Oktober 2006
Monatsarchiv
Allgemein31 Okt 2006 12:11 pm
Viele Menschen schreiben. Die meisten von ihnen haben ein genaues Ziel vor Augen. Sie wollen einen Roman, ihre Autobiografie, ein Kinderbuch oder ihre eigene Geschichten-Anthologie schreiben und als Buch veröffentlichen. Oder sie arbeiten zielorientiert darauf hin sich als Schreiber für Zeitungen oder Zeitschriften etablieren zu können. Ich bewundere diese Menschen, denn sie schreiben nicht nur aus Freude am Schreiben, sondern wissen auch genau was sie mit ihrem Schreiben erreichen möchten. Sie wissen, wo sie hin wollen, wo sie einmal ankommen möchten.
Ich weiß nur, dass ich gerne schreibe. Ich weiß nicht wo ich damit hin will, ich weiß auch nicht, wo ich mit meinem Schreiben einmal ankommen möchte. Ich habe kein Ziel, fühle mich wie in einer Warteschleife. Warte, auf was? Nicht einmal das, weiß ich.
Zitate/"Weisheiten"30 Okt 2006 11:40 am
( Deutsches Liedgut )
“Ich habe tausend mal versucht, dich zu erlernen,
so wie man aus einem Buch lernen kann. Ich Thor!
Und sah mit jeder Lektion sich mein Ziel entfernen
und heut weiß ich weniger noch als zuvor.
Ich habe tausendmal versucht vorauszusehen,
wie du wohl handeln würdest, aber jedesmal,
wenn ich schon glaubte alles an dir zu verstehen
erschien es mir, als säh´ich dich
zum ersten Mal…”
( aus “Wie vor Jahr und Tag” von Reinhard Mey )
"Fantastik" and "Unvollendete"26 Okt 2006 12:55 am
( Soft-Science-Fiction-Versuch)
Mission Heiliges Wasser
( 1. Teil )
Irgendetwas hatte mich geweckt. Mühsam öffnete ich die Augen und stellte verwundert fest, dass alle Lichtkegel im Raum eingeschaltet waren. Eigenartig. Ich war mir völlig sicher, dass ich sie vor dem Einschlafen ausgeschaltet hatte.
„Sei gegrüßt, Kolja“, vernahm ich eine vertraute Stimme neben mir.
Überrascht wandte ich den Kopf zur Seite: „Pankraz? Du?“
Er schmunzelte und zupfte vergnügt an seinem Schnauzbart herum. „Sieh mich nicht an, als wäre ich ein Geist. Ich habe einen Eilauftrag für dich, darum musste ich dich so unsanft wecken.“ Mit einem breiten Grinsen im Gesicht musterte er meine mit bunten Fischen bedruckte Schlafkleidung.
Ich ignorierte seinen belustigten Blick. „Nun sag schon, was ist das für ein Auftrag?“ Mein Herz klopfte erwartungsvoll.
„Unser Bestand an heiligem Wasser ist fast aufgebraucht. Du musst wieder runter auf die Erde fliegen, um die Tanks aufzufüllen.“
Ich spürte, wie meine Augen feucht wurden, vor Freude.
„Freu dich nicht zu früh“, warnte er eindringlich, „denn dieses Mal wirst du mit Eskorte hinunter fliegen: Arestus und Karbon werden dich begleiten.“
Ich erstarrte. „Kyras Leibgarde!“
Er nickte mitleidig. „Sie hat darauf bestanden, dass die beiden jeden deiner Schritte überwachen. Damit du nicht wieder, wie beim letzten Mal, auf die Idee kommst, es dir da unten gemütlich zu machen. Aber trotz deiner Verfehlung bist du nun mal der beste Mann für diesen Job, sagt Kyra. Und jetzt steig endlich aus der Schlafkoje, es ist höchste Zeit, das Spider-Ship ist schon startbereit.“
„Oh, nein, nicht schon wieder mit diesem alten Rumpel-Schiff!”
Das Spider-Ship rappelte und dröhnte, schüttelte uns durch auf diesem Flug durch Raum und Zeit. Ich fühlte mich unwohl dabei. Denn Karbons äußerst bescheidene Flugkünste waren mir ebenso gut bekannt, wie die Eigenmächtigkeit, die das alte Schiff unerwartet an den Tag legen konnte. Ich hatte starke Bedenken ob wir jemals sicher auf der Erde ankommen würden und faltete heimlich schon mal meine Hände, zum letzten Gebet.
„Es ist Zeit, zieh dich um“, brummte Arestus mir übellaunig zu.
Gehorsam zog ich die „Fellachen-Kleidung“ an, die Kyra nach Bildern der Überlieferung hatte anfertigen lassen. Für den Fall, dass ich von Einheimischen gesehen wurde, würde ich so kein Aufsehen erregen.
Als das Spider-Ship hinter dem Palmenhain aufsetzte, atmete ich erleichtert auf.
„Okay, Kolja. Raus mit dir. Und denk dran, wir haben dich genau im Auge!“ Arestus wies in seiner typisch arroganten Manier mit seinem Kopf zu einem kleinen Bildschirm, an dem Karbon gerade die nötigen Einstellungen vornahm.
Ich nickte, öffnete die Luke und trat hinaus.
Die Kühle der Nacht drang in meine Lungen. Ich atmete mehrmals tief ein und aus. Was für eine herrlich klare Luft! Mit geübten Handgriffen entsicherte ich im Dunkeln den Laderaum, öffnete die Spule, entnahm ihr den eingerollten Schlauch und hängte ihn um eine Schulter. Nachdem ich den Saugschlauch vorschriftsmäßig an den ersten der sechs leeren Wassertanks angeschlossen hatte, pirschte ich mich so leise wie möglich an den Fluss heran, watete einige Meter hinein, senkte den Schlauch ins Wasser und schaltete die Saugvorrichtung ein. Sofort spürte ich das schon vertraute Vibrieren in den Händen.
„Nil“ nannte Kyra dieses Gewässer und laut unseren Überlieferungen war es ein „heiliger Fluss“, weil sein Wasser heilende Kräfte hatte. Schon oft hatte ich mich gefragt, ob es tatsächlich die Kraft dieses Wassers war, die die Lungenkrankheit von uns Marsianern eindämmte, oder ob vielleicht nur der Glaube daran, dass das Wasser aus dem Nil heilende Kräfte hatte, diese Linderungen bewirkte. Ich traute mich aber nicht, diesen Gedanken laut auszusprechen, denn damit würde ich mir Kyras Zorn zuziehen.
Über mir sah ich die Sterne am Himmel funkeln. Ihr sanftes Licht legte ein geheimnisvolles Glitzern über das Wasser. Sehnsüchtig warf ich einen Blick in die Ferne.
Bei meinem letzten Besuch hier hatte ich mich dazu hinreißen lassen, nach dem Füllen der Tanks die Tarnglocke über dem Schiff einzuschalten, um eine ausgedehnte Wanderung ins Landesinnere zu unternehmen. Bei Tagesanbruch hatte ich mich neugierig unter die Einheimischen gemischt, mir die vielen appetitlichen Früchte angesehen und die köstlichen Düfte eingeatmet von gebratenem Fleisch, frisch gebackenem Brot und starkem Kaffee. Diese Lebensmittel gab es, in dieser Form, nicht bei uns auf dem Mars. So hatte ich mich damals verliebt in dieses Land, dass Kyra „Ägypten“ nannte.
Ich konnte nicht verstehen, warum unsere Vorfahren das Leben auf der Erde kampflos aufgegeben hatten und auf den Mars geflüchtet waren. Terror und Angst, so hieß es in den Überlieferungen, gehörten damals zum Leben wie das tägliche Essen. Als meine Vorfahren die Flucht zum Mars angetreten hatten, waren sie sich völlig sicher gewesen, dass ihre heimlich entwickelten Technologien ihnen genug Sauerstoff verschaffen würden, um auf dem Mars ein normales Leben führen zu können. Aber sie hatten nicht damit gerechnet, dass ihr sorgfältig ausgeklügeltes System das Leben auf dem Mars zwar möglich machten, aber die Bewohner fortan ihr Leben lang mit schweren Lungenkrankheiten zu kämpfen haben würden. Wenn ich es mir hätte aussuchen dürfen, dann wäre ich lieber auf der wohlriechenden Erde, als auf dem stickig dampfenden Mars geboren worden. Ich hätte es gerne in Kauf genommen, dass mir ein von Angst beherrschtes Leben beschieden gewesen wäre, hätte um mein Dasein gekämpft und dafür meine Lungen mit dieser wunderbar frischen Luft füllen können, die den Kopf so klar und das Herz so weit machte.
Ein leises Piepsen drang an mein Ohr. Der erste Tank war voll. Ich schaltete schnell den Melder aus und blieb einen Moment lang regungslos stehen. Nichts bewegte sich rundherum. Kein Ton war zu hören. Dann ging ich vorsichtig den Weg zurück und klemmte den Saugschlauch an den nächsten Tank an.
Die zwei Stunden, die für das Abfüllen nötig waren, vergingen mir viel zu schnell. Schon war der Zeitpunkt des Abschieds gekommen.
Schweren Herzens wickelte ich den Schlauch wieder auf die Spule und sicherte dann den Laderaum von außen ab, mit so langsam behäbigen Bewegungen, als wenn ich die Zeit damit aufhalten könnte. Es widerstrebte mir, ins Schiff zu steigen und wieder nach Arche-Town zurück fliegen zu müssen. Wie leicht wäre es gewesen, jetzt einfach drauflos zu laufen und ins Landesinnere zu fliehen! Die Tanks waren voll, die Mission somit erfüllt. Deshalb würden sich Arestus und Karbon nicht die Mühe machen, mich wieder einzufangen. Sie würden Kyra irgendeine üble Geschichte über mich auftischen und sich selbst als Helden darstellen. Aber ich musste auch an meine kleine Schwester denken. Seit dem Tod unserer Eltern war ich verantwortlich für Ellin. Urplötzlich ergriff ein Gedanke von mir Besitz, entzündete ein helles Licht in meinem Kopf: Vielleicht wäre es ja möglich, zusammen mit Ellin auf die Erde zu fliehen?
„Von mir aus kannst du hier Wurzeln schlagen“, hörte ich Arestus´ feindselige Stimme hinter mir, „wir fliegen jetzt zurück, Kolja. Entweder du steigst jetzt ein – oder bleibst, wo der Pfeffer wächst!“
`Das könnte dir so passen, Arestus´, dachte ich zornig und schluckte die spitze Bemerkung stumm hinunter.
Ich ließ noch ein letztes Mal meinen Blick über den silbrig glänzenden Nil gleiten. Ein Gefühl der Zuversicht machte sich in mir breit. Ja, ich war mir sicher, mit guter Vorplanung würde die Flucht glücken. Sie musste! Schon bald würde die Zeit kommen und ich würde für immer hier bleiben, mit meiner kleinen Schwester. In Ägypten, dem Land des heiligen Wassers.
Mit einer nie gekannten Vorfreude im Herzen stieg ich ins Spider Ship ein.
……………..Fortsetzung folgt……………….
Allgemein24 Okt 2006 11:01 am
Fassungslos weiten sich meine Augen: Wo vor kurzem noch das schwache Licht der Straßenlaternen meinen Weg begleitet hat, umgibt mich jetzt eine rabenschwarze Masse, die sich nach jedem weiteren Meter bedrohlicher anfühlt. Ich habe keine Ahnung, wo ich mich befinde, muss irgendwo falsch abgebogen sein. Mein schlechter Orientierungssinn hat wieder einmal ganze Arbeit geleistet.
Die Scheinwerfer meines Autos erscheinen mir übernatürlich hell, so hell, dass das grelle Licht mich blendet. Ich kann das Grau des Asphalts kaum von der Schwärze der Umgebung unterscheiden und auch keine Randmarkierung erkennen. Ich halte an und kurbele das linke Autofenster hinunter.
Eiseskälte schlägt mir ins Gesicht. Vor mir ist alles dunkel. Kein Haus, kein Baum, kein Feld, kein Lebewesen. Auch kein Mondlicht. Alles dunkel. Schwarz.
Nur das leise Brummen meines Autos stört die Stille des dunklen Abends. Mir wird unheimlich zumute. Mein Herz beginnt zu rasen, vor Angst. Schnell kurbele ich die Scheibe wieder hoch. Sitze wie erstarrt. Fühle mich gefangen. Gefangen, im Niemandsland.
Hilflosigkeit treibt mir die Tränen in die Augen. Was soll ich jetzt tun? Auf der kaum erkennbaren Straße zu wenden, wage ich nicht.
Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder ich bleibe hier stehen und heule erbärmlich vor mich hin, oder ich fahre weiter, egal, wohin der Weg auch führt.
Ich entscheide mich für letzteres. Taste mich mühsam, wie blind, Meter für Meter durch die Dunkelheit und spüre, irgendwann, dass die Straße langsam ansteigt. In der Ferne sehe ich jetzt ein rötliches Licht am Horizont. Überreste der untergehenden Sonne? Was auch immer es ist, es tröstet mich, irgendwie. Ein Gefühl der Hoffnung keimt auf.
Dann huscht ein grelles Licht auf mich zu! Erschrocken trete ich auf die Bremse. Nein, es kommt nicht auf mich zu, es fährt vor mir vorbei. Ich bin an einer Kreuzung angekommen! Erleichterung überfällt mich. Kurz. Dann fühle ich wieder diese ohnmächtige Hilflosigkeit. Wieso stehen hier keine Hinweisschilder? Die Straße zweigt nach rechts und nach links ab. Soviel kann ich erkennen. Aber nirgends ein Hilfe bringender Wegweiser. Selbst wenn der Akku meines Handys nicht leer wäre, würde es mir nicht helfen jemanden anzurufen. Was sollte ich ihm sagen? „Ich stehe hier an einer Kreuzung, weiß nicht in welcher Gegend ich bin, alles ist stockfinster, sag mir, ob ich links oder rechts fahren muß, um nach Hause zu finden“ ? Ungeweinte Tränen beginnen meinen Blick zu trüben. Ich bin allein. Niemand wird mir den richtigen Weg weisen. Ich muß alleine entscheiden, welchen Weg ich einschlage. Unwissend, ob es der richtige oder der falsche ist. Die einzige Wahl, die ich habe ist: Rechts oder links.
Ich habe das Gefühl, als ob mich etwas zerreißen würde, kämpfe innerlich, suche nach irgendeiner Logik, die mir bei der Entscheidung helfen könnte. Es gibt keine.
Ich gebe den Kampf auf. Setze, wie in Trance, den Blinker und biege - links ab. Fühle mich wie erschlagen. Niedergemetzelt. Aller Willenskraft enthoben. Mutlos lasse ich mein Auto den Weg entlang rollen, lege mein Leben bedingungslos in die Hände der Straßenführung. Denke an nichts mehr, lasse mich treiben. Um mich herum nur dunkle Pampa.
Inmitten der Finsternis zeigen mir urplötzlich die grellen Scheinwerfer ein blaues, blinkendes Etwas an. Ich kann kaum fassen, was ich dort in unmittelbarer Nähe vor mir sehe: Es ist ein Autobahnwegweiser! Noch unfassbarer ist für mich, was auf dem Schild in weißer Schrift geschrieben steht, nur ein kurzes Wort, dass mir mit einem Schlag die beruhigende Sicherheit vermittelt, die ich vor wenigen Minuten noch für immer verloren hielt: AACHEN, blinken mir die weißen Buchstaben, wie fröhlich winkend, entgegen! Vor lauter Aufregung fahre ich am Schild vorbei. Halte ruckartig an. Lege wild entschlossen den Rückwärtsgang ein, fahre, ungeachtet der Tatsache, dass ich die Straße hinter mir kaum sehen kann, das Stück bis zum Wegweiser zurück. Dann biege ich genüsslich in die Auffahrtsschleife ein, spüre wie mich der Asphalt unter den Rädern freudig begrüßt, fühle wie mein Auto, wie losgelöst, auf die Autobahn auffährt, der Heimat entgegen.
Inmitten der hellen Lichter anderer Autofahrer wage ich einen Blick nach rechts in die schwarze Masse, die mich eben noch umschlungen hielt. Sie wirkt jetzt nicht mehr bedrohlich auf mich, nein, im Gegenteil. Mir ist, als würde sie mir lächelnd winken, mir „Gute Fahrt“ zurufen. Ich lächle zurück. Fast vermisse ich sie ein wenig, diese Düsternis, die meinen Willen brach, mich dazu gezwungen hatte, mich bedingungslos der Unwissenheit anzuvertrauen und mich jetzt, im Nachhinein, erkennen lässt, dass, so hoffnungslos es auch scheint, es immer einen Weg vom Dunkel ins Licht gibt.
Ich wende meinen Blick wieder der Fahrbahn zu.
Bestimmt hat mein Sohn meine Abwesenheit wieder dazu genutzt unser Wohnzimmer für einige Stunden zum Cliquen-Treffpunkt zu erklären, bestimmt riecht es nach heimlich gerauchten Zigaretten, und bestimmt haben sie sich wieder irgendwas gekocht und in der Küche werden sich verkrustete Töpfe und Teller türmen, die darauf warten von meiner liebevoll sorgsamen Hand abgewaschen zu werden und meine Tochter wird mich mit den Worten begrüßen: „Na, endlich, Mama. Wo bleibst du denn? Machst du mir ein Nutella-Brot?“…
Zitate/"Weisheiten"20 Okt 2006 11:29 am
“Ein bißchen mehr Friede
und weniger Streit,
ein bißchen mehr Glück,
und weniger Neid,
ein bißchen mehr
Wahrheit immerdar
und viel mehr Hilfe
in Gefahr.
Ein bißchen mehr “Wir”
und weniger “Ich”,
ein bißchen mehr Kraft,
nicht so zimperlich
und viel mehr Blumen
während des Lebens,
denn auf den Gräbern
sind sie vergebens!”
( Irgendwann in meiner Jugend hatte ich einen Wallfahrtsort besucht und dort in einem Souvenir-Shop das kleine Holzbrett mit diesem Spruch gekauft, weil ich die Zeilen so schön und treffend formuliert fand. Auch heute, nach mehr als fünfundzwanzig Jahren, finde ich diese Zeilen noch sehr aussagekräftig.)
Allgemein18 Okt 2006 05:22 pm
Wenn ich nicht mehr schreiben würde…
dann hätte ich bestimmt nicht ständig Körbe voll mit Bügelwäsche rumstehen, die geduldig auf mich warten, sondern die Wäsche würde stets gebügelt und säuberlich gefaltet im Kleiderschrank liegen, wo sie ja eigentlich auch hingehört.
Wenn ich nicht mehr schreiben würde, dann wäre die Wohnung bestimmt immer hübsch aufgeräumt, mein Auto würde sich freuen, dass es regelmäßig geputzt wird und bestimmt hätte ich dann auch wieder Lust, mein vor Jahren begonnenes Stickbild und den vor ewigen Zeiten begonnenen Knüpfteppich endlich fertig zu stellen.
Wenn ich nicht mehr schreiben würde, dann hätte ich bestimmt auch Lust all die Bilder in Fotoalben zu kleben, die in der Schublade auf einem Haufen liegen. Und bestimmt müsste ich dann um meine Steuererklärung fertig zu stellen nicht tagelang alle möglichen Akten zusammen suchen, sondern hätte von vornherein alles säuberlich sortiert.
Wenn ich nicht mehr schreiben würde, dann würde ich mich bestimmt energischer um einen neuen Job bemühen, hätte vielleicht sogar schon eine geregelte Arbeit, würde dadurch Anerkennung von meiner Umwelt erfahren, weil ich endlich wieder eine “richtige” Arbeit mache.
Wenn ich nicht mehr schreiben würde, dann würde ich bestimmt wieder mehr für meine Fitness tun, mal öfters schwimmen gehen, wieder regelmäßig Gymnastik machen und abends wieder früher schlafen gehen, anstatt stundenlang vorm PC zu sitzen.
Wenn ich nicht mehr schreiben würde, dann hätte ich viel mehr Platz in meinem kleinen Schreibtisch, ich hätte wieder mehr Freiraum, mehr Platz …in meinem Leben. Platz, für was?
Wenn ich nicht mehr schreiben würde - dann wär ich nicht mehr ich.
Zitate/"Weisheiten"12 Okt 2006 12:04 pm
Das Glück kann man nicht kaufen
oder verkaufen
aber es kommt immer ein Stück
davon zu einem zurück,
wenn man es
verschenkt…
Zitate/"Weisheiten"10 Okt 2006 02:16 pm
Um Großes zu leisten,
muss man mächtig
viel Zeit haben…
( …grins…ging mir gerade so durch den Kopf und ist, ausnahmsweise, mal eine “Weisheit” aus meiner eigenen Feder. Denke ich. Oder habe ich den Spruch mal irgendwo gehört?…grübel… Nein, ich glaube, ich habe ihn soeben erfunden…oder?…grübel…)
Allgemein09 Okt 2006 08:24 pm
Kopfkino
Ist ja irre, was einige wenige Ferientage so bewirken können! Nachdem sich mein Hirn nach den ersten beiden Urlaubstagen daran gewöhnt hatte, dass es nicht ständig eilige Botschaften weitergeben musste, wie z.B. “Du musst noch einkaufen fahren!”, “Der Trockner piepst!”, “Denk dran die Waschmaschine anzumachen!” , “Ist höchste Zeit, fang endlich mit Kochen an!”…. und es gemerkt hatte, dass auch kein ständiges Läuten des Telefons oder nerviges Geklingel an der Wohnungstür mehr registriert werden musste - da entspannte es sich auf wundersame Weise!
Nach einer kurzen Phase der Ruhe, die ich als erholsame, gemütlich dösige Schläfrigkeit zur Kenntnis nahm, war meinem Hirn wohl auf einmal langweilig zumute. Denn urplötzlich erwachte mal wieder seine Abenteuerlust. Und dies in einer so hohen Dosis, dass ich kaum noch Schritt halten konnte: Beim Fernsehen, vorm Schlafengehen, beim Hunde ausführen, beim Stadtbummel, sogar während Gesprächen mit Freunden oder Familie liefen Liebesfilme, Actionthriller und Krimis in rasantem Tempo vor meinem geistigen Auge ab. Das reinste Kopfkino! Und keine Gelegenheit irgendwas davon schriftlich festzuhalten. Denn sobald ich auch nur in Erwägung zog, mir Papier und Stift zu nehmen oder mich schnell ans Laptop zu setzen - war der Film auf einmal gerissen! Also ergab ich mich meinem Schicksal, ließ mich einfach fallen und amüsierte mich über jede neu erfundene “Film”szene, die sich mein Hirn aus den Zellen zog, z.B. wenn die Hunde meines Bruders plötzlich bellten, oder ich gemächlich dahin trottende Spaziergänger beobachtete, ich aufmerksam die Zeitungsschlagzeilen überflog, mir blödsinnige Werbespots zu denken gaben…
Am schlimmsten war es beim Stadtbummel, als mich ein dahinhastender Mensch versehentlich anrempelte - und mich mit der neugierigen Frage zurückließ, wohin er denn so eilig hastete? Hatte er einen Termin, oder musste er zum Bahnhof, oder kam er zu spät zum Date mit der Liebsten, oder…war er gar…auf der Flucht?? Flucht vor wem? Und was hatte er verbrochen, dass er so eilig flüchten musste? Oder hatte er gar nichts verbrochen, sondern wurde…verfolgt? Verfolgt von wem? Und warum? Und dann … kam ein Filmriss. Denn wir hatten die Thalia Buchhandlung erreicht. Und ich war recht froh über die kleine “Dreh”pause, denn von da an befasste sich mein Hirn für einige Zeit nur noch mit dem Lesen von Büchertiteln und Klappentexten. - Bis mich meine Kinder irgendwann mit Gewalt, mitsamt meinem neu erworbenen “Mordshunger”-Schätzing, aus der Buchhandlung schleppten. Wir wollten nämlich auch noch für ein paar Stunden ins Stadtbad. Wo meine abenteuerlustigen Hirnzellen dann wiederum eifrig ins Fabulieren gerieten. Was in so einem Schwimmbad wohl alles passieren könnte? Im Wasser, im Restaurant, im Duschraum, in den Umkleidekabinen…
Allgemein01 Okt 2006 06:03 pm
Endlich Ferien. Morgen geht es los. Mal einige Tage den täglichen Pflichten entkommen, einfach nur abhängen, Spaß haben, viel lesen, bißchen schreiben, Tapetenwechsel. Ich freu mich drauf.
Für diejenigen, die mein Weblog besuchen: viel Spaß beim Schmökern!
Falls mir jemand in den nächsten Tagen einen Kommentar schreiben sollte: Ich werde ihn freischalten, sobald ich aus dem Urlaub zurück bin.
Tja, also dann…um es mit Hape Kerkelings Worten zu sagen:
Ich bin dann mal weg…
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