"Balkongedanken"


"Balkongedanken"23 Jun 2010 11:40 am

Mein Balkon ist in warmes Licht getaucht.
Die Sonne hüllt mich ein, vom Kopf bis zu den Zehen. Schenkt mir ein Wohlgefühl. Ich genieße es.
Vögel zirpen fröhlich ihre Lieder.
In der Nähe wird gemächlich gehämmert und bei der Arbeit gepfiffen.
Irgendwo nebenan unterhalten sich Menschen in ruhigem, freundlichen Ton.
Hin und wieder trotten Autos vor dem Haus die Straße hinunter…
Schöne Atmopshäre heute. Nicht zu still, gemütlich friedlich.

Und ich sitze hier und genieße. Schließe die Augen, lasse alles auf mich einwirken.

Gestern noch voller Power, viel erledigt, den freien Tag genutzt -
heute auch noch arbeitsfrei, aber völlig ohne Energie, ohne Kick irgendwas anzupacken.
Egal.
Gib deinem Körper, was er braucht.
Gestern brauchte er Bewegung, drängte nach Rumwerkeln, hier und dahin gehen, fahren …
heute braucht er Ruhe, will sich entspannen, will nur sitzen und genießen, Gedanken schweifen lassen.

Nächstes Jahr werde ich 50 Jahre alt. Erwische mich schon jetzt dabei, dass ich Bilanz ziehe. was hab ich geschafft, was nicht, was kann ich noch verbessern, wofür ist es zu spät. Besser wäre, nur das zu sehen, was man in der Vergangenheit bewältigt hat, stolz auf all das zu sein, was man gepackt hat.
Aber ich wäre nicht ich, wenn ich so denken würde.
Der Miesmacher in mir führt mir vor Augen, was hätte sein können, was ich verpasst habe.
Und hat mal wieder erreicht, dass ich rumgrübele, was geht noch, was kann ich verändern und vor allem: was will … ich verändern .

Doch mein Kopf ist heute zu träge, um Entscheidungen zu treffen. Und der Tag zu schön, für trübe Gedanken.

Ich schneide dem Miesepeter schnipp schnapp die Leitung ab. So.
Und dem Notruf meiner Bügelberge antworte ich mit einem gelassenen `Komme heute irgendwann mal vorbei, so gegen Abend.´
So.
Heute ist Sommer.
Und ich sitze hier und genieße ihn.

"Balkongedanken" and "Gedankensplitter" (Schreibübungen)23 Mrz 2010 12:13 pm

Der Winter
war zu mächtig,
kalt und
gnadenlos
bot keine Chance
ihn unbeschadet
zu überstehen,

von Nässe, Frost
und Trübnis gepeinigt,
Deutlich seine Spuren
Plessuren,
erschlafft, leblos,
kaputt.

Doch nun kommt
Er daher,
der Frühling,
nun zeigt
Er
seine Macht,

zeigt,
dass manches
was verendet scheint,
doch noch Kraft
haben kann,
sich aufzubäumen,

beweist,
dass aus
Trümmern
neues Leben
wachsen kann,

jedes Ende
ein neuer Anfang
ist,

bringt Zuversicht,
schenkt Vorfreude
darauf,
sich zu recken, zu strecken,
neu und kräftig zu wachsen,
aus dem Dunkel heraus
ins Licht.

21-03-10_1547.jpg

"Balkongedanken"25 Okt 2009 04:22 pm

Der Wind streift so energisch durch die Blätter, dass ihre Schatten wie eine fröhliche Kinderschar über die Holzplanken des Balkons wirbeln. Auch die Sonne gibt sich ein kurzes Stelldichein, lässt ihre Strahlen zwischen den Blätterschatten tänzeln. Scheint so, als würden Sonne und Wind miteinander spielen. Sieht fröhlich aus, dieses kleine Schauspiel.

Nicht so fröhlich, eher jämmerlich, wirkt das Übrige meines ehemaligen Balkonidylls.
Die Begonie blüht zwar noch immer, steht nach wie vor in saftigem Grün, doch die Fuchsie hat es leider nicht geschafft, den Sommer zu überleben, nur ausgedörrte Äste sind von ihr übrig geblieben. Und der Weihrauch kämpft schon seit Wochen ums Überleben :-( . Er bäumt sich zwar immer wieder auf, kämpft gegen Kälte und Frost, aber wie lange wird er noch die Kraft dazu haben? … Dabei hat er im Laufe der letzten Monate weit über den Blumenkübel hinaus gewuchert, so weit, dass er meinen `Hippo`mit seinen Blättern streicheln konnte…
Kaum zu glauben, das sich dieses zu Beginn des Sommers noch arme, kümmerliche Pflänzchen zu einem prächtigen `Bodendecker´ entwickelt hat …
Und die kränkliche Begonie zu einem Augenstern! …
Und auch wenn die Fuchsie nicht überlebt hat, so konnte sie doch noch ein letztes Mal in ihrem Leben ihre volle Pracht entfalten…
Und dazu habe ich den Pflänzchen verholfen *stolz guck* - weil ich sie kaufte, obwohl sie nicht schön, sondern eher schmächtig und kränklich aussahen.
… Daran sieht man es mal wieder, dass manche Dinge einfach nur eine Chance brauchen, um zu gedeihen…
vielleicht würde sich ja unsere Wohnung auch prächtig entwickeln, wenn ich ihr noch eine Chance gäbe? Hmmh….
Seit ich in einem Baumarkt an der Kasse arbeite und Tag für Tag herrlich schöne Farben, Tapeten, Gardinen und all so was zum Scannen in Händen halte, oft aus dem Staunen nicht mehr rauskomme, was es alles so gibt, um die Wohnung zu verschönern - tja, seither spüre ich wieder deutlich den Drang in mir, unsere Wohnung endlich so herzurichten, wie ich sie gerne hätte…
Vielleicht sollte ich mir mal eine Chance geben, und es endlich anpacken? …
… Der Mieter über uns zieht aus. Schade. Es war ein sich-gut-verstehen und angenehmes Nebeneinanderher leben, Jahre lang. Und wer weiß schon, ob es mit dem neuen auch so entspannt verlaufen wird. Weiß man nie. Keine Ahnung, wer da jetzt einzieht. Doch auch er hat eine Chance verdient, wer immer es auch sein wird…
… und ich täte gut daran, auch meinem Körper eine Chance zu geben … grins … eine Chance aufzustehen. Ist nämlich mittlerweile ganz schön frisch hier draußen. Schon beinahe kalt.
Also, auf die Beine, jetzt. Sofort. Und ab hinein, ins wohlig warme, zur weiteren sonntäglichen Entspannung aufs Sofa oder an den PC oder ein ausgiebiges warmes Bad wäre auch schön oder …
und

Euch auch einen schönen Sonntag :-)
und einen guten Start in die neue Woche.

"Balkongedanken"07 Sep 2009 11:10 am

Fast ist es mir peinlich, dieses Dauerlächeln auf meinem Gesicht. Wer nicht weiß warum denkt wahrscheinlich, bei mir ist was nicht richtig im Kopf.

Dabei ist das Gegenteil der Fall.

Herz und Hirn geben sich heute die Hand, als hätten sie sich verbündet. Und das Resultat ihrer Verbindung ist dieses Lächeln auf meinem Gesicht, speziell um meine Mundwinkel, so hartnäckig, als wollte es für immer bleiben.

Von den umstehenden Häusern dringt ein fröhliches Zirpen an mein Ohr, von den Spatzen, die sich auf den Dachfirsten tummeln, rumschwatzen, sich scheinbar viel zu erzählen haben.

Die Sonne wärmt mich, der frische Wind tut gut.

Mein Mund lächelt, noch immer.

Ja, ich liebe ihn sehr :D ,

den Herbst.

"Balkongedanken"03 Aug 2009 03:27 pm

Und da war sie wieder, gerade eben hat sie mich wieder besucht, meine `First Lady´. ..
Wie bei ihrem ersten Besuch vor einigen Tagen schwebte sie wie im Sturzflug so urplötzlich auf mich zu, dass mir der Atem stockte. Sobald sie sich auf dem Balkon-Geländer nieder gelassen hatte fing mein Herz an zu rasen, vor Angst, ob sie mich wieder mit scharrenden Flügeln und weit aufgerissenen, blutunterlaufenden Augen ansehen würde.
Der Schreck saß mir noch in den Gliedern vom letzten Mal. Da hatte ich echt Angst, sie würde jeden Moment auf mich zufliegen und auf mich einhacken. Doch sie hatte nur irgendwas gegurrt, sich dann so pfeilartig wie sie hierher gekommen war wieder in die Lüfte erhoben und als wäre nix gewesen, wieder auf `íhrem´ Dach-First niedergelassen.

Heute hat sie mich nur kurz angesehen, mit nur halbgeöffneten Augen, nickte mit dem Kopf in meine Richtung (als wenn sie mir sagen wollte: das hast du gut gemacht…hmmh … vielleicht meinte sie den Schreibauftrag, den ich kurz vorher abgeschickt hatte *grübel**lach*) - dann putzte sie noch kurz ihr Gefieder und schwupps, war sie schon wieder weg, meine´First Lady´, zurück zu ihrem First.

… Vielleicht ist sie ja eigens von irgendwoher angereist, um mir irgendwas mitzuteilen, was ich nicht verstehen kann, weil ich kein `Tauberisch´ verstehen und sprechen kann, vielleicht kann ich es ja und weiß es nur noch nicht… vielleicht wurde sie von `Hogwarts´ aus zu mir geschickt, vielleicht braucht Harry Potter meine Hilfe, aber ich bin doch keiner von ´denen´… oder weiß ich vielleicht nur noch nicht, dass ich `einer´ bin, bin ich vielleicht gar kein `Muggel´, wie ich bisher annahm… ?

Oh, Gott, oh Gott, nun aber nix wie rein, ab in die Küche, bevor ich gleich noch Hexenbesen und Dementoren am Himmel sehe und …

Husch… Bin schon weg …

"Balkongedanken"23 Jun 2009 10:24 am

Es ist feucht und kühl hier draußen. Und heute morgen hing dicker Nebel zwischen den Häusern. Ja, ist denn schon Herbst? Ist doch erst Juni. Sommer, wo bleibst du?

Die Wäsche wartet fertig gewaschen in der Waschmaschine. Wartet darauf, aufgehängt zu werden. Ich bin noch mit mir am Hadern, ob ich sie auf den Balkonständer, oder besser sofort im warmen Keller aufhängen soll, falls sich nämlich die Sonne heute nicht zeigt, ist es zu feucht draußen, die Wäsche würde nicht trocknen und dann müsste ich sie später abhängen und eh in den Keller bringen. Hmmh… Warum bin ich nur immer so uentschlossen, selbst in den kleinen Dingen des Alltags. Seufz.

Seltsam, wie viele Vögel sich heute hier tummeln! Wenn, kalendarisch gesehen, nicht Sommerzeit wäre, käme ich auf den Gedanken, sie würden sich sammeln, um in den Süden zu ziehen. Aber das kann ja nicht sein, ist doch noch viel zu früh.
Und wie fröhlich sie zwischen den Häusern rumsegeln! Scheinbar haben sie Spaß. Hier und da läßt sich einer auf dem Dachfirst oder einem Giebel nieder, blickt erhaben umher, ein dicker, schwarzer Vogel ist dabei, könnte ein Rabe sein. Ansonsten nur Spatzen, die aufgeregt schwatzen… Grins. Reimt sich…
Es macht Spaß, ihnen zuzuhören. Das reinste Vogelkonzert!
Hin und wieder scheint mir, als ob sie mich ansehen, mich beobachten, ihr Geschwatze was mit mir zu tun hätte. Aber, was könnten sie mir sagen wollen?
- Mich warnen, vielleicht. Mich darauf hinweisen, dass es nicht gesund ist, bei dem kühlen Wetter mit nassen Haaren, T-Shirt und Bermudas, ohne Socken, in offenen Schuhen auf dem kalten, feuchten Balkon rumzustehen. Vielleicht. Vielleicht ereifern sie sich darüber, wie man nur so unvernünftig sein kann, sich freiwillig eine Erkältung zu holen.
Aber ich geh doch gleich wieder rein! , rufe ich ihnen in Gedanken zu, ich rauche nur schnell mein Zigarettchen, dann verschwinde ich wieder, husch, ab ins warme Zimmer.
Rauchen ist auch unvernünftig. Ja, ich weiß. Aber es sind nun mal die unvernünftigen Dinge, die am meisten Spaß machen im Leben.
Und wenn ich so zurückdenke, dann hab ich es größtenteils meiner Unvernunft und meiner Spontanität zu verdanken, dass ich im Leben vorangekommen bin. Vernünftiges Handeln hat mich, tatsächlich, überwiegend nur in Sackgassen geführt…

… ich soll die Absage `nicht als Abwertung meiner Person oder meiner fachlichen Qualifaktion´ sehen… (ja, als was denn sonst?) … Man wünscht mir für meinen weiteren Berufsweg alles Gute und viel Erfolg. … Nun ja, zumindest hat die Dame mir schnell auf meine Bewerbung geantwortet, innerhalb weniger Tage, das rechne ich ihr hoch an. Sie hat mich nicht in der Warteschleife hängen lassen, Wochen, Monate, wie all die anderen.
- Tja, dahin hat mich meine Vernunft gebracht: in die Warteschleife. Nix bewegt sich. Verharren. Erstarren.
- Weil ich so vernünftig war, mich intensiv um einen festen Arbeitsplatz zu bemühen, Tag für Tag stundenlang die Jobbörsen abklapperte, Bewerbungen schrieb, bis mir die Augen brannten, bis ich mich erschöpft und ausgepumpt fühlte. Ja, dahin hat mich meine Vernunft gebracht.

Mir ist kalt. Ich drücke meine Zigarette im Aschenbecher aus. Langsam, ganz ohne Hetze.
Und beschließe spontan, heute mal einen unvernünftigen Tag einzulegen.
Mich raus aus dem Trott zu heben.
Keine Jobbörsen abklappern, keine Bewerbungen schreiben, nein, nix mit vernünftig die Zeit nutzen, heute.
Sondern unvernünftigerweise dem Arbeitsmarkt den Rücken kehren. Für heute. Vielleicht morgen auch noch. Vielleicht die ganze Woche. Vielleicht auch noch länger. Vielleicht für immer? …

Ich hab noch zwei Geschichten auf dem PC gebunkert, vor Monaten begonnen, dann abgebrochen. Jetzt hab ich Lust, daran weiterzuschreiben. Und mein kleiner Roman freut sich bestimmt auch, wenn ich bißchen mehr Zeit mit ihm verbringe.

Ich schließe die Balkontür, ziehe mich ins warme Wohnzimmer zurück. Freue mich darauf, unvernünftig meine Zeit zu verbringen, Stunden, Tage, Wochen ….
mal schau´n, wie lange ich es durchhalte, der Vernunft den Riegel vorzuschieben. Mein Wille ist stark. Und wo ein Wille, da ein Weg.

"Balkongedanken" and Allgemein29 Mai 2009 11:01 am

Mein mitleidiges Herz war wieder einmal blind für die schön blühenden Pflanzen und suchte mit geübtem Blick die armseligst aussehenden Blümchen aus, die angeboten wurden. Es drängte mich, sie vor dem Schicksal des `Herabsetzens auf Schleuderpreis´ zu bewahren und ihnen die Chance auf ein blühendes Sommerleben zu ermöglichen.
Und sie nutzten ihre Chance.
Bereits wenige Tage nachdem meine Tochter sie liebevoll eingepflanzt hatte erholten sie sich, langsam zwar, aber von ihrem anfangs unwürdig verkümmerten Zustand ist kaum noch was zu sehen, sie freuen sich offensichtlich immer mehr ihres Lebens. Und wir uns über sie.
Und so bekommt unser Freiluft-Idyll nun endlich auch sein wohlverdientes sommerliches Ambiente.

balkon-1.JPG

Und darum werde ich die bevorstehenden Pfingsttage vermutlich überwiegend hier

balkon-2.JPG

verbringen. Ich freue mich schon drauf! Einfach nur abhängen, lesen, relaxen.

******** :-) ******** :-) ******* :-) *******

Und für den Fall, dass mir das Wetter einen Strich durch meine Pläne machen sollte, steht schon die Alternative bereit. Dann relaxe ich eben hier

schreiben.JPG

und schreibe ein bißchen an meinem Manuskript weiter.

Und nun freue ich mich auf die vor mir liegenden freien Tage. Und wünsche euch allen ein schönes Pfingstfest!

Liebe Grüße an alle
von Wally

"Balkongedanken"03 Mrz 2009 12:53 pm

Die Sonne bricht kraftvoll durchs Baumgeäst, so prall und gleißend, dass ich die Augen zusammenkneifen muss. Sie wärmt mein Gesicht, wie eine Heizung, und mir kommt spontan in den Sinn … die Sonnenmilchreste vom letzten Sommer aus dem Schrank zu kramen, um einem Sonnenbrand vorzubeugen. Ja, ist denn schon Sommer?
Nein, sicherlich nicht. Denn der Wind, der um meine Schultern streicht ist noch nicht mal frühlingshaft warm, sondern ausgesprochen kühl. Brrr, bibber.
Laut Kalender beginnt der Frühling erst um den 20. März. Aus meteorologischer Sicht aber hat er bereits am letzten Sonntag, am 1. März begonnen. Aus meiner persönlichen Sicht hat er schon Mitte Februar begonnen, nämlich an dem Tag, als ich die erste Vogelschar am Himmel erblickte. - Heute scheint mir, dass der Frühling noch angestrengt nach einem Platz zum Niederlassen sucht, sich aber noch unschlüssig ist, beim Wann und Wo und ob überhaupt …

Fröstelnd ziehe ich die Schulterblätter hoch, lege spontan die Arme schützend um meinen Körper. Stehe hier auf dem Balkon mit sommerlich aufgeheiztem Gesicht und winterlich zitterndem Körper. So was Verrücktes. Irgendwie witzig. Ein Kichern gluckert ungewollt aus meinen Stimmbändern. Echt albern. Vielleicht hab ich schon einen kleinen Sonnenstich … ?

Im Hof grünen bereits Sträucher und Bäume. Nur der hohe Laubbaum vor meinem Balkon ist noch kahl… Auch hier oben auf meinem Balkon ist es noch kahl. Tisch und Stühle sehen nun noch verwitterter aus, als im letzten Jahr. Sind schon lange mehr grau als weiß, deutlich geprägt von vielen Sommern Sonne und vieler Winter Kälte.
- Schon seit Jahren nehme ich mir am Ende jedes Sommers vor, für die nächste Sonnenzeit eine neue Sitzgarnitur zu kaufen. Und wenn dann der Frühling beginnt verschiebe ich die Gedanken aufs nächste Jahr, weil es mir widerstrebt um der Schönheit willen Geld für etwas Neues auszugeben, obwohl das Alte noch stabil und intakt ist. In diesem Jahr wird es wohl genauso gehen… Aber neue Sitzpolster werde ich mir gönnen, nehme ich mir vor… so wie in jedem Jahr. Letztendlich werden mir die alten vermutlich dann doch noch gut genug sein, für `noch eine´ Saison. Wie in jedem Jahr. Bin ich geizig? Oder nur vernünftig? Vielleicht auch nur zu bequem.

Aus den Blumenkübeln wuchern Berge von Unkraut. Viel mehr, als in den vorherigen Jahren, scheint mir. Und dieses Mal hat keine einzige Pflanze den Winter überlebt. Der eisige Winter hat alles Lebende auf dem Balkon hinweg gerafft. Kein schöner Gedanke. .. Mein inneres Auge reagiert sofort. Malt sich schon die Farben der Blumenpflanzen aus, die den Balkon in neuem Leben erstrahlen lassen werden…. wieder so lustig kunterbunt wie im letzten Jahr, ja, das hatte was, gefiel mir besser, als farblich aufeinander abgestimmte Pflanzen … und auf jeden Fall wieder pinkfarbene Fuchsien, die liebe ich einfach, die gehören für mich unbedingt zum Sommer dazu. .. Am liebsten würde ich sofort loslegen, Unkraut und alte Erde rigoros aus den Kübeln entfernen, mit nackten Händen neue Erde einfüllen, Blumen einpflanzen, Leben einhauchen …

Doch erst einmal muss flatternde Wäsche als Balkonschmuck ausreichen. Denn die Waschmaschine ist fertig mit Schleudern. Also auf, auf!
… Und somit erkläre ich hiermit feierlich die diesjährige `Balkon-Wäsche-Trockner-Saison´ für dauerhaft eröffnet! :-)

trockenzeit.JPG

"Balkongedanken" and Allgemein18 Sep 2008 10:48 am

Nun ist es richtig Herbst geworden. Sonnig, klar und kalt. Zu kalt, um sich auf den Balkon zu setzen. Zu schön, um nur durchs Fenster nach draußen zu schauen.
In den Rahmen der offenen Balkontür gelehnt, lasse ich mir den frischen Wind durchs Hirn blasen. Das tut mir gut, klärt die Gedanken, öffnet den Blick…
Unkraut wuchert aus den Balkonpflanzen. Hab mich nicht genug gekümmert um sie, in diesem Sommer. Nun neigt sich ihre blühende Zeit dem Ende zu. Sie sind vergänglich. So wie vieles im Leben vergänglich ist, kurzlebig oder langlebig, aber dennoch vergänglich…

An dir aber scheint die Zeit spurlos vorübergegangen zu sein. Ich sehe dich gerne an. Dein gelassenes Lächeln verzückt mich noch genauso wie am ersten Tag, wie damals vor siebzehn Jahren, als du zu mir kamst … Ich weiß noch, wer dich mitgebracht hat, du warst ein Geschenk, den Anlass weiß ich nicht mehr genau, ich glaube zu meinem dreißigsten Geburtstag …. lang lang ist´s her … viel ist passiert seit dieser Zeit, in meinem Leben, mir passiert, mein Leben ist mir passiert. Hat Spuren hinterlassen, in meinem Inneren, auf meinem Äußeren…
Doch du, du hast dich nicht verändert, bist derselbe geblieben. Egal ob Regen, Sonne, Schnee oder Frost: du liegst da und lächelst - als wäre das Leben ein Klacks und im Liegen und lächelnd zu meistern. Und erinnerst mich immer wieder daran, dass es so was wie Beständigkeit tatsächlich gibt…
Ich mag dich sehr, mein kleiner Freund. Und hoffe, dass wir beide noch lange gemeinsam durchs Leben gehen.

hippo.JPG

"Balkongedanken" and Allgemein14 Aug 2008 10:23 am

Blumen und Bäume wiegen sich im Wind. Die Luft ist kühl und klar, voller Sauerstoff, belebt Körper und Geist.
Kräftige Sonnenstrahlen wärmen mir wohltuend den geplagten Nacken. Die Sonne lächelt mir zu. `Es ist Sommer´, will sie mir sagen…
Ich lasse sie in dem Glauben - wohlwissend, dass ihre Kraft schon bald nachlassen wird… Denn auf ihn ist Verlass. Er kommt pünktlich. Hat seine Fühler schon weit ausgestreckt.
Ich kann ihn schon riechen, den Herbst.

Ihn kümmert´s nicht, dass der Frühling sich erst so spät im Jahr zum Einzug bequemte, und schon nach kurzer Zeit dem Sommer das Zepter übergeben musste. Es ist ihm auch einerlei, dass der Sommer die ihm zugeteilte Zeit nicht nutzte, sie mit seiner Wankelmütigkeit vergeudet hat.

Pünktlich hat er sich auf den Weg gemacht. Schickt seine Farben als Vorhut voraus. Mit fester Entschlossenheit marschiert er ins Land.
Der Herbst, er kommt, mit Riesenschritten. Zur rechten Zeit.
Auf ihn ist Verlass.

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