ziemlich lange, bis er das fertige Getränk ausgibt. Darum kriege ich von denen, die Bananenmilch bestellen meist kein Trinkgeld, sondern nur ein entrüstetes, beleidigtes Gesicht zum Abschied.
Ganz brisant wird die Situation für mich, wenn Kunden an der Theke bestellt haben und sich “Tischgäste” hinter ihnen anstellen, um zu bezahlen. Das kriege ich manchmal nicht schnell genug alles auf die Reihe und hat zur Folge, dass manche Gäste, ohne zu bezahlen, wutentbrannt das Lokal verlassen.
…Und wenn ich am Ende des Tages nicht die geforderten Mindesteinnahmen eingenommen habe, dann muss ich mir anhören: “Du hast das Tagesziel nicht erreicht!” Dann bin ich immer sehr zerknirscht. Und nehme mir vor, es beim nächsten Mal besser zu machen.
Und wenn dann die Frage kommt: “Willst du den Tag noch einmal neu starten?” - dann klicke ich selbstverständlich auf “Ja”. Und versuche dieses Level erneut. Denn so schnell lasse ich mich nicht unterkriegen!
…Delicious…gibt es als Online-Spiel auf zylom.de. Und ist immer wieder aufs Neue eine spannende Herausforderung…
Allgemein04 Jul 2007 04:32 pm
Mein Kopf, mein Kopf, mein armer Kopf! Tagelang schon brummt und schmerzt er fast ohne Unterlass. Schuld daran sind die Straßenbauarbeiten, die vor einer Woche in unserer Straße eingesetzt haben. Besonders schlimm waren die letzten beiden Tage, an denen sich die Arbeiter mit ihren laut dröhnenden Maschinen überwiegend vor unserer Haustür aufgehalten haben. Gezwungenermaßen musste ich mein mit sperangelweit geöffneten Fenstern gewohntes, morgendliches Wohnunglüften wegen nicht auszuhaltenden Lärms auf den späten Nachmittag, bis zum Feierabend der Strassenarbeiter, verschieben. Die Folge war, dass mein armer Kopf sich nicht nur über den stetig hohen Lärmpegel, sondern auch vehement über akuten Sauerstoffmangel beschwerte.
Heute ging es dann noch einmal richtig zur Sache. Der Bauschacht wurde wieder aufgefüllt, geebnet und säuberlich zugeteert, die Absperrungen um Bürgersteig und Baustelle überwiegend schon entfernt.
Nun kehrt wieder mehr Ruhe ein, zumindest in unserer unmittelbaren Umgebung.
Der Lärm und Staub war natürlich unumgänglich, das konnten die Arbeiter nun mal nicht verhindern. Und ich zolle dieser Straßenbau-Kolonne großen Respekt: ich bin schwer beeindruckt, wie zügig sie arbeiten und mit verantwortungsbewussten Mienen bemüht sind, die Unannehmlichkeiten für die Anwohner möglichst gering zu halten. Selbst im strömenden Regen zeigt sich keinerlei Anschein von Missmut auf ihren Gesichtern, sondern pure Konzentration. Manchmal sogar ein Lächeln.
Sie sind sich nicht zu schade für Lärm-, Staub- und oftmals harte Drecksarbeit. Sie stehen felsenfest hinter ihrem Beruf und üben ihn sichtlich gerne aus. Das macht Hoffnung. Denn solange es noch solche Menschen gibt - ist Deutschland nicht verloren…