In einer Zeit, in der
das Dunkel mit dem Licht
einen Entscheidungskampf ausficht,
ist es förderlicher
ein kleines Licht anzuzünden,
als auf die Dunkelheit zu schimpfen.
(Reiner Schmid)
In einer Zeit, in der
das Dunkel mit dem Licht
einen Entscheidungskampf ausficht,
ist es förderlicher
ein kleines Licht anzuzünden,
als auf die Dunkelheit zu schimpfen.
(Reiner Schmid)
Reif sein heißt,
in einer Isolierung leben,
die sich selbst genügt.
( Cesare Pavese )
” Mancher will fliegen,
eh´er Federn hat… ”
(Sprichwort)
Durch die Einführung einer Chipkarte zur Alterskontrolle ist der Umsatz von Tabakprodukten durch Zigarettenautomaten drastisch zurückgegangen. Von 40-50% Umsatzeinbruch bisher ist die Rede und auch für das Gesamtjahr wird mit einem Umsatzminus gerechnet. Stand heute in der Zeitung.
Die Umsatzeinbußen sind mit Sicherheit nicht nur darauf zurückzuführen, dass Jugendliche unter 16 Jahren sich keine Zigaretten am Automaten mehr besorgen können, sondern rühren auch daher, dass es vielen Erwachsenen zu umständlich ist, nur mit Chipkarte Zigaretten ziehen zu können. Da geht man besser gleich zur Tankstelle oder denkt beizeiten daran, sich Vorrat aus dem Supermarkt mitzubringen. Und wer denkt, dass durch die Einführung dieser Karte der Zigarettenkonsum der unter 16jährigen zurückgeht, der irrt. Denn diese Jugendlichen sind nicht auf die Automaten angewiesen, sie besorgen sich ihre Zigaretten eben anderswo. Und zudem wird ihnen die Lust aufs Rauchen nicht vermiest, sondern möglicherweise eher gefördert, nach dem Motto: “Jetzt erst recht.”
Diese ganze Aktion war von vornherein unsinnig, meiner Meinung nach. Anstatt weniger rauchende Jugendliche wird sie mehr Arbeitslose hervorbringen. Denn wenn der Umsatz dauerhaft ein Minus verzeichnet, dann sind die Automatenfirmen gezwungen Arbeitskräfte zu entlassen, um den Verlust wieder auszugleichen und so die Existenz ihrer Firmen erhalten zu können.
Anstatt die Jugendlichen durch diese Aktion in ihrer Handlungsfreiheit einzuschränken - was eher ihren Trotz fördert, als Einsehen bringt - wäre es besser gewesen an ihre Vernunft zu appellieren, ihnen mehr Selbstverantwortung zu übertragen, ihnen klar zu machen, dass sie selbst verantwortlich sind für die Folgen, die sich aus ihrem Entschluss zu Rauchen eventuell ergeben könnten. Aufklären - anstatt verbieten.
Ich hörte ihn pfeifen, hörte wie er sich wütend an den Rolladen zu schaffen machte, so als wollte er sich Eintritt in unsere Wohnung verschaffen. Dann ließ er von uns ab und suchte sich ein neues Ziel, zerriss des Nachbarn Gartenzaun. “Was ein Glück, das wir hier nicht so Papp-Häuser haben, wie die Leute in Amerika”, meinte mein Sohn, “sonst wären wir bestimmt weggeflogen”. Ja, was für ein Glück - was ein Glück, das uns nichts passiert ist. Andere hatten dieses Glück nicht. Der Orkan hat getobt, zerstört, getötet. Hat seine Macht gezeigt und uns das Fürchten gelehrt.
Ich musste an all die Tsunami-Opfer denken, wie schrecklich diese Bilder waren, die das Fernsehen uns damals über die Flutwelle zeigte. Wie schrecklich - aber das Geschehen war weit von uns weg. Doch als der Orkan “Kyrill” tobte, da fand der Schrecken nicht irgendwo entfernt statt, nein, er war ganz nah. Tobte vor der Haustür. Die Bibel kam mir in den Sinn. Die Sintflut….
Gegen Naturgewalten hat der Mensch keine Chance. Man kann nur hoffen, dass man sie möglichst unbeschadet überlebt. Wie schrecklich, dieses Gefühl, machtlos ausgeliefert zu sein.
Leben
kann man nur vorwärts,
das Leben verstehen
nur rückwärts.
( Soren Kierkegaard )
Ich habe beschlossen an einem Kurzkrimi-Schreibwettbewerb teilzunehmen. Mein Entwurf fasst mittlerweile schon neun Seiten, die Spur ist gefunden, es geht mit Riesenschritten auf den Showdown zu. Mit dem vorgegebenen Höchstumfang von zehn Seiten werde ich also nicht hinkommen, denn der Verbrecher muss ja noch dingfest gemacht werden. Ich werde noch kräftig überarbeiten und kürzen müssen, um die Wettbewerbsbedingungen einhalten zu können. Wäre alles kein Problem, wenn ich tagsüber an dem Krimi schreiben würde, anstatt erst am späten Abend anzufangen und bis in die Nacht vorm PC zu sitzen.
“Normale” Leute gehen ins Bett, wenn sie müde sind. Vor allem dann, wenn es schon bald Mitternacht ist und sie morgens um sieben Uhr aus den Federn müssen. Normale Leute sind vernünftig und schreiben tagsüber oder nutzen den Abend dazu. Ich bin nicht vernünftig. Keine Ahnung warum. Ich könnte durchaus vormittags zwei Stunden an meinem Krimi arbeiten, nachmittags auch noch eine Stunde, und abends von zehn bis zwölf Uhr. Das wären dann summasumarum: fünf ganze Stunden! In dieser Zeit kann man eine Menge Blätter vollschreiben. Wenn man denn so vernünftig ist und diese Zeit auch zum Schreiben nützt, anstatt dem inneren Schlendrian, der “Hab-jetzt-kein-Bock” signalisiert, seinen Willen zu lassen.
So wie gestern Abend…
Anstatt zu schreiben, habe ich gelesen und anschließend im Internet gesurft. Gegen Mitternacht fielen mir die Augen zu. Höchste Zeit, ins Bett zu gehen, dachte ich und schaltete rigoros den PC aus. Dann fiel mein Blick auf mein altes Laptop, dass zur Zeit meinen noch nicht fertig gestellten Krimi-Entwurf beherbergt. Und mein Gewissen schlug Alarm. Mein Kopf meinte: “Nee, heute nicht mehr, du bist viel zu müde, dann fällt dir eh nichts Gescheites ein.” Mein Gewissen aber drängelte: “Nun guck wenigstens mal drüber, ein mal durchlesen und Fehler verbessern kriegst du ja wohl noch hin!” Seufzend ergab ich mich, fuhr mein Laptop hoch und las meinen Entwurf durch, hängte pflichtschuldigst ein paar Sätze dran, konnte dann nicht mehr aufhören, und schrieb und schrieb und schrieb…und war überhaupt nicht mehr müde. Um 2.15 musste ich mich zwingen, das Laptop auszuschalten um endlich ins Bett zu gehen, sonst hätte ich wahrscheinlich bis morgens um sechs Uhr durchgeschrieben.
So ist es mir schon oft ergangen. Aber noch nie habe ich so viele Tage hintereinander bis in die Nacht hineingeschrieben, wie bei diesem Krimientwurf. Vielleicht ist fürs Krimi schreiben ja die Nacht am besten geeignet? Von der Stille der Nacht zu “kriminellen Gedanken” inspiriert, sozusagen? Keine Ahnung.
Es grüßt euch
Wally,
hundemüde
Kulturrezension zu “Mirandas Traum”
Verloren im Land der Träume
„Mirandas Traum“ heißt der Debütroman der 1958 in Rottweil am Neckar geborenen Marianne Eschbach, deren Herz nicht nur für ihren Mann - den bekannten deutschen Schriftsteller Andreas Eschbach - sondern auch für die Philosophie schlägt. Mit dem Schriftzug „Verloren im Land der Träume“ kündigt der Klappentext eine tiefsinnige Fantasy-Geschichte an, macht im weiteren neugierig darauf, wie Martin es schaffen wird, seine Schwester Miranda - die durch einen Fahrradunfall ins Koma gefallen ist - im Land der Träume zu finden, um sie zu retten. Mit den sprechenden Tieren Friedrich Pelikan, Emilia Eule, dem Kleinen Bären sowie den Mäusen Professor Langschwanz und Doktor Spitzohr als Begleiter macht sich Martin auf die Reise ins Land der Träume, um Marduk, den Verwalter der Lebenszeit, zu finden und ihn zu bitten, Mirandas Lebenszeit zu verlängern. Martin und seine Gefährten müssen viele Abenteuer bestehen, bis sie Marduk und am Ende auch Miranda finden.
Was im Klappentext eine fantasievolle Reise ins Land der Träume verspricht - entwickelt sich während des Lesens zusehends zu einem nervenden Albtraum. Einerseits glänzt Frau Eschbach mit einem enormen Ideenreichtum und flüssigem Schreibstil, andererseits lässt sie Glaubwürdigkeit vermissen - z.B. lässt sie sich zu Beginn abwertend aus, über Kinder, die PC Spiele spielen, aber gegen Ende des Romans scheint es eher so, als ob sie diese Spiele begeistert als Beschäftigung für Kinder empfehlen würde. Ein Widerspruch, den der Leser nicht nachvollziehen kann. Und mit den Sätzen: „Er gab ihr eine Ohrfeige, dass sie von der Bank fiel und einen Meter weit durch die Küche flog. Mit ihren blinden Augen glotzte sie verwirrt in den Raum.“ – beginnt der Leser sich bereits auf Seite 101 innerlich von der Autorin und ihrer Geschichte zu distanzieren. Ebenso distanziert man sich im weiteren Verlauf auch immer mehr von der Hauptfigur, denn Martins Wesen ist so oberflächlich dargestellt, dass dem Leser kaum eine Chance gegeben wird, ihm ein wenig Sympathie abzugewinnen. Einzig die Charaktere Emilia Eule, sowie die Mäuse Professor Langschwanz und Doktor Spitzohr, bringen Leben in den Roman und bescheren dem Leser einige bewegte Momente. „Marianne Eschbachs Romandebüt sorgt für atemlose Spannung und regt zum Nachdenken an…“ lautet ein Satz aus dem Umschlagtext des Buches – „atemlose Spannung“ erfährt der Leser höchstens durch die Suche nach der eigentlichen Handlung des Romans, welcher ihn am Ende „zum Nachdenken anregt“ darüber, ob er schon jemals ein so minder unterhaltsames Buch gelesen hat. Denn weitgehend verliert sich Frau Eschbach in kinoartig gestalteten Szenen, sinnfreien Dialogen, langatmigen Beschreibungen und aneinander gereihten Abenteuern, die den Leser - anstatt ihn neugierig auf das weitere Geschehen zu machen - oftmals weit von der Handlung entfernen. Sofern der Leser überhaupt mächtig ist, hier eine Handlung zu erkennen. Denn der Roman handelt nicht nur von Martins Ziel, seine Schwester Miranda aus dem Koma zu retten, sondern gleichzeitig davon, dass sieben Kinder auserwählt wurden, um die vom Untergang bedrohte Traumwelt zu retten. So verworren wie die Handlung erscheint auch das Ende von „Mirandas Traum“, das den Leser mit einer flach geschriebenen Abschlussszene unbefriedigt aus dem Buch entlässt. Und so dem im Klappentext verheißungsvoll klingenden Schriftzug „Verloren im Land der Träume“ eine ironische Bedeutung zukommen lässt. Die Tiefe der menschlichen Psyche ist wohl tatsächlich unergründlich, zumindest dies, macht Marianne Eschbach mit ihrem Erstlingswerk mehr als deutlich…
Am Ende des Jahres, wenige Minuten vor dem Jahreswechsel, halte ich immer eine “persönliche Einkehr” ab und lasse Positives wie Negatives im Zeitraffer an mir vorbei ziehen. Seltsamerweise fällt mir immer erst das Negative ein.
Das Jahr 2006 bescherte uns gleich zu Beginn eine Pechsträhne: Erst brach sich mein Sohn bei einem Roller-Unfall das Sprunggelenk, lag zehn Tage im Krankenhaus, anschließend hatte ich einen Autounfall - Gott sei Dank nur Blechschaden und haarscharf an einem Totalschaden vorbei - und wenige Wochen später erlitt meine Tochter eine schwere Quetschung an einem Finger, die nur sehr langsam wieder ausheilte. Erfreulicherweise war aber damit zumindest die “Verletzungsbilanz” für dieses Jahr abgeschlossen, denn bis auf “normale” Sachen - wie Erkältungen, Allergiebeschwerden, kleine Verbrennungen und ein paar blaue Flecke - durften wir uns den Rest des Jahres guter Gesundheit erfreuen.
Erfreulich war ebenso, dass meine Kinder mit guten Zeugnissen ihr Schuljahr beenden konnten und erfreulich für mich persönlich war, dass ich erste kleine Schreiberfolge erzielen konnte, zum einen mit zwei gedruckten Veröffentlichungen und zum anderen mit einem errungenen Preis bei einem Schreibwettbewerb, mit dem ich mir erstmals so eine Art “Honorar” für eine selbst geschriebene Geschichte verdient hatte.
Ebenfalls als positiv kann ich verzeichnen, dass ich es 2006 - nach zweijährigem vor-mir-herschieben - endlich geschafft habe unser Wohnzimmer neu zu renovieren und den Kellerraum, zumindest teilweise, zu entrümpeln - und endlich mal wieder zur Kontrolluntersuchung zum Zahnarzt zu gehen.
Fazit: 2006 war ein Jahr, das unglücklich begonnen hatte, aber sich letztendlich doch im Großen und Ganzen noch als ein gutes Jahr entpuppte. Und was das kommende Jahr 2007 für uns bereithalten wird, das wird sich zeigen. Ich hoffe natürlich, dass wiederum das Positive überwiegen wird. Also denn… Auf ein Neues !
Ich wünsche uns allen
ein gesundes, frohes Jahr 2007
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PROSIT NEUJAHR
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