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Allgemein04 Sep 2010 02:41 pm

Zwei Monate sind vergangen, und ich bin noch zu keiner endgültigen Entscheidung gelangt.
Dennoch bin ich nicht stehengeblieben, sondern habe versucht mich an das “was will ich und was ist machbar” heranzutasten.

Als ersten Schritt hatte ich mir ein Sach-Blog zugelegt, zu einem Thema, das mich persönlich fortwährend interessiert. Euphorisch ging ich ans Werk.
Es machte mir sehr viel Spaß das Blog einzurichten, daran zu basteln, Infos zu recherchieren, auch mein PC war brav und ließ mich gewähren. Und dass ich dort für mich ganz alleine bin und keinen `Besuch´ kriege - damit hatte ich kein Problem. Es ging mir nur ums Tun und Ausprobieren und ich bekam den Eindruck: das ist genau mein Ding.
Dann holte mich das ein, was mich schon seit Monaten plagt: Zeitmangel, beruflicher Frust und PC Probleme. Mir wurde schnell klar, dass ich auch dieses neue Blog, wie dieses hier auch, nicht würde aktuell halten können. Und ein Sach-Blog muss immer auf aktuellem neuesten Stand sein, wenn nicht, hat es seinen Sinn verfehlt. Bedeutet im Klartext: nun hab ich zwei Blogs, die still stehen und in denen ich `tausend´ eingehende Spam löschen muss. Seufz.

Als zweiten Schritt hab ich mich nach langer Zeit noch mal im Schreiben von Auftragstexten versucht. Fazit: es macht mir nach wie vor Spaß Texte zu vorgegebenen Themen zu erstellen, zu recherchieren, am Text zu feilen - doch es ist auch sehr belastend für mich unter Zeitdruck schreiben, eine Abgabefrist einhalten zu müssen, eine zusätzliche Belastung also zu den privaten und beruflichen, die mich einengen. - Also auch hier kein Weg, den ich dauerhaft und zielstrebig mit Freude voran gehen könnte.

Positiv aufgefallen ist mir, dass mein Kopf wieder Geschichten schreibt. Er packt Situationen, Wortfetzen, Zeitunsschlagzeilen etc sofort beim Zipfel und formt kleine Geschichtchen daraus. - Negativ aufgefallen ist mir, dass ich kein Bedürfnis verspüre sie aufs Papier zu bringen. Somit wäre ein Rückzug ins stille Schreibkämmerlein zur Zeit auch nicht der richtige Weg, weil der Drang zum Schreiben fehlt.

Erschreckt hat mich, dass ich die Zeit, die ich früher mit Bloggen verbrachte nun nicht, wie eigentlich von mir erwartet, zusätzlich für anderes zur Verfügung habe, sondern sich die kleine Zeitlücke sofort schloss, als wäre sie nicht vorhanden. Fazit: ich habe mir die Zeit zum Bloggen wohl immer schon `klauen´ müssen, es war mir nur nicht bewusst.

Doch ich gebe noch nicht auf. Es schlummern noch einige Ideen in mir, ich möchte sie alle ausprobieren. Auch wenn diese ebenso im Sande verlaufen, so hab ich es aber wenigstens probiert.

Fazit meiner Zwischen-Analyse:
ich weiß zwar noch immer nicht wohin ich will, habe mich aber zumindest aus dem Verharren befreit, mich bewegt und erkannt, dass es mir gut tut mich Schritt für Schritt zu bewegen, egal wohin, Hauptsache weitergehen, denn ohne sich zu bewegen findet man nie aus dem Dunkel ins Licht und ohne Licht erkennt man nicht, ob man den passenden Weg gefunden hat.

Allgemein05 Jul 2010 12:51 pm

Als ich während der letzten Woche fast täglich mehr als 200 Spamkommentare hier vorfand und ich keine andere Wahl mehr hatte als in allen Beiträgen auf die Spam eingehen die Kommentarfunktion zu deaktivieren - war ich so genervt, dass mir in den Sinn kam mein Weblog aus dem Netz zu nehmen. Erst erschreckte mich mein eigener Gedanke, wo kam der plötzlich her?
Oder schlummerte er schon länger verborgen in mir und ich hatte ihn nur nicht zugelassen?
Seitdem denke ich ernsthaft darüber nach, wie es hier weiter gehen soll, und ob überhaupt.

Natürlich spielen auch die ungünstigen, äußeren Begebenheiten eine Rolle bei meinen Gedanken. Denn dadurch dass ich kaum noch Zeit zum Bloggen habe, zudem keinen eigenen funktionstüchtigen, verlässlichen PC mehr habe ist mir die Lust am Bloggen schon seit Monaten vermiest. Aber für den Fall dass meine Gedanken nur dem Frust meiner momentanen Situation entsprungen sind, würde es mir später wahrscheinlich leid tun, das Weblog aufgegeben zu haben. Denn das Leben bleibt nicht stehen, es geht weiter, irgendwann werde ich auch wieder mehr Zeit und einen neuen PC haben.
Also vielleicht erstmal einfach durchhalten und auf eine baldige günstige Wendung hoffen?

Als ich mich damals, vor fast vier Jahren aus einem spontanen Entschluss heraus ins Bloggerleben stürzte, war dies eine neue Welt für mich. Zum einen war es ein gewaltiger Schritt aus dem stillen Schreibkämmerlein hinaus in einen öffentlichen, auch für andere Menschen ersichtlichen Schreibraum zu wechseln, zum anderen aber auch ein Abenteuer, auf dass ich mich gerne einließ. Ich hatte eine Möglichkeit für mich gefunden, die mir das verschaffte, was damals wichtig für mich war: mich darin zu versuchen für andere, für Leser, zu schreiben, mich so im Schreiben weiter entwickeln zu können. Und schaffte es dadurch auch nach Beendigung meines Schreibstudiums am Schreiben dran zu bleiben.
Dieses Weblog war auf jeden Fall eine Bereicherung und ein ganz wichtiger Bestandteil meines Lebens.
- Doch ist es das auch jetzt noch?

Die Zeit ist nicht spurlos an mir vorübergegangen. In den fast vier Jahren meiner Bloggerzeit habe ich mich verändert. Doch wenn ich mein Blog aufschlage sehe ich immer das selbe Bild vor mir, das Design mit der Bahnhofsszene, dem vorbei rasenden Zug, dass ich mir damals ausgesucht hatte, ein Bild das voreingestellt wurde und an dem ich eigenhändig nichts verändern kann. Ein Bild - mit dem ich mich schon seit längerer Zeit nicht mehr identifizieren kann. Das bin nicht mehr ich.

Ich bin nun zu dem Entschluß gekommen, dass ich mich verändern möchte. Inwiefern, das weiß ich noch nicht.

- Es kann sein, dass ich mich erst langsam an eine Entscheidung herantaste, indem ich inhaltlich mit meinem Weblog einen neuen Weg versuchen werde.
- Es kann sein, dass ich `umziehe´, mich auf eine neue Herausforderung einlasse, mit einem neuen Blog, themenspezifisch, im Sachbereich, ein Wunsch, den ich schon lange hege, für den mir aber immer die Zeit fehlte, zwei Blogs parallel führen, würde ich nicht schaffen.
- Es kann ebenso sein, dass ich zu dem Schluß komme, den hier eingeschlagenen Weg in gewohnter Weise weiterzugehen.
- Es kann auch sein, dass ich mich ganz aus dem Bloggen zurückziehe, den Weg wieder zurückgehe in mein stilles Schreibkämmerlein, um mit dem Schreiben und mir wieder allein zu sein.
- Es kann sein, dass ich in diesem Fall dieses Weblog hier ruhen, aber offen lasse, für Menschen, die sich vielleicht hierher verirren und Spaß am Lesen der Texte haben.
- Es kann auch sein, dass ich einen klaren Schnitt mache, und das Weblog aus dem Netz nehme.

Über all dies werde ich eingehend nachdenken. Wie lange es dauern wird, bis ich für mich selbst Klarheit habe, weiß ich nicht.

Darum stelle ich hiermit mein Weblog auf unbestimmte Zeit auf `Standby´ .
Bedeutet: Es bleibt erstmal so stehen, wie es ist, aber es wird vorläufig keinen neuen Beitrag von mir geben. Erst dann wieder, wenn ich eine Entscheidung getroffen habe.
Ich komme natürlich weiterhin in euren Blogs vorbei, daran wird sich nichts ändern. Den Kontakt zu euch nöchte ich nicht missen. Es geht mir nur darum, für mich selbst einen neuen Weg zu finden.
An dieser Stelle einen ganz herzlichen Dank an euch alle, die ihr hier lesend und kommentierend eure Zeit mit mir verbracht habt. Ohne euch wäre dieses - mittlerweile recht füllige - “Weblog-Buch” hier nie entstanden.
Man liest sich auf jeden Fall auch weiterhin, so oder so.

Liebe Grüße,
eure Wally

"Balkongedanken"23 Jun 2010 11:40 am

Mein Balkon ist in warmes Licht getaucht.
Die Sonne hüllt mich ein, vom Kopf bis zu den Zehen. Schenkt mir ein Wohlgefühl. Ich genieße es.
Vögel zirpen fröhlich ihre Lieder.
In der Nähe wird gemächlich gehämmert und bei der Arbeit gepfiffen.
Irgendwo nebenan unterhalten sich Menschen in ruhigem, freundlichen Ton.
Hin und wieder trotten Autos vor dem Haus die Straße hinunter…
Schöne Atmopshäre heute. Nicht zu still, gemütlich friedlich.

Und ich sitze hier und genieße. Schließe die Augen, lasse alles auf mich einwirken.

Gestern noch voller Power, viel erledigt, den freien Tag genutzt -
heute auch noch arbeitsfrei, aber völlig ohne Energie, ohne Kick irgendwas anzupacken.
Egal.
Gib deinem Körper, was er braucht.
Gestern brauchte er Bewegung, drängte nach Rumwerkeln, hier und dahin gehen, fahren …
heute braucht er Ruhe, will sich entspannen, will nur sitzen und genießen, Gedanken schweifen lassen.

Nächstes Jahr werde ich 50 Jahre alt. Erwische mich schon jetzt dabei, dass ich Bilanz ziehe. was hab ich geschafft, was nicht, was kann ich noch verbessern, wofür ist es zu spät. Besser wäre, nur das zu sehen, was man in der Vergangenheit bewältigt hat, stolz auf all das zu sein, was man gepackt hat.
Aber ich wäre nicht ich, wenn ich so denken würde.
Der Miesmacher in mir führt mir vor Augen, was hätte sein können, was ich verpasst habe.
Und hat mal wieder erreicht, dass ich rumgrübele, was geht noch, was kann ich verändern und vor allem: was will … ich verändern .

Doch mein Kopf ist heute zu träge, um Entscheidungen zu treffen. Und der Tag zu schön, für trübe Gedanken.

Ich schneide dem Miesepeter schnipp schnapp die Leitung ab. So.
Und dem Notruf meiner Bügelberge antworte ich mit einem gelassenen `Komme heute irgendwann mal vorbei, so gegen Abend.´
So.
Heute ist Sommer.
Und ich sitze hier und genieße ihn.

Allgemein31 Mai 2010 09:53 am

Noch ist es in meinem Hirn nicht richtig angekommen. Klar, freue ich mich für Deutschland, aber momentan befinde ich mich noch in einer Art Schockzustand. Es ist so unwirklich, kaum zu fassen…

nach vielen Jahren in denen man sich nach den Worten “Germany 12 Points” verzehrte, sie aber nicht zu hören bekam… 28 Jahre nach Nicoles “Ein bißchen Frieden” , unserem ersten und bis dato einzigen Sieg beim “Grand Prix des Singens” …
mit satten 246 Punkten, sage und schreibe 76 Punkten Vorsprung vor dem zweitplatzierten Türkei, gewinnt Lena Meyer-Landrut mit ihrem Song “Satellite” und

… Deutschland ist Sieger des European Song Contest 2010….

Songs, die sich eher ausserhalb der üblichen GrandPrix Musik befinden, haben durch ihre `Andersartigkeit´ in den letzten Jahren immer recht gute Chancen gehabt weit nach vorne zu kommen, treffen scheinbar die europäische Mitte, dafür gibt es Beispiele genug in der Grand Prix Geschichte. - Und “Satellite” ist so ein Song.
Von daher hatte ich vorab fest damit gerechnet, dass Lena es in die Top 10 schaffen würde. Je nach Schwächeln der Konkurrenz vielleicht sogar Platz 5 .
Aber dass fast alle Länder Punkte für Deutschland vergeben würden und dabei sogar 9x die Worte: “12 points goes to Germany” fallen würden
- ich denke nicht nur ich, sondern die meisten deutschen Zuschauer hatten erst mal Probleme mit dem Hirn zu erfassen, was da stattgefunden hatte…

… und was es nach sich zieht:

Der nächste European Song Contest wird in Good old Germany stattfinden !

Herzlichen Glückwunsch Deutschland :-) .

Allgemein15 Apr 2010 12:11 pm

Ohne Zettelwirtschaft läuft bei uns zu Hause nichts. Wer auch immer von uns dreien auf die Schnelle den anderen ( oder sich selbst ;-) ) eine Nachricht hinterlassen möchte schreibt diese in Stichpunkten auf `den Block´.

`Den Block´ hatte ich irgendwann einmal in einem Lebensmittelmarkt als Werbegeschenk erhalten.
Weil er so dick war, dass das Schreiben darauf äußerst unhandlich war wurde er von mir kurzerhand in mehrere kleinere Blöcke zerteilt, mit der strikten Anweisung eine Block-Nachricht immer auf dem Esstisch abzulegen. Und zwar keine losen Zettel, sondern den kompakten Block, um einem Dahinsegeln der Nachrichten unter den Tisch oder sonstwohin von vornherein vorzubeugen. Der Bequemlichkeit halber wurden die Zettel `nach Ablauf´ nicht abgerissen und vernichtet, sondern für eine neue Nachricht einfach umgeblättert zum nächsten weißen Blatt.

Warum ich das hier erzähle? ;-)

Weil ich jüngst nach einer Telefonnummer gesucht - und, nebenbei erwähnt, sie tatsächlich gefunden habe - und mir beim Stöbern im Block, bzw den mehreren zerteilten Blöcken erst bewusst wurde das unser Block-Nachrichten-Handling im Laufe der Zeit zu einem lustigen Familen-Alltags-Tagebuch geworden ist.

Neben Telefonnummern, Adressen, Arzterminen, Arbeitszeit-Einsatzterminen, Wegbeschreibungen zu neuen Arbeitsplätzen etc finden sich auch Gedächtnisstützen wie:

“Tante wird 80, Glückwunschkarte kaufen!”
“Neue Adresse von …! : …. ”
“Martina Hochzeitstag!” ;-)
oder
“Badminton-Mitgliedschaft kündigen!” (was ich, oh Graus, noch immer nicht erledigt habe :shock: , obwohl Fräulein Tochter schon seit Monaten nicht mehr zum Training geht)

oder `Notizen für schnelles Kochen´ wie:

1 Currywurst mit kl. Pommes
1 Paprika-Rahmschnitzel
oder
1 Pizza Mista
1 Lasagne
1 Pizza Rosa
*grins* .

oder “Abwesenheits-Erklärungen” z.b von meiner Tochter, wie:

“Mama, ich geh nicht zum Fussball-Training hab Kopfweh bin bei Maria” … ;-) oder
“Bin nach Jülich gefahren, brauche noch Sachen für die Schule und so” (was im Klartext heißt: bin shoppen, auf Schnäppchenjagd bei `Madonna und co´ :roll: )
oder von meinem Sohn:
“Brauchst für mich nicht mitzukochen”
(was bedeutet, dass Sohnemann sich nach der Berufsschule mal wieder (lieber) mit seinem Freund bei ´Subway` den Bauch voll schlagen geht, weil er weiß, dass es zu Hause Fisch gibt *groll*)

oder `Arbeitsanweisungen´ an mich, wie:

“Berufsschul-Zeugnis rauslegen! muss es mit zur Arbeit bringen”
oder
“Englisch-Arbeit unterschreiben!”
“Zettel für Elternsprechtag ausfüllen!”
“Jacke im Keller schon trocken?” (bedeutet: hab Angst in den Keller zu gehen, kannst du die Jacke holen :roll: )
“Bin bei Sara, rufe dich gegen halb fünf an!” (bedeutet: dass ich Taxi spielen, sie von der Freundin abholen, anschließend zum Fußballtraining bringen, später abholen muss *Haare rauf* )

Ab und zu gibts auch mal Wichtiges für mich:
“Mama, deine Arbeit hat angerufen, sollst morgen früh zurückrufen, dringend!”

Kurz gesagt: Leben pur. Zusammengefasst in Stichpunkten.
So wird ein kleiner, quadratischer, schlichter `Memory - Notizblock´
… zum Geschichtenerzähler und Zeitzeugen.

"Balkongedanken" and "Gedankensplitter" (Schreibübungen)23 Mrz 2010 12:13 pm

Der Winter
war zu mächtig,
kalt und
gnadenlos
bot keine Chance
ihn unbeschadet
zu überstehen,

von Nässe, Frost
und Trübnis gepeinigt,
Deutlich seine Spuren
Plessuren,
erschlafft, leblos,
kaputt.

Doch nun kommt
Er daher,
der Frühling,
nun zeigt
Er
seine Macht,

zeigt,
dass manches
was verendet scheint,
doch noch Kraft
haben kann,
sich aufzubäumen,

beweist,
dass aus
Trümmern
neues Leben
wachsen kann,

jedes Ende
ein neuer Anfang
ist,

bringt Zuversicht,
schenkt Vorfreude
darauf,
sich zu recken, zu strecken,
neu und kräftig zu wachsen,
aus dem Dunkel heraus
ins Licht.

21-03-10_1547.jpg

Allgemein12 Mrz 2010 12:46 pm

Es hat sich gelohnt.
Keine Ahnung, woher sie so plötzlich kam, diese Jetzt-oder-nie-Euphorie.
Ich fühlte mich wie ferngesteuert. Nicht Herr meiner selbst. Stundenlang.
So, als gäbe es nur noch diesen einen Tag, um Ordnung in mein Leben zu bringen.
Das Bedürfnis, nach wochenlanger Oberflächlichkeit zumindest wieder eine zufriedenstellende Grundordnung herbeizuführen verlieh mir Kräfte, die ich wochenlang verloren glaubte. Der Drang zum Ballast abwerfen, entsorgen, reinigen und Platz schaffen war so übermächtig - ich hatte keine Chance mich ihm zu entziehen. Mechanisch wie ein Roboter ackerte ich mich durch alle Zimmer, reinigte akribisch vor allem die Ecken, über die ich sonst mit einem “mach-ich-ein-ander-mal-” -Blick hinwegsehe.

Auch heute, Tage später, ist mein Staunen noch groß, was ich innerhalb acht Stunden fast ununterbrochener Räumungswut zu leisten fähig war. Erstaunt auch darüber, was das äußerliche Aufräumen gleichzeitig in meinem Innersten bewirkt hat. Schritt für Schritt.
Denn auch mein Hirn fühlt sich an , wie aufgeräumt. Auch dort, ist eine gewisse Grundordnung wieder eingekehrt. Schritt für Schritt.
Die quälenden Grübeleien der letzten Wochen sind aus sämtlichen Ecken eingesammelt, `Stolpersteine´ vom Boden aufgelesen, alles ordentlich in einer Kiste verstaut, Deckel zu. Nun ist wieder mehr Platz, für das Wesentliche, und für Neues.

Nein, es ist nicht so, dass es mir gelungen wäre alles was mich quält in Nichts aufzulösen, aus meinem Leben zu entfernen. Es gibt noch einige Winkel in Wohnung und Hirn, mit denen ich mich intensiv auseinandersetzen, die ich noch vom Ballast befreien möchte. Doch alles auf einmal geht nicht. Die Zeit wird kommen, in der ich bereit sein werde auch das Übriggebliebene aufzuräumen, als `abgehakt ins Archiv zu den Akten zu legen´. In der Wohnung ebenso wie im Hirn. Da bin ich zuversichtlich.

Es tut mir gut wieder eine zufriedenstellende Ordnung, eine gradlinigie Struktur in meinem Leben zu sehen. Sie schenkt Gelassenheit, Zuversicht, gibt mir Kraft und Halt.
Alles wird gut. Außen, und innen.
Strukturieren - so heißt ab sofot mein Zauberwort :cool:

Allgemein23 Feb 2010 10:51 am

Am 24. Februar ist der Namenstag des heiligen Matthias, der sogenannte `Mattheis-Tag´ . Den Bauernregeln nach ein bedeutsamer Tag, der
`das Wetter macht für die nächsten 40 Tag´:

“Wenn neues Eis Matthias bringt,
so friert’s noch 40 Tage,
wenn noch so schön die Lerche singt,
die Nacht bringt neue Plage.”

Also entscheidet Mattheis wohl, ob der Winter vorbei ist, oder erst anfängt:

“Mattheis bricht’s Eis,
hat er keins,
so macht er eins.”

“Taut es vor
und auf Mattheis,
geht kein Fuchs mehr
übers Eis.”

doch

“Hat Mattheis
seine Hack’ verloren,
wird erst St. Joseph (19. 3.)
das Eis durchbohren.”

Und auch der Osterhase blickt wohl ängstlich auf den Mattheis-Tag, denn er bringt ihm die Antwort darauf, ob er fröhlich und im Adamskostüm seine Ostereier verstecken kann - oder sich bis dahin einen Pelz und Stiefel zulegen muss, denn:

“Tritt Matthias stürmisch ein,
wird’s an Ostern
Winter sein. *
:shock:

Und wenn ich nun heute, einen Tag vor Mattheis-Tag, aus dem Fenster schaue: Regen, Regen, Regen, trüber verhangener Himmel - dann gruselts mich schon ein wenig, denn

“Wie’s Petrus vor Matthias macht,
so bleibe es
durch 40 Nacht.”

Ich bin zwar froh, wenn der Winter endlich vorbei ist, Schnee und Glätte von den Straßen sind, die Minus-Kälte endlich ein Ende hat - aber 40 Tage Regen … *seufz* , keine schönen Aussichten.
Am meisten Sorge macht mir der Satz “Mattheis brichts´ Eis, hat er keins, so macht er eins” - denn wir haben Tauwetter, unwahrscheinlich, dass morgen noch irgendwo Eis rum liegt … und wenn Mattheis kein Eis zum Brechen findet, dann macht er neues, oder wie ? :shock:

Vielleicht hilft´s ja ein paar neue Bauernregeln zu erfinden … *grins* , sich das Wetter schön zu reden ;-) , z.B.

“Wenn´s vor Matthias ganz viel regnet,
wird erntereich das Feld gesegnet.”

oder

“Wenn vor Mattheis
viel Regen fällt
wärmt bald viel Sonne
Herz und Welt.”

ääähm … lach …

oder wie wär´s mit dem hier:

“Wenn Mattheis kommt
mit Regen geritten
naht der Frühling schon
mit großen Schritten”
:-)

Vielleicht fällt euch ja noch was ein, um dem morgigen Mattheis-Tag eine Schön-Wetter-Prognose abzuringen *lach*

Allgemein21 Feb 2010 04:18 pm

Da ich es satt habe weiterhin Energie und Nervenkraft in die `Sanierung´ meines PC zu stecken ohne einen kleinen Schritt weiterzukommen, habe ich soeben kurzerhand mein altes Laptop wieder online gebracht. Zwar keine super Lösung, denn meine ´alte Lady´ bewegt sich mit äußerst müden Schritten durch die Online-Welt - hin und wieder bleibt sie auch mal ein Momentchen stehen um wieder Puste zu holen - aber zumindest ermöglicht sie mir, mich wieder online bewegen zu können und stürzt nicht ab.
Groß ist meine Freude, mein Weblog endlich wieder in aller Ruhe betreten zu können :D , ohne Panik, dass sich die Maschinerie von jetzt auf gleich selbständig runterfahren könnte, während ich am Schreiben bin. Ein wenig betrübt bin ich darüber, dass die alte Lady mir mein Weblog leider nur `nackig´ präsentiert, ohne Outfit

wally-ohne-outfit.JPG

- aber ich will nicht undankbar sein ;-) , Hauptsache, ich kann wieder überwiegend reibungslos online sein.
In alle von mir gern besuchten Seiten komme ich allerdings nicht rein, wegen Problemen mit der Ansicht, die ich selbst nicht gelöst kriege. Aber vielleicht kann mein Sohn da mehr erreichen.
Ob ich in all eure Blogs reinkomme und auch kommentieren kann weiß ich noch nicht, werde aber jetzt - endlich wieder :-) - einen ausgiebigen Ausflug in die Bloggerwelt machen und hoffe, dass meine alte Lady bereitwillig alle Fenster und Türen öffnet *bet*.

Einen schönen Sonntag :-)
wünscht euch
Wally

Allgemein03 Jan 2010 08:19 pm

Der letzte Jahrzehnt-Wechsel fand mit Beginn des Jahres 2000 statt und war gleichzeitig auch ein Jahrtausend-Wechsel. Kaum zu fassen für mich, dass seitdem schon zehn Jahre vergangen sind, im neuen Jahrtausend. Wo ist nur die Zeit geblieben :shock: ?
- Ja, wo wohl ;-) vergangen ist sie eben, so wie immer, stetig vorangeschritten, so wie das ihre Art ist. Und ich, bin ich mit ihr gegangen? …
Ja, da kann ich mich beruhigt zurücklehnen, zufrieden mit mir sein.

Es waren zehn harte Jahre, oft voller Entbehrungen, ein Leben als alleinerziehende Mutter ist nun mal ein hartes Brot - aber reich an Erfahrungen wurde ich in all den Jahren, habe es geschafft mich immer wieder durchzubeißen, Sackgassen zu verlassen und neue Wege zu suchen, sie zu gehen, dabei viel Schönes erlebt, viele Menschen kennen und schätzen gelernt, und immer wieder neugierig neue Türen geöffnet.

Eine der wichtigsten Türen fand ich im Jahre 2003, eher zufällig. Ich öffnete sie nur aus Neugier, aus purer Lust, mal was neues auszuprobieren - nicht ahnend, dass diese Tür mein Leben umstülpen, mich in ein neues, faszinierendes Land führen würde: in das Land des Schreibens.
Auch wenn ich es zwischenzeitlich immer mal verlassen muss, um nach neuen Wegen zu suchen, neue Türen zu finden und zu öffnen, die mir und meinen Kindern bessere Lebensbedingungen schaffen könnten - so kehre ich doch immer wieder zum Ausspannen dahin zurück -
und ich weiß, ich werde die Tür dort hin niemals schließen, werde immer wieder ins Land des Schreibens zurückfinden. … Und irgendwann einmal, wenn der Boden unter meinen Füßen nicht mehr ständig wackelt, sondern mich fest und sicher tragen kann … und die Lebensumstände es erlauben … dann, ja dann … möchte ich mir in diesem Land ein Haus bauen und für immer dort wohnen…

Das letzte Jahrzehnt, vor allem das Jahr 2009 war für mich eine sehr anstrengende, Kräfte zehrende Zeit, eine beschwerliche Reise in kleinen, mühsamen Schritten, auf holprigen, meist nur karg beleuchteten Wegen, immer in der Angst vielleicht doch auf dem falschen Pfad zu sein - darum wünsche ich mir für dieses neue Jahrzehnt:
neben viel Freude und Gesundheit für mich und meine Lieben auch
ein Leben mit beschwingten, fröhlichen Schritten auf sicheren Straßen,
und
stets helles Licht für allzeit klare Sicht…
( Ist doch nicht zu viel verlangt, oder? ;-) )

Sei herzlich willkommen 2010,
du öffnest die Tür fürs neue Jahrzehnt,
nimm mich mit an deiner Hand,
führ´ mich in sicheres, helles Land.

Ein Schluck zur Stärkung noch, tut gut,
und dann geht´s los, mit frischem Mut.
Prost!

herzlich-willkommen-2010.JPG

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