Wintergeschichten and Persönliches01 Feb 2010 11:26 am

Der Trotzkopf

Es war an einem Sonntag im Winter. Ich war zwölf Jahre alt. Damals verfügte noch nicht jedes Haus in unserem Dorf über einen Telefonanschluss. Genau genommen gab es nur zwei Telefone im ganzen Dorf und eines davon hatten wir. Sehr zu meinem Leidwesen. Denn immer wieder musste ich zu irgendwelchen Leuten im Dorf laufen, um sie an unser Telefon zu holen, weil jemand für sie angerufen hatte und auf Antwort wartete. So war es auch an diesem bewussten Sonntag.

Ich sollte ins Haus nebenan gehen, um meinem Onkel Bescheid zu sagen, dass für ihn ein Anruf eingegangen war. Ich hatte aber keine Lust in die Kälte raus zu gehen, wollte lieber in meinem Zimmer bleiben und weiter Schallplatten hören und Poster aufhängen. Doch mein bockiges „Nein, ich geh nicht!“ - Gebrüll und auch die wütenden Trotztränen beeindruckten meine Eltern kein bisschen. Ich musste mich ins Unvermeidliche fügen.
Doch so leicht gab ich mich nicht geschlagen…
Um die an mir verübte Ungerechtigkeit zu demonstrieren - zog ich meine gelb-roten Hochplateau-Sommerschuhe an und weigerte mich, eine Winterjacke überzuziehen… Und wenn ich mich nun erkälten oder mit meinen Sommerschuhen auf dem Schnee ausrutschen würde, dann wären das meine Eltern schuld, weil die mich bei dem eisigen Wetter raus schickten. Jawohl… - Und schwupps, war ich raus aus dem Haus, ehe mich jemand zurückhalten konnte.
Die besorgten „Du wirst doch wohl so nicht raus gehen?“ – Rufe nahmen meine Ohren mit Genugtuung auf. Und das Gefühl des Triumphes wärmte mich auf meinem Weg, so dass ich die Winterjacke tatsächlich nicht vermisste. `Eine gelungene Darbietung, ein super Abgang, Wally, das war bühnenreif´, applaudierte es in mir. Ich war stolz auf mich. Tja .. und so kam es, wie es kommen musste…ich hatte es ja förmlich `herbeigerufen´…

Kaum auf der Straße angekommen, knickte ich im dicken Schnee weg und fiel hin. Blieb einen Moment liegen, überlegte, ob ich diese Situation für einen zusätzlichen `Dramenakt´ nutzen sollte, um so die Ungerechtigkeit meiner Eltern noch stärker hervorzuheben. Aber weil mir auf einmal kalt wurde, entschied ich mich dafür, lieber schnell aufzustehen und meinen Auftrag hinter mich zu bringen. Also stand ich auf.
Und fiel sofort wieder hin, auf meinen Allerwertesten. Aua!
Drei weitere Aufsteh-Versuche endeten ebenso mit dem Po im Schnee. Ich verfluchte mich insgeheim, dass ich so kindisch trotzig gewesen war, mit meinen Sommerschuhen in den Schnee hinaus zu gehen. Langsam wurde ich wütend. Weil ich mir so albern vorkam. Hoffentlich sah mir keiner zu. Voll peinlich, dass ich immer wieder in den Schnee fiel… Und seltsam, dass mein linker Fuß auf einmal mit den Zehen nach rechts zeigte…

Und dann ging alles sehr schnell. Ich erlebte es, als wäre es ein Traum, der im Zeitraffer ablief:
Die Nachbarin von gegenüber kam aus ihrem Haus gelaufen, rief irgendwas zu mir, lief dann zum Haus meines Onkels, der kam eilig angerannt, hievte mich auf seine kräftigen Arme, ächzte dabei schwer – was kein Wunder war, bei meinem Moppel-Gewicht – legte mich bei uns zu Hause in einem Sessel ab mit den Worten: „Ich glaub, die hat den Fuß kaputt“ und erledigte dann, wo er schon mal hier war, auch sein Telefongespräch.

Von dem was danach passierte, weiß ich nicht mehr viel. Nur noch, dass meine Mutter den Arzt im Krankenhaus zu belehren versuchte, dass mein Fuß ganz bestimmt nicht gebrochen, sondern wahrscheinlich nur stark verstaucht wäre, woraufhin der Arzt sich genötigt fühlte, seine Berufsehre vehement zu verteidigen und mehrfach, immer lauter werdend darauf beharrte, dass der Fuß ganz klar gebrochen wäre, sogar schwierig gebrochen, er müsse operiert werden.
Mir war, als würde ich einem erbitterten Hahnenkampf zusehen. Irgendwann war der Kampf ausgefochten. Der Arzt hatte gewonnen. Meine Mutter weinte. Ich weinte auch, obwohl ich nicht so recht wusste, warum. Das wurde mir erst klar, als ich auf dem OP Tisch lag und vor Angst zitterte, Angst vor der Operation, Angst vor wochenlangem Krankenhausaufenthalt, Angst, vielleicht an Weihnachten nicht zu Hause zu sein.

Nach drei Wochen Liegegips wurde mir vom Oberschenkel an bis zu den Zehen ein Gehgips angepasst. Damit durfte ich endlich wieder nach Hause, kurz vor Weihnachten.

Im Januar hieß es in der Zeitung, es wäre der „Winter der gefallenen Mädchen“, denn ungewöhnlich viele Frauen und Mädchen hätten in diesem Winter Bein- Fuß oder Armbrüche erlitten.

… So wurde ich zu einem `gefallenen Mädchen´… und nicht nur auf meinen gebrochenen Fuß bezogen. Denn durch dieses Erlebnis war auch die Trotzmauer in mir gefallen, der kindische Trotz endgültig gebrochen. Zum Glück. Denn dadurch wurde ich vermutlich vor weiteren unsinnigen Handlungen bewahrt. Wer weiß, was mir sonst noch so alles passiert wäre…

*******
Niemals geht man so ganz, heißt es. Stimmt. Denn der Trotzkopf in mir hatte sich nicht einfach in Luft aufgelöst, wie ich mittlerweile weiß. Er hat nur geschlafen und sich später eine neue Bleibe gesucht. Treibt jetzt im Kopf meiner Tochter ihr Unwesen. Manchmal. … Besser, ich entferne ihre Sommerschuhe aus dem Schuhschrank und verstecke sie im Keller, bis der Winter rum ist. Man weiß ja nie…

(ursprünglich geschrieben für “Dodos-Geschichten-Domino” http://www.blauer-buchblog.de/ )

Allgemein03 Jan 2010 08:19 pm

Der letzte Jahrzehnt-Wechsel fand mit Beginn des Jahres 2000 statt und war gleichzeitig auch ein Jahrtausend-Wechsel. Kaum zu fassen für mich, dass seitdem schon zehn Jahre vergangen sind, im neuen Jahrtausend. Wo ist nur die Zeit geblieben :shock: ?
- Ja, wo wohl ;-) vergangen ist sie eben, so wie immer, stetig vorangeschritten, so wie das ihre Art ist. Und ich, bin ich mit ihr gegangen? …
Ja, da kann ich mich beruhigt zurücklehnen, zufrieden mit mir sein.

Es waren zehn harte Jahre, oft voller Entbehrungen, ein Leben als alleinerziehende Mutter ist nun mal ein hartes Brot - aber reich an Erfahrungen wurde ich in all den Jahren, habe es geschafft mich immer wieder durchzubeißen, Sackgassen zu verlassen und neue Wege zu suchen, sie zu gehen, dabei viel Schönes erlebt, viele Menschen kennen und schätzen gelernt, und immer wieder neugierig neue Türen geöffnet.

Eine der wichtigsten Türen fand ich im Jahre 2003, eher zufällig. Ich öffnete sie nur aus Neugier, aus purer Lust, mal was neues auszuprobieren - nicht ahnend, dass diese Tür mein Leben umstülpen, mich in ein neues, faszinierendes Land führen würde: in das Land des Schreibens.
Auch wenn ich es zwischenzeitlich immer mal verlassen muss, um nach neuen Wegen zu suchen, neue Türen zu finden und zu öffnen, die mir und meinen Kindern bessere Lebensbedingungen schaffen könnten - so kehre ich doch immer wieder zum Ausspannen dahin zurück -
und ich weiß, ich werde die Tür dort hin niemals schließen, werde immer wieder ins Land des Schreibens zurückfinden. … Und irgendwann einmal, wenn der Boden unter meinen Füßen nicht mehr ständig wackelt, sondern mich fest und sicher tragen kann … und die Lebensumstände es erlauben … dann, ja dann … möchte ich mir in diesem Land ein Haus bauen und für immer dort wohnen…

Das letzte Jahrzehnt, vor allem das Jahr 2009 war für mich eine sehr anstrengende, Kräfte zehrende Zeit, eine beschwerliche Reise in kleinen, mühsamen Schritten, auf holprigen, meist nur karg beleuchteten Wegen, immer in der Angst vielleicht doch auf dem falschen Pfad zu sein - darum wünsche ich mir für dieses neue Jahrzehnt:
neben viel Freude und Gesundheit für mich und meine Lieben auch
ein Leben mit beschwingten, fröhlichen Schritten auf sicheren Straßen,
und
stets helles Licht für allzeit klare Sicht…
( Ist doch nicht zu viel verlangt, oder? ;-) )

Sei herzlich willkommen 2010,
du öffnest die Tür fürs neue Jahrzehnt,
nimm mich mit an deiner Hand,
führ´ mich in sicheres, helles Land.

Ein Schluck zur Stärkung noch, tut gut,
und dann geht´s los, mit frischem Mut.
Prost!

herzlich-willkommen-2010.JPG

Es weihnachtet...24 Dez 2009 06:45 pm

Nun ist Weihnachten bei uns angekommen.

weihnachten-2009.JPG

Ich wünsche euch
ein entspanntes, besinnliches Weihnachtsfest,
mit viel Freude und Fröhlichkeit
und dass
die Herzen sich berühren.

Liebe Weihnachtsgrüße
an alle, die hier lesen

von Wally

Es weihnachtet... and Reimereien13 Dez 2009 04:53 pm

Advent, Advent,
die Zeit, sie rennt,
nun schon die
dritte Kerze brennt.

Kein Plätzchenduft,
kein Tür-Tannzweig,
kein Fensterschmuck,
kein Kerzenteller,
Adventkalender
vergessen zu kaufen,
noch kein Geschenk
besorgt …

in diesem Jahr
läuft alles quer,
oh je

Panik?
Nö. Warum?

Denn eins steht fest:

Egal,

ob geschmückt oder nicht,
besinnlich oder turbulent,
ob in diesem Jahr nur das
Teelicht brennt,
und sich dies Textlein hier
nicht reimt :

Weihnachten kommt,
obs grad passt oder nicht,
obs regnet oder schneit,
ob in Stimmung oder nicht,

drum

mach ich auf die Tür,
mach auf mein Herz,
nehme an diese Zeit,
bald ist es so weit

ich bin bereit

3-advent.JPG

Es weihnachtet... and Allgemein29 Nov 2009 02:28 pm

So viel nervlicher Stress in der vergangenen Woche, dauernd unterwegs, entweder beruflich oder privat, dazu noch dieses griesgrämige Wetter - führte dazu, dass mir fast entgangen wäre, dass heute schon der 1. Advent ist :shock:
Ich dachte tatsächlich ich hätte noch eine Woche Zeit um passende Kerzen für unseren Adventsteller zu kaufen. Dass die Zeit für diese Besorgung `abgelaufen´ ist, wurde mir erst gestern gegen Abend bewusst. Oh Schreck, und nun? :shock:
Aber ich wäre nicht die, die ich bin, wenn ich nicht immer einen “Plan B” zur Hand hätte … ;-) … Und vielleicht war es sogar gut so, dass ich es versäumt hatte rechtzeitig Kerzen zu kaufen. Denn so kommt jetzt mein `Schnäppchen-Spontankauf´ aus dem Vorjahr erstmals zum Einsatz und um so öfter ich hinsehe, umso besser gefällt mir mein `Plan B´:

1-advent-2009.JPG

Also: Ende gut, alles gut :cool:

Einen entspannten, besinnlichen 1. Adventsonntag
wünscht euch
Wally

"Gedankensplitter" (Schreibübungen)18 Nov 2009 01:00 pm

Wie in jedem Jahr, wenn `St.Martin´ und kurz darauf der Geburtstag meiner Tochter vorbei ist, habe ich auch nun das Gefühl:
der `Endspurt´ ist eingeläutet, das Jahr bewegt sich in schnellen Schritten auf sein Ende zu! Und zwar so zügig, als könnte es kaum erwarten, Platz zu machen für ein neues.
Die Tage scheinen mir viel schneller zu vergehen, als in den letzten Monaten :shock: .
Und nach dem Motto: der Countdown läuft! …
bricht in mir ungewollte Hektik aus. Denn ich wollte doch noch dieses und jenes tun, in diesem Jahr und auch noch …

Okay, ganz ruhig … hab doch vieles durchgezogen und einiges vorangetrieben was mir wichtig war. Habe agiert, anstatt resigniert. Also, ein bißchen Schulterklopfen darf ich mir durchaus gestatten :cool: … auch wenn ein paar Punkte übrig bleiben, die noch (immer) nicht abgehakt ist *seufz* .

Quälend vor allem der Gedanke, dass ich in diesem Jahr sehr viel weniger Zeit mit Schreiben verbrachte, als in den Vorjahren. Die Ausbeute meiner diesjährigen `schriftstellerischen Werke´ ist verschwindend gering, kaum vorhanden. Von meinen vier Romananfängen ist noch immer keiner zu einem fertigen Manuskript gewachsen :-( . Ich bin als Autorin stehen geblieben, hab mich nicht weiter entwickelt, schlimmer noch, ich hab mir als Grund fürs nicht-schreiben “hab leider grad keine Zeit” aufs Banner geschrieben…*Kopf schüttel*
… und frage mich mittlerweile, ob es sein kann, dass mir das Schreiben doch nicht so viel bedeutet, wie ich mir sicher war zu wissen… ? :shock:
Es ist doch erst ein paar Monate her, als ich Schreiben als einen mir wichtigen Lebensinhalt bezeichnete, und nun - hat es sich so weit (bzw ich mich von ihm) entfernt, dass ich mich wie ein `Grenzgänger´ fühle: Ab und zu mache ich `einen Besuch´ in meinem Schreibkämmerlein, schreib ein bißchen rum und dann: … denn Tschüß bis nächstes mal *winkewinke* :-(

Eines steht fest: dieses Jahr hat meine lang gehegten Prioritäten vollends auf den Kopf gestellt. Wenn auch in manchen Dingen gezwungermaßen, so hab ich mich doch häufig mehr vom Alltag `gängeln´ lassen, als meine Schritte selbst zu gehen. Einzig der Gedanke, dass ich dieses Jahr eine (kleine) berufliche Besserstellung erreichen konnte, tröstet mich. … Wobei, wenn ich ehrlich bin, war auch dies nicht unbedingt `mein´ Werk, sondern eher eine Gunst des Schicksals.
… Aber vielleicht muss das ja so sein, dass man sich auch mal `gängeln´ lässt, um so das Gehen neu zu lernen? - Denn wenn ich eines gelernt hab ich in diesem Jahr, dann ist es : neue Schritte/Wege zu gehen. Das ist Fakt.
Also, doch kein so schlechtes Jahr ;-) .
Und jetzt: ab in den Endspurt!

"Blogger-Stoeckchen" und Awards05 Nov 2009 02:24 pm

Auf Dori’s Blog habe ich eine Blogparade entdeckt, die mich sofort begeistert hat. Gaba hat sie gestartet und ruft jeden der ein Weblog hat auf, sich daran zu beteiligen und die Teilnahme als Kommentar mit Link zum Posting in ihrem Blog mitzuteilen.
Wer kein eigenes Weblog hat kann seinen Beitrag auch per Email an sie senden. Die Blogparade läuft noch bis zum 7. November. - Das heißt für mich: ich muss mich jetzt sputen, damit ich es noch schaffe ;-)

Die Fragen, die Gaba uns stellt sind:

Gibt es eine Weisheit, die dir ganz besonders geholfen hat?
Welche Worte haben bei dir nachhaltigen Eindruck hinterlassen?
Welches Motto, welche These oder welchen Rat hast du verinnerlicht?
Gibt es einen Satz, den du wieder und wieder beherzigst?
Welche Gedanken sind oder waren hilfreich für dich?

Die Aufgabe ist nicht einfach, erfordert eigentlich viel Zeit um in sich zu gehen. Da ich berufsmäßig aber zur Zeit sehr eingespannt bin kann ich mich leider nur knapp dazu äußern :

a) Gibt es eine Weisheit, die dir ganz besonders geholfen hat?

- Ja, gibt es. Sogar zwei, die mir stets den Weg zeig(t)en, wenn alles um mich herum zu versinken droht(e):

Immer wenn du denkst, es geht nicht mehr - kommt von irgendwo ein Lichtlein her.

und

Zuweilen möchte man sterben - aber nicht für immer tot sein.

***

b) Welche Worte haben bei dir nachhaltigen Eindruck hinterlassen?

Worte, die mir meine Mutter schon beizeiten `eingeimpft´ hat und die ich seitdem immer beherzigt habe:

“Kind, bevor du dich dazu hinreißen lässt über die Eigenarten alter Leute den Kopf zu schütteln, denk immer daran: auch du wirst einmal alt sein … “

***

c) Welches Motto, welche These oder welchen Rat hast du verinnerlicht?

`Nichts ist nur negativ. Suche in allem Negativen schnellstens nach dem Positiven, dann hat das Negative keine Chance dich zu erdrücken.´

***

d) Gibt es einen Satz, den du wieder und wieder beherzigst?

Den gibt es schon seit vielen, vielen Jahren. Er macht mir immer wieder aufs neue Mut, schenkt mir Kraft, wenn ich glaube, keine mehr zu haben. Ich habe den Ansatz dazu vor Jahren in einem Buch gelesen und daraus für mich einen Leitsatz gemacht, der mich in schwierigen Zeiten immer wieder `auf die Beine bringt´ ;-) :

Auch wenn du schon das tausendste mal hingefallen bist, musst du trotzdem versuchen sofort wieder aufzustehen. Vergiß das nie! Denn: wer zu lange liegen bleibt, der kommt nicht mehr hoch - der hat verloren.

… Und zudem gibt es noch einen Satz, den ich bemüht bin möglichst oft zu beherzigen. Er ist von Phil Bosmans und lautet:

“Zeit ist keine Schnellstraße zwischen Wiege und Grab, sondern Platz, zum Parken in der Sonne” :-) .

***

e) Welche Gedanken sind oder waren hilfreich für dich?

- Der, oft tröstende, Gedanke, dass die Zeit nie stehen bleibt. Sie geht unbeirrt weiter. Darum hat das, was jetzt schwer auf mir lastet immer die Chance auch wieder leichter zu werden, vielleicht sogar ganz zu verschwinden.

****************

Soweit meine Gedanken und Lieblingsweisheiten zum Thema der Blogparade. Es ging doch schneller, als ich anfangs dachte. Einmal begonnen sprudelte alles aus mir heraus :-) . Vielleicht hat der eine oder andere von euch ja Lust auch noch schnell mitzumachen? ;-)

Liebe Grüße an alle
von Wally

"Blogger-Stoeckchen" und Awards02 Nov 2009 02:18 pm

Iris hat mir einen Kreativ-Award für mein Weblog verliehen.

kreativ-award.jpg

Dafür nochmals ganz herzlichen Dank, ich hab mich ganz doll gefreut darüber! :D

Natürlich ist dieser Award auch mit Regeln verbunden (die ich ausnahmsweise mal einhalte ;-) ) und die lauten:

1. Bedanke dich bei der Person, die ihn dir verliehen hat.

2. Kopiere das Logo und platziere es in deinem Blog.

3. Verlinke die Person, von der du ihn bekommen hast.

4. Nenne sieben Dinge über dich, die anderen noch nicht bekannt sind.

5. Nominiere sieben “Kreativ Bloggers”.

6. Verlinke diese Blogger mit dir.

7. Benachrichtige diese sieben durch einen Kommentar.

- Oh ja, oh je, soviele Regeln *lach* . Nun ja, 1-3 sind ja bereits erledigt, also geht´s jetzt weiter mit

Nenne sieben Dinge über dich, die anderen noch nicht bekannt sind
Sieben Dinge sind eine ganze Menge, da musste ich lange drüber nachdenken, darum dauerte es mit meinem Posting des Kreativ-Awards auch so lange. Sorry, Iris, dass du so lange darauf warten musstest *entschuldigend guck*

1. Dass ich eine Plaudertasche bin und vor lauter Übereifer gelegentlich auch anderen ins Wort falle :roll: ist allen, die mich persönlich kennen bekannt. Doch was kaum einer weiß: ich kann auch nur zuhören und gar nichts sagen, mich in geselliger Runde in ein Schneckenhaus zurückziehen und über längere Zeit keinen Ton von mir geben. Das kommt zwar selten vor *grins* , aber wenn, dann falle ich meist in ausgiebiges Schweigen.

2. Ich rede morgens nicht gerne, bin nach dem Aufstehen ein sehr wortkarger Mensch. Dieser Zustand kann sich bis zu zwei Stunden hinziehen. Darum telefoniere ich in der Regel nie vor 10 Uhr, wer mich früher anruft, muss mit kurzen, knappen Antworten wie “Ja” “nein” oder “okay” rechnen.

3. Ich bin bei weitem nicht so stark, wie es für viele Menschen den Anschein hat. Sehne mich oft danach, einfach mal schwach sein zu dürfen.

4. Ich bin (war) eine “Rampensau”. Hab viele Jahre (in früheren Zeiten) auf der Bühne gestanden, nach meiner Zeit im Orchester auch im hiesigen Kirchenchor gesungen auf Karnevalsveranstaltungen aktiv mitgewirkt, mit Spiel oder Gesang.

5. Ich ekle mich vor Spinat*grusel*, schon der bloße Anblick bereitet mir Magenschmerzen *stöhn*

6. Ich sehe gerne “Bollywood” - Filme ;-) (nur die Tanzeinlagen finde ich meist zu lang :roll: , da kann ich nicht durchgehend zugucken)

und

7. Ich liebe die Musik von … Dieter Bohlen :D . Dreiviertel der Songs meiner Cd-Sammlung sind Kompositionen von ihm, von den verschiedensten Sängern, auch ihn selbst höre ich gerne singen. Was mich an seiner Musik so begeistert ist das “Positive-Energie-Feeling” dass er in allen Songs aus seiner Feder rüberzubringen vermag. Es macht mich leicht, vermittelt mir ein Wohlgefühl. Einerlei ob gefühlvolle Ballade oder fetzige Uptempo-Nummer - ich mag sie alle :D

So, weiter geht´s nun mit Punkt 5:
Nominiere sieben “Kreativ Bloggers”.
Das war nicht leicht, mich für sieben Blogs zu entscheiden, denn ich mag doch alle Blogs, die ich besuche. Und kreativ sind alle, jedes Weblog auf seine Art. Dennoch musste ich mich zu einer Entscheidung durchringen.
Also,
einen Kreativ-Award vergebe ich an:

Lilie (Iris) , weil sie in der kurzen Zeit, seit ihr Weblog besteht es schon geschafft hat ihrer stetig wachsenden Leserschaft ein buntes, abwechslungsreiches Spektrum an Beiträgen zu bieten.

Mamü, weil sie ihre Leser immer wieder aufs neue nicht nur mit tollen Texten sondern auch superschönen, eigen geschossenen Fotos verzaubert und so offen über ihre Gefühle schreiben kann.

Dodo , weil ihr “Sonntagszopf” für mich immer ein besonderes Lesevergnügen, und mittlerweile schon zum sonntäglichen Ritual ;-) geworden, ist.

Sabine, weil sie neben `normalen´ Beiträgen auch immer wieder völlig überraschend super recherchierte, eigen geschriebene, hoch interessante Sachtexte bringt, wodurch ich beim Lesen schon so einiges dazulernen durfte.

Ebenfalls jeweils einen Kreativ-Award möchte ich vergeben

an Uta

und wortmeer,
weil sie uns beide neben dem literarischen Schreiben auch über ihre anderweitigen kreativen Hobbies auf dem Laufenden halten, was ich immer wieder aufs neue spannend und unterhaltsam finde.

Und mein 7. Award geht an
Schaps,
der seinen Lesern nicht nur ein kunterbuntes Programm bietet, sondern sich auch nicht scheut seinen “Mund dort aufzumachen, wo die meisten anderen ihn ängstlich geschlossen halten” *chapeau*

Verlinke die ausgewählten Blogger mit dir
Hab ich getan.

Benachrichtige diese sieben durch einen Kommentar. Werde ich jetzt im Anschluß tun.

Also, Aufgabe erledigt ;-) .

"Balkongedanken"25 Okt 2009 04:22 pm

Der Wind streift so energisch durch die Blätter, dass ihre Schatten wie eine fröhliche Kinderschar über die Holzplanken des Balkons wirbeln. Auch die Sonne gibt sich ein kurzes Stelldichein, lässt ihre Strahlen zwischen den Blätterschatten tänzeln. Scheint so, als würden Sonne und Wind miteinander spielen. Sieht fröhlich aus, dieses kleine Schauspiel.

Nicht so fröhlich, eher jämmerlich, wirkt das Übrige meines ehemaligen Balkonidylls.
Die Begonie blüht zwar noch immer, steht nach wie vor in saftigem Grün, doch die Fuchsie hat es leider nicht geschafft, den Sommer zu überleben, nur ausgedörrte Äste sind von ihr übrig geblieben. Und der Weihrauch kämpft schon seit Wochen ums Überleben :-( . Er bäumt sich zwar immer wieder auf, kämpft gegen Kälte und Frost, aber wie lange wird er noch die Kraft dazu haben? … Dabei hat er im Laufe der letzten Monate weit über den Blumenkübel hinaus gewuchert, so weit, dass er meinen `Hippo`mit seinen Blättern streicheln konnte…
Kaum zu glauben, das sich dieses zu Beginn des Sommers noch arme, kümmerliche Pflänzchen zu einem prächtigen `Bodendecker´ entwickelt hat …
Und die kränkliche Begonie zu einem Augenstern! …
Und auch wenn die Fuchsie nicht überlebt hat, so konnte sie doch noch ein letztes Mal in ihrem Leben ihre volle Pracht entfalten…
Und dazu habe ich den Pflänzchen verholfen *stolz guck* - weil ich sie kaufte, obwohl sie nicht schön, sondern eher schmächtig und kränklich aussahen.
… Daran sieht man es mal wieder, dass manche Dinge einfach nur eine Chance brauchen, um zu gedeihen…
vielleicht würde sich ja unsere Wohnung auch prächtig entwickeln, wenn ich ihr noch eine Chance gäbe? Hmmh….
Seit ich in einem Baumarkt an der Kasse arbeite und Tag für Tag herrlich schöne Farben, Tapeten, Gardinen und all so was zum Scannen in Händen halte, oft aus dem Staunen nicht mehr rauskomme, was es alles so gibt, um die Wohnung zu verschönern - tja, seither spüre ich wieder deutlich den Drang in mir, unsere Wohnung endlich so herzurichten, wie ich sie gerne hätte…
Vielleicht sollte ich mir mal eine Chance geben, und es endlich anpacken? …
… Der Mieter über uns zieht aus. Schade. Es war ein sich-gut-verstehen und angenehmes Nebeneinanderher leben, Jahre lang. Und wer weiß schon, ob es mit dem neuen auch so entspannt verlaufen wird. Weiß man nie. Keine Ahnung, wer da jetzt einzieht. Doch auch er hat eine Chance verdient, wer immer es auch sein wird…
… und ich täte gut daran, auch meinem Körper eine Chance zu geben … grins … eine Chance aufzustehen. Ist nämlich mittlerweile ganz schön frisch hier draußen. Schon beinahe kalt.
Also, auf die Beine, jetzt. Sofort. Und ab hinein, ins wohlig warme, zur weiteren sonntäglichen Entspannung aufs Sofa oder an den PC oder ein ausgiebiges warmes Bad wäre auch schön oder …
und

Euch auch einen schönen Sonntag :-)
und einen guten Start in die neue Woche.

Allgemein27 Sep 2009 04:48 pm

Die Tendenz in Bezug auf weibliche Arbeitskräfte ist nach wie vor zunehmend auf jüngere Frauen ausgerichtet. Weibliche Mitarbeiter im Alter zwischen 20 und 30 Jahren werden vom Großteil der Arbeitgeber bevorzugt, denn junge Frauen gelten als

- körperlich und geistig voll fit,

- hochmotiviert,

- noch lernfähig,

- meist unabhängig und flexibel,

- noch `lenkbar´ und

- bereit für die Karriere auch gelegentlich einen Ortswechsel in Kauf zu nehmen

Also unbedingt erste Wahl bei der Arbeitsplatz-Vergabe… oder, vielleicht auch nicht? - Denn Frauen zwischen 20 und 30 sind doch vor allem auch eins:

- alle im `geburtsfähigen´ Alter…

… und schon so manchem Arbeitgeber wurde dieses kleine Detail zum Verhängnis, wenn sich, wie von einem Virus überschüttet, eine junge Frau nach der anderen in den Mutterschutz- und Erziehungsurlaub verabschiedete…

Warum also bevorzugen die Unternehmen bei der Auswahl ihrer weiblichen Mitarbeiter grundsätzlich junge Frauen - obwohl es eine sehr wertvolle, stabilere Alternative gibt, nämlich uns:
die Mitt-Vierziger-Berufsrückkehrerinnen !

Denn wir haben Fähigkeiten zu bieten, in denen die Jüngeren (noch) nicht mithalten können.

Unser Alter bringt es mit sich, dass wir

- lebenserfahrener sind.
Logisch, um so älter man ist, um so mehr hat man erlebt, umso erfahrener ist man, vor allem im Umgang mit Menschen.
Wir sind

- Organisationstalente,
weil wir über Jahre hin darin geübt sind möglichst effizient zu arbeiten, um Haushalt, Kinder und noch eine ganze Menge an Abläufen so strukturiert unter einen Hut zu bringen, dass `der Betrieb läuft´,
und wir gehen auch

- nicht mehr in Mutterschutz- und Erziehungsurlaub,
weil wir zu alt zum Kinderkriegen sind,
… und weil auch der Punkt Kindererziehung bei uns überwiegend abgeschlossen ist sind wir

- flexibel in den Arbeitszeiten,
Flexibilität die wir uns durch unser erworbenes Organisationstalent schaffen, und wir

- motzen nicht rum, wenn wir Samstags mal bis in den späten Abend arbeiten müssen,
denn unsere `Jump and Run´ Zeit liegt hinter uns, wir brauchen das nicht mehr, an jedem Wochenende `auf Piste´ zu gehen und zudem sind wir

- sehr viel belastbarer, als allgemein angenommen!
sowohl phsychisch, als auch körperlich,
was zur Folge hat, dass wir

- nicht gleich eine Krankmeldung abgeben, wenn es uns mal nicht gut geht,
sondern erst dann, wenn es wirklich nicht mehr geht. (Eine Eigenschaft, die vor allem die Mütter unter den Mitt-Vierziger-Berufsrückkehrerinnen mitbringen, denn Mütter sind es gewohnt so lange arbeiten zu müssen, wie sie sich auf den Beinen halten können) - und noch eines haben wir älteren den jüngeren Frauen voraus:
wir

- beschweren uns nicht, arbeiten “zu müssen” ,
sondern sind

- dankbar, wieder arbeiten “zu dürfen”,
dankbar für die Chance zeigen zu können ´was wir drauf haben´ und entgegen so mancher Meinung sind wir auch immer noch

-lernfähig!
Wenn auch nicht mehr so kompromisslos wie jüngere Frauen, so aber doch gezielter. Denn wir können unsere Fähigkeiten besser einschätzen, aufgrund .. ja, klar, unserer Lebenserfahrung ;-) .

Und dennoch müssen all unsere Fähigkeiten im Verborgenen blühen, bleibt unser großes Potenzial ungenutzt, unentdeckt von den meisten Arbeitgebern - weil sie ihr Augenmerk nicht auf uns richten, uns aufgrund unseres Alters unbesehen abgeschrieben haben … ohne zu ahnen, was ihnen da entgeht … nämlich: eine wertvolle, treue Mitarbeiterin, die mit ihnen durch dick und dünn geht … und noch mindestens 15 Jahre erhalten bleibt … , während jüngere wegen Hochzeit, Kinder kriegen, oder Umzug zu einem neuen Partner im Durchschnitt höchstens 5 - 7 Jahre einem Unternehmen erhalten bleiben.

Darum liebe Arbeitgeber:
Lassen Sie sich mehr Zeit und denken Sie gut nach, bevor Sie das nächste mal zur Wahl schreiten. Seien Sie schlauer, als die anderen und denken sie nicht kurzfristig, sondern langfristig voraus. Geben Sie sich selbst und uns eine Chance!
Und entscheiden sie sich für uns, die

( X ) Mitt-Vierziger-Berufsrückkehrerinnen

Und ich garantiere Ihnen:
Gemeinsam, sind wir stark :cool:

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